Wolkenritt

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
andrea meyer
Kerberos
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Wolkenritt

Beitragvon andrea meyer » 28.12.2006, 00:24

Ich reit auf ner Wolke,
der Wind trägt mich fort,
mein Traum trägt mich,
an ein fremden Ort.

Ich steh in der Wüste,
die Sonne brennt,
der Sand ist heiss,
da steht er vor mir,
ganz in weiss.

Seine Augen leuchten,
sein Haar schwarz wie die Nacht,
und ich denk so bei mir,
hat ihn mir der Himmel gebracht?

Ich schau ihn an,
und kann nicht verstehn,
wieso bleibt er einfach so stehn?

Mein Herz schlägt laut,
ich kanns kaum ertragen,
will er mich jetzt fragen.

Doch da plötzlich welch ein Krach,
und schon bin ich wieder wach,
aus den Träumen gerissen,
seh ich hinaus und stelle fest,
ist die Welt ohne Träume beschissen.
andrea meyer

Halil
Minotauros
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Re: Wolkenritt

Beitragvon Halil » 28.12.2006, 12:39

Hallo Andrea,

in der vierten Zeile:

an einen fremden Ort

die letzten zwei Zeilen:

seh ich hinaus und stelle fest:
ist die Welt ohne Träume beschissen! (oder) ?


Sonst ist dein Gedicht in sich geschlossen, einfach und klar - ganz nach meinem Geschmack!

Willkommen im Forum!

Halil

andrea meyer
Kerberos
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Re: Wolkenritt

Beitragvon andrea meyer » 28.12.2006, 13:48

Kindergedanken

Was dachdest du als du noch klein,
verspielt und noch sehr niedlich.
Was ging in deinem Kopfe vor,
oh welch gedanke quält dich.

Du konntest nicht reden ,
du konntest nur schrein.
Wir haben dich oft nicht verstanden.
Du hast dich verändert,
bist nicht mehr so klein,
und redest mit jedem Bekannten.

Bist weltoffen geworden,
interessierst dich für's Licht,
und auch für die Sterne.
Und weisst du mal eine Antwort nicht,
so helf ich dir sehr gerne.
andrea meyer

Silentium
Mnemosyne
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Re: Wolkenritt

Beitragvon Silentium » 28.12.2006, 20:57

Hallo Andrea!

Ich muss zugeben, dass mich die formale Gestaltung des Gedichts ein bisschen irritiert. Mal reimt sich was, mal nicht, und wenn sich was reimt, dann spielt der Rhytmus nicht immer mit.

...
sein Haar schwarz wie die Nacht,
...
hat ihn mir der Himmel gebracht?


Was ist da betont, was unbetont? Eiert - zumindest für mein befinden - ein bisschen. Außerdem... ähem... sind leuchtende Augen und nachtschwarzes Haar nicht ein ganz klein wenig - nimms mir nicht bös - Klische?

Und...

Doch da plötzlich [,] welch ein Krach,
und schon bin ich wieder wach,


Da wüsst ich gern, wo der Krach herkommt. Ein unmotivierter Krach wirkt so, als solle es sich einfach nur auf 'wach' reimen und das irritiert mich als Leser.


Ich fürchte, richtig überzeugt bin ich nicht. Aber das könnt auch dran liegen, dass ich mir grad gezwungenermaßen vier Stunden lang Tarkovsky angeschaut hab und grantig bin, also nichts für ungut.

Silentium

P.S. Und natürlich willkommen im Forum! :-)
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon

riemsche
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Re: Wolkenritt

Beitragvon riemsche » 28.12.2006, 23:01

servus andrea !
habe wegen leichter irritation mein posting (aus falsch-verstehen-erfahrung etwas vorsichtiger geworden) bis jetzt verschoben. reime wie "sie ist die zuckerpuppe in einer bauchtanzgruppe" erinnerten mich aber rechtzeitig daran, dass es oft nur einer kleinen umverteilung von klische plus in deinem fall etwas weniger -auch sinngemässer- wiederholungen bedarf, um über vorhersehbares lächelnd nachzudenken. und das ist das ergebnis:

ich reit´ auf einer wolke
der wind trägt mich fort
mein traum entführt mich
an einen fremden ort

die sonne brennt
der sand ist heiss
ich steh´ in der wüste
und er vor mir - ganz in weiss

mit leuchtenden augen
und haar, schwarz wie die nacht
"himmel" - denk ich so bei mir
"hast etwa du ihn mir gebracht?"

ich schau ihn an - mein herz pocht laut
ich kann´s nicht verstehen
kann´s auch kaum ertragen
wieso bleibt er einfach so stehen?
will er mich nicht etwas fragen?

doch plötzlich ist da so ein krach
und schon bin ich wieder wach
und stelle fest - aus träumen gerissen
"ist doch die welt ohne traum beschissen."

(bin mit dem doppel-steher in der vorletzten strophe immer noch nicht ganz auf du und du - aber sollte dich das nur ein wenig zum experimentieren eingeladen haben- dann bin ich mir sicher, you can do it you´r way!
immer noch -bis auf zwei oder drei- deine worte, dein gedicht, dein traum. ist er jetzt leichter zu deuten ;-)
kasparov
„To hell with circumstances; I create opportunities.“ – Bruce Lee

riemsche
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Re: Wolkenritt

Beitragvon riemsche » 29.12.2006, 17:07

hallo andrea -
kleiner hinweis. stell bitte kein neues gedicht nur als anhang zu einem vorangegangenen ins forum, sondern öffne dafür einen neues thema. sonst werden kommentare unübersichtlich und kompliziert ok? ;-)
kannst du meine korrekturen wie bei wolkenritt nachvollziehen, oder sollen sie -wie im forum sonst auch praktiziert- anhand von zitierten zeilen erklärt und begründet werden?
versuch mal, nicht alles auf biegen und brechen in reimform zu bringen (höre hilbi klatschen :-D ) sondern lyrik im fliesstext zu schreiben? ein testlauf kann nie schaden.
viel spass beim tüfteln.
kasparov
„To hell with circumstances; I create opportunities.“ – Bruce Lee


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