Heimkehr

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Poeta
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Heimkehr

Beitragvon Poeta » 06.05.2007, 16:49

Die ausladenden Palmen,
die mit ihrem Dach Schatten spendenden Pinien,
die himmelwärts zeigenden Zypressen
- Markenzeichen einer Urlaubslandschaft.
Die zartgrünen Buchenwälder empfangen mich wieder:
beglückt.
medusenkind

Flocke
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Re: Heimkehr

Beitragvon Flocke » 06.05.2007, 22:19

Guten Abend Poeta.

Erstmal ein herzliches Hallo hier bei uns. Hoffe, es gefällt dir.

Mit deinem Text habe ich trotz seiner Kürze doch ein paar Probleme.

die mit ihrem Dach Schatten spendenden Pinien,


Denke, Bäume spenden generell den meisten Schatten mit ihrem Blätterdach, warum also extra betonen, dass eine Pinie das auch tut? Oder ist etwas Besonderes dabei, dass eine Pinie Schatten spendet?

- Markenzeichen einer Urlaubslandschaft.


Das brauchst du in unseren Breiten auch nicht extra zu betonen, dein Leser kann das anhand der genannten Bäume schon erkennen.

Die zartgrünen Buchenwälder empfangen mich wieder:
beglückt.


Hm, wer ist da beglückt, ein seltsames Wort hier, mag mir nicht so recht passen?
Die Bäume, weil du wieder zurück bist oder du, weil du wieder unter Buchen spazieren gehst statt unter exotischen Bäumen?

Irgendwie fehlt mir insgesamt ein roter Faden, ein Warum für das allgemeine Glück am Ende. Nur wegen der Heimkehr? War der Urlaub so schrecklich?

Noch etwas grübelnd
Flocke
...Der den Wind kennt / besser als alle Bücher / den Baum / frag nach Wahrheit...

riemsche
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Re: Heimkehr

Beitragvon riemsche » 07.05.2007, 00:26

willkommen poeta,

die ausladenden .... die mit ihrem dach .... die himmelwärts ....
das sind sehr nüchterne sachbeschreibungen. stell dir mal vor, wie sie für DICH aussehen, gib ihnen persönlichkeit, bäume haben das, wortbilder, erfinde welche, das macht spass.

statt bekannte marken mit ortsstempeln zu versehen, könntest du einen zeitbegriff definieren, ein break versuchen. urlaub - ende?

dem "beglückt" - wenn du es so willst und warum solltest du auch nicht - ist die empfängnis zuvor seltsame bestimmung. dein hier gut gesetzter zeilenumbruch bietet da mehr freiraum, kann mir zB ein:

// zartgrüne Buchenwälder haben mich wieder
beglückt //

vorstellen. experimentieren, probieren, du hast hier alle möglichkeiten offen. ich freu mich auf deine einfälle und ideen.

Lg
kasparov
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Re: Heimkehr

Beitragvon Poeta » 07.05.2007, 15:39

Danke für das Beschäftigen mit dem Text. Nein, der Urlaub war gar nicht schrecklich - und doch war die Heimkehr beglückend. Warum? Das versucht der Text zu ergründen, ohne eine endgültige Antwort zu suggerieren.

N.B.: Dass die Pinie im Vergleich zur Zypresse sehr viel mehr einem Schattendach gleicht, das meinte ich ins Bewusstsein heben zu sollen.

So viel mal vorläufig.
medusenkind

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Re: Heimkehr

Beitragvon Edekire » 19.05.2007, 23:08

so jetzt will ich mich doch noch mal zu dem gedicht äußern und auch zu deiner erklärung. ich hab wie die anderen beiden probleme mit dem text, da er mir keine stimmung vermittelt.
als ich nach dem text deine erklärung gelesen habe dachte aha.

du beginnst mit einem landschaftbild, das auch für mich durch einen mangelnden persönlichen bezug, oder vielleicht besser durch fehlende persönliche einfärbung etwas beliebig wirkt. nämlich genau wie das, als was du es nachher charakterisiert und, so hatte ich es beim lesen empfunden habe, abwertest: ein postkartenlandschaft. der urlaub war schön? merk ich nicht. wenn du, wie du sagst, ergründen willst, warum dich die heimkehr beglückt, obwohl es da so schön war, solltest du vielleicht merkbar machen, dass es schön war. sonst denkt der leser: eine kritik vielleicht. an massentourismus oder sonstwas (weiter ersichtlich ist das ja nicht)

hmm. und vielleicht ist diese baumfixierung für dein benanntes thema nicht so ganz ausrechend.
macht ein heimkehr wirklich nur den unterschied in der bewaldung aus?

oder selbst wenn der wald, da vielleicht ein bisschen konkreter als zartgrün. so ein buchenwald riecht doch ganz anders, die luft ist anders.

das was du sagst das du sagen willst ist durchaus interessant, aber auf die idee wär ichanhand deines textes nie gekommen

lg

frl. ede
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Re: Heimkehr

Beitragvon Poeta » 20.05.2007, 01:29

macht ein heimkehr wirklich nur den unterschied in der bewaldung aus?


Eben nicht - und was heißt das?

so ein buchenwald riecht doch ganz anders, die luft ist anders.


Ja und? Sagt das mehr?

Mehr weiß ich doch auch nicht!
medusenkind

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Re: Heimkehr

Beitragvon Edekire » 20.05.2007, 15:18

talking to a brick wall....

also meine 2 punkte in kurz:
- ich finde du solltest die frage die du stellen willst auch stellen. ist vielleicht anstregend es immer nachher zu erklären

- mit dem geruch war ein beispiel. es ging mir um das was kasparov, wie ich ihn verstanden hab, eingefordert hat: die persönlich wahnehmung, das eben das zu etwas besonderem macht.
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Re: Heimkehr

Beitragvon [) i r k » 20.05.2007, 15:56

Hallo Poeta.

Beruflich schreibe ich u.a. Texte, die Menschen dazu bringen sollen, Reisen zu kaufen/buchen. Aus diesem Grund habe ich einige Erfahrungen mit dem Marketing-Output von Reiseveranstaltern und Affiliates gesammelt. Vielleicht aus diesem Grund trifft das Gedicht bei mir einen gewissen Nerv.

Die ersten drei Zeilen repräsentieren für mich das typische "Urlaub im Süden"-Klischee, wie es miillionenfach kopiert und von Reiseveranstaltern immer wieder suggeriert/beworben wird. Es gibt viele weitere Klischees in diesem Genre, z.B. goldene Sandstrände, idyllische Altstädte mit engen Gässchen, malerische Panoramen usw. usf. Daher empfinde ich die Zeile "Markenzeichen einer Urlaubslandschaft" als sehr (zu)treffend bzw. gut pointiert. Allerdings verstehe auch ich das eher als "Kritik" und zwar an der Art, wie die Pauschaltourismusindustrie, idyllische Bilder zum Kitsch stilisiert. Markenzeichen sind von der Werbung aufgebaute Bilder (Image), die ein Produkt auszeichnen, abheben und mit Emotion aufladen soll. Unter diesem (und nur unter diesem) Aspekt gefällt mir das Gedicht.

Ansonsten schließe ich mich kasparov und Edekire an: Sollte dieses Gedicht eine "persönliche" Erfahrung (z.B. die Empfindung des Heimkehrens) Ausdruck verleihen (wollen), dann erscheint es mir ebenso wirkungslos. Modus tollens: Wenn nicht, dann nicht.

MfG,
[) i r k
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)


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