Radrennfahrer
positiv getestet.
Politiker
positiv getestet.
Gläubiger
positiv getestet.
Wirtschaftsunternehmen
positiv getestet.
Doping.
Korruption
Fundamentalismus.
Umweltverschmutzung.
Was ist daran
positiv?
Verwirrung
Verwirrung
medusenkind
Re: Verwirrung
Hallo, Poeta.
Denke, die "Gläubiger" müßten eher "Gläubige" sein, ersterer Begriff ist zumindest mir als Buchhalterin auf den ersten Blick anders besetzt. Zumal du alle anderen auch in der Mehrzahl ansprichst.
Insgesamt ist mir dein Text zu plakativ, zu klischeehaft. Du scherst alle über einen Kamm, was meiner Ansicht nach nicht richtig ist. Sicher, deine Frage am Schluß ist durchaus berechtigt, allerdings könnte man andersherum auch sagen, positiv daran ist, dass es herausgefunden und veröffentlich wurde. An den Pranger stellen hat ja mitunter schon mal geholfen. Vielleicht kannst du noch was bei rausholen, wenn du das Ganze personifizierst, aber mich wirst du mit dem Gedicht nicht hinter dem Ofen hervorlocken.
Soweit meine abendlichen Gedanken dazu.
Nichts für ungut.
Flocke
Denke, die "Gläubiger" müßten eher "Gläubige" sein, ersterer Begriff ist zumindest mir als Buchhalterin auf den ersten Blick anders besetzt. Zumal du alle anderen auch in der Mehrzahl ansprichst.
Insgesamt ist mir dein Text zu plakativ, zu klischeehaft. Du scherst alle über einen Kamm, was meiner Ansicht nach nicht richtig ist. Sicher, deine Frage am Schluß ist durchaus berechtigt, allerdings könnte man andersherum auch sagen, positiv daran ist, dass es herausgefunden und veröffentlich wurde. An den Pranger stellen hat ja mitunter schon mal geholfen. Vielleicht kannst du noch was bei rausholen, wenn du das Ganze personifizierst, aber mich wirst du mit dem Gedicht nicht hinter dem Ofen hervorlocken.
Soweit meine abendlichen Gedanken dazu.
Nichts für ungut.
Flocke
...Der den Wind kennt / besser als alle Bücher / den Baum / frag nach Wahrheit...
Re: Verwirrung
Ja, so ist das mit der Verwirrung: Da wird aus einem Gläubigen ein Gläubiger des Schuldners, da glaubt man sofort, dass es viele Gläubige sein müssen, die fundamentalistisch glauben, denn "Radrennfahrer getestet" heißt sofort auch: Das sind viele ...
Und: wer schert alle über einen Kamm? Der- oder diejenige, die das Wort positiv so verwirrend gebraucht!
Und wenn das Angeprangerte, wie wir ja alle wissen, nicht positiv im positiven Sinn ist, muss es dann gleich negativ sein oder ist es vielleicht doch normal?
Liebe Grüße
Poeta
Und: wer schert alle über einen Kamm? Der- oder diejenige, die das Wort positiv so verwirrend gebraucht!
Und wenn das Angeprangerte, wie wir ja alle wissen, nicht positiv im positiven Sinn ist, muss es dann gleich negativ sein oder ist es vielleicht doch normal?
Liebe Grüße
Poeta
medusenkind
Re: Verwirrung
Grüß dich, Poeta.
Ok, ich gebe zu, es war meine persönliche Lesart, die mich alles als Plural empfinden ließ und sich daraufhin an dem Wort störte. Wenn es deine Intention war, jeweils nur eine Person zu meinen, solltest du das aber trotzdem deutlicher machen. Deutsche Sprache ist nun mal so, dass sie manchmal nicht ohne Artikel auskommt. Oder du mußt konkretisieren, den Dingen Namen geben, sagen, wen du meinst.
Ob positiv getestetes dann positiv, negativ oder sonstwie zu sehen ist, solltest du dem Urteil des Lesers überlassen. Der kann sich sehr gut seinen Teil dazu denken, ohne dass man den moralischen Zeigefinger noch auspacken muß.
So long
Flocke
Da wird aus einem Gläubigen ein Gläubiger des Schuldners, da glaubt man sofort, dass es viele Gläubige sein müssen, die fundamentalistisch glauben, denn "Radrennfahrer getestet" heißt sofort auch: Das sind viele ...
Ok, ich gebe zu, es war meine persönliche Lesart, die mich alles als Plural empfinden ließ und sich daraufhin an dem Wort störte. Wenn es deine Intention war, jeweils nur eine Person zu meinen, solltest du das aber trotzdem deutlicher machen. Deutsche Sprache ist nun mal so, dass sie manchmal nicht ohne Artikel auskommt. Oder du mußt konkretisieren, den Dingen Namen geben, sagen, wen du meinst.
Ob positiv getestetes dann positiv, negativ oder sonstwie zu sehen ist, solltest du dem Urteil des Lesers überlassen. Der kann sich sehr gut seinen Teil dazu denken, ohne dass man den moralischen Zeigefinger noch auspacken muß.
So long
Flocke
...Der den Wind kennt / besser als alle Bücher / den Baum / frag nach Wahrheit...
Re: Verwirrung
Sei gegrüsst, Poeta!
Ich gebe zu, ich habe zuerst ein ähnliches Gefühl gehabt wie Flocke: Sehr plakativ. Dein - wenn ich Dich recht verstehe - eigentliches Anliegen (Begriffsverwirrung) wird von der Aktualität geradezu niedergetrampelt: Radrenndoping, Fundamentalisten, Umweltverschmutzung... weiah. Und wenn man sich unter diesen Bedeutungsbergen wieder hervorgewühlt hat, kommst Du und sagst "April, April... es geht um die Begriffe."
Nichts gegen Inspiration durch Aktualität - aber sei etwas nachsichtiger mit Deinen Kritikern, wenn Du uns dermaßen auf die falsche Fährte lockst
Nun aber zum Begriff "positiv". Ich finde, Dein Text geht aus zwei Gründen daneben:
1.) Du bist ein wenig unaufrichtig. Abgesehen vom ersten Fall (Doping) gebrauchst Du die Formel "positiv getestet" im übertragenen Sinne, und nicht im allgemeingebräuchlichen. Im Grunde stellst Du die Begriffsverwirrung, die Du nachher in Frage stellst, selbst erst her.
2.) Du tust, als habe "positiv" nur eine zulässige (Haupt)bedeutung, nämlich "gut". Und das stimmt, wie Dir selbst klar sein wird, nicht. Je nach Kontext wechselt es die Bedeutung, der gemeinsame Oberbegriff ist nicht "gut" sondern "zutreffend". Du verengst also den Begriff "positiv" auf eine bestimmte Bedeutung und prangerst danach an, dass er auch in anderen Zusammenhängen gebraucht wird. Gegenfrage: Was wäre das Ziel? Jeden Begriff nur einem bestimmten Zusammenhang zuzuordnen? Dann viel Spaß mit "schön" und "Liebe"
Ein Gegenbeispiel, nur um zu klären, dass ich selbstverständlich nicht der Meinung bin, jeder Begriff könne beliebig in jedem Kontext gebraucht werden: "Hinrichtung" zum Beispiel ist ein ursprünglich sehr eng definierter Begriff. Er bezeichnet eine gesetzlich legitimierte Tötung. Jetzt hört man dauernd in den Nachrichten, dass irgendwelche Geiseln "hingerichtet" worden seien. Das ist ein Beispiel für Verfälschung durch Gebrauch eines engen Begriffes im falschen Kontext.
Schönes Wochenende
Razor
Ich gebe zu, ich habe zuerst ein ähnliches Gefühl gehabt wie Flocke: Sehr plakativ. Dein - wenn ich Dich recht verstehe - eigentliches Anliegen (Begriffsverwirrung) wird von der Aktualität geradezu niedergetrampelt: Radrenndoping, Fundamentalisten, Umweltverschmutzung... weiah. Und wenn man sich unter diesen Bedeutungsbergen wieder hervorgewühlt hat, kommst Du und sagst "April, April... es geht um die Begriffe."
Nichts gegen Inspiration durch Aktualität - aber sei etwas nachsichtiger mit Deinen Kritikern, wenn Du uns dermaßen auf die falsche Fährte lockst
Nun aber zum Begriff "positiv". Ich finde, Dein Text geht aus zwei Gründen daneben:
1.) Du bist ein wenig unaufrichtig. Abgesehen vom ersten Fall (Doping) gebrauchst Du die Formel "positiv getestet" im übertragenen Sinne, und nicht im allgemeingebräuchlichen. Im Grunde stellst Du die Begriffsverwirrung, die Du nachher in Frage stellst, selbst erst her.
2.) Du tust, als habe "positiv" nur eine zulässige (Haupt)bedeutung, nämlich "gut". Und das stimmt, wie Dir selbst klar sein wird, nicht. Je nach Kontext wechselt es die Bedeutung, der gemeinsame Oberbegriff ist nicht "gut" sondern "zutreffend". Du verengst also den Begriff "positiv" auf eine bestimmte Bedeutung und prangerst danach an, dass er auch in anderen Zusammenhängen gebraucht wird. Gegenfrage: Was wäre das Ziel? Jeden Begriff nur einem bestimmten Zusammenhang zuzuordnen? Dann viel Spaß mit "schön" und "Liebe"
Ein Gegenbeispiel, nur um zu klären, dass ich selbstverständlich nicht der Meinung bin, jeder Begriff könne beliebig in jedem Kontext gebraucht werden: "Hinrichtung" zum Beispiel ist ein ursprünglich sehr eng definierter Begriff. Er bezeichnet eine gesetzlich legitimierte Tötung. Jetzt hört man dauernd in den Nachrichten, dass irgendwelche Geiseln "hingerichtet" worden seien. Das ist ein Beispiel für Verfälschung durch Gebrauch eines engen Begriffes im falschen Kontext.
Schönes Wochenende
Razor
O You who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Re: Verwirrung
Danke für den Gruß, razorback,
Nun ja, was ist allgemeingebräuchlich für 'positiv'? Ich glaube gerade dadurch, dass 'positiv' i m m e r eine positive Konnotation besitzt, sind Dinge wie Doping, Korruption, Umweltverschmutzung und (zumindest christlicher) Fundamentalismus mindestens nicht g a n z so negativ - oder sogar normal (oder nicht?). D a s ist durchaus der größere Teil meiner Verwirrung über unsere Gesellschaft.
Sei auch gegrüßt - von
Poeta
Nun ja, was ist allgemeingebräuchlich für 'positiv'? Ich glaube gerade dadurch, dass 'positiv' i m m e r eine positive Konnotation besitzt, sind Dinge wie Doping, Korruption, Umweltverschmutzung und (zumindest christlicher) Fundamentalismus mindestens nicht g a n z so negativ - oder sogar normal (oder nicht?). D a s ist durchaus der größere Teil meiner Verwirrung über unsere Gesellschaft.
Sei auch gegrüßt - von
Poeta
medusenkind
Re: Verwirrung
Hallo Poeta,
herzlichen Glückwunsch zu dem gelungenen Wortspiel:
Und für die, die mich hier etwas besser kennen - nein, das ist nicht zynisch gemeint. Das hat Geist!
Dennoch - obwohl positiv selbstverständlich immer positiv ist
hat es doch nicht immer die Beibedeutung "gut" oder, vorsichtiger "zustimmenswert". Im alltäglichen Verständnis sicher - aber Du wirst sicher an die Kritiker Deiner Gedichte den Anspruch stellen, dass sie sich mit Deinen Begriffen auseinandersetzen, und nicht einfach ihr Alltagsverständnis an Dir austoben. Gerade, wenn sich das Gedicht mit der Verwirrung der Begriffe befasst.
Und was den Begriff "positiv" betrifft: Weder eine positive Zahl, noch Positivismus und schon gar nicht eine positive Dopingprobe passen zu einer moralischen Einordnung im Sinne von "gut" (die Zahl und der Positivismus sind moralisch nicht einordbar und um einen positiven Dopingtest moralisch gut zu finden, braucht man eine sehr spezielle Moral - die mancher haben mag). Dennoch ist der Gebrauch von "positiv" in keinem dieser Fälle falsch oder auch nur irreführend. Die Verwirrung entsteht also, wenn jemand sich von dem alltäglichen Gebrauch von "positiv" nicht lösen kann, sobald er in ein nicht alltägliches Themenfeld übergeht. Und damit meine ich durchaus schon die Betrachtung von Nachrichtensendungen.
Ich bin übrigens völlig mit Dir einer Meinung, wenn Du sagst - ich erlaube mir, Deine Aussagen zu vereinfachen - dass all die Themenfelder die Du nennst oberflächlich und häufig verfälschend dargestellt werden. Eine Sprecherin von "Ärzte gegen den Atomkrieg" sprach neulich im Zusammenhang mit dem 11. September von "Unfällen", das Beispiel mit den "Hinrichtungen" habe ich oben schon gebracht... Aber ich glaube nicht, dass die Lösung dieses Problems darin liegt, selbst leicht verständliche Wissenschaftssprache auch noch zu vereinfachen.
Viele Grüße
Razor
herzlichen Glückwunsch zu dem gelungenen Wortspiel:
Ich glaube gerade dadurch, dass 'positiv' i m m e r eine positive Konnotation besitzt (...)
Und für die, die mich hier etwas besser kennen - nein, das ist nicht zynisch gemeint. Das hat Geist!
Dennoch - obwohl positiv selbstverständlich immer positiv ist
Und was den Begriff "positiv" betrifft: Weder eine positive Zahl, noch Positivismus und schon gar nicht eine positive Dopingprobe passen zu einer moralischen Einordnung im Sinne von "gut" (die Zahl und der Positivismus sind moralisch nicht einordbar und um einen positiven Dopingtest moralisch gut zu finden, braucht man eine sehr spezielle Moral - die mancher haben mag). Dennoch ist der Gebrauch von "positiv" in keinem dieser Fälle falsch oder auch nur irreführend. Die Verwirrung entsteht also, wenn jemand sich von dem alltäglichen Gebrauch von "positiv" nicht lösen kann, sobald er in ein nicht alltägliches Themenfeld übergeht. Und damit meine ich durchaus schon die Betrachtung von Nachrichtensendungen.
Ich bin übrigens völlig mit Dir einer Meinung, wenn Du sagst - ich erlaube mir, Deine Aussagen zu vereinfachen - dass all die Themenfelder die Du nennst oberflächlich und häufig verfälschend dargestellt werden. Eine Sprecherin von "Ärzte gegen den Atomkrieg" sprach neulich im Zusammenhang mit dem 11. September von "Unfällen", das Beispiel mit den "Hinrichtungen" habe ich oben schon gebracht... Aber ich glaube nicht, dass die Lösung dieses Problems darin liegt, selbst leicht verständliche Wissenschaftssprache auch noch zu vereinfachen.
Viele Grüße
Razor
O You who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Re: Verwirrung
Ich bin nach wie vor nicht der Meinung, dass ich den Begriff 'positiv' verengt habe - nein, eher haben das die Wissenschaftler getan und mit ihrer Okkupierung des Begriffs einen widersinnigen alltäglichen Gebrauch initiiert.
Deswegen trage ich nicht zu einer übertriebenen Vereinfachung bei, sondern eher zu einer kritischen Durchleuchtung und damit zum Unterscheidungsvermögen, das ich auch bei mir selber gar nicht so alltäglich anzutreffen vermag.
Viele Grüße an Razor, aber auch an alle interessierten Leserinnen und Leser
Poeta
Deswegen trage ich nicht zu einer übertriebenen Vereinfachung bei, sondern eher zu einer kritischen Durchleuchtung und damit zum Unterscheidungsvermögen, das ich auch bei mir selber gar nicht so alltäglich anzutreffen vermag.
Viele Grüße an Razor, aber auch an alle interessierten Leserinnen und Leser
Poeta
medusenkind
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