der lyriker als millionär

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
DerBaum
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der lyriker als millionär

Beitragvon DerBaum » 18.08.2007, 13:49

der lyriker verflucht den morgen nicht
selbst wenn er ihn abgeschnitten hat von einem traum
der an verlegene schritte erinnert die nur das erwachen kennt

für jede entfernung sollte er dankbar sein
weil er wieder ins dunkle fällt und die schritte hört
mit der er ihren schlaf besucht
sich einmischt in ihre träume
fassaden aufmalt die es nur
in seinem kopf geben kann

ein glücklicher elefant an einer bushaltestelle
eine briefmarkensammlung die hofft
wiederangesehen zu werden

verloren sind die augen nie
mit der er sie ansah
wie sie mit langen schritten
seinen gedichten entgegen ging

ein abgeschnittener ohne muster; ohne befehl
nur eine sehnsucht
die an den bitteren nachgeschmack erinnert
mit der die liebste ihn ein letztes mal zum bahnhof fährt
Wenn jemand auf der Stelle tritt und tut dabei niemanden weh, das ist ein schlechter Dichter

Poeta
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Re: der lyriker als millionär

Beitragvon Poeta » 22.08.2007, 00:15

Die Fülle der Metaphern, die einen Zugang zur gleichgearteten Situation bieten, ist sehr bemerkenswert.
Danke für das Gedicht

Poeta
medusenkind

Silentium
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Re: der lyriker als millionär

Beitragvon Silentium » 09.09.2007, 17:58

ein glücklicher elefant an einer bushaltestelle
eine briefmarkensammlung die hofft
wiederangesehen zu werden

Für den Elefant allein gehört dir schon irgendein bedeutender und möglichst geldschwerer Preis. In Kombination mit der Briefmarkensammlung absolut erstklassig.

Elefantenneidgelbe Grüße,
Silly
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon

[) i r k
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Re: der lyriker als millionär

Beitragvon [) i r k » 11.09.2007, 21:47

Hallo Herr Lyriker.
ein glücklicher elefant an einer bushaltestelle
eine briefmarkensammlung die hofft
wiederangesehen zu werden

Das war auch meine Lieblingsstelle in dem Gedicht, wobei mir die Briefmarkensammlung noch einen Zacken besser gefallen hat.

Ach, ich revidiere meine Meinung gleich wieder: Der Anfang des Gedichtes ist noch viel besser. Der Anfang ist wahnsinnig schön. Selbst, wenn in dem Gedicht keine glücklichen Elefanten und hoffnungsvollen Briefmarken mehr auftauchen würden, wäre es schon allein wegen diesem Auftakt weltklasse.

Ich mag dieses Gedicht sehr. Es fühlt sich gut an.

MfG,
Dirk
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)

riemsche
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Re: der lyriker als millionär

Beitragvon riemsche » 16.09.2007, 03:53

liest sich nicht nur für scheidende lyrI+Du´s wahrlich gut, mr. hut :-)
/ verloren sind die augen nie / ist mir noch ein wenig suspekt. wie siehst du das?
gruss vom kasparov
„To hell with circumstances; I create opportunities.“ – Bruce Lee


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