Heimkehr II

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Poeta
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Heimkehr II

Beitragvon Poeta » 14.08.2007, 15:15

Immer wieder setze ich mutig
meine Mittelpunkte auf meine Umkreise
und ermögliche mir neue Ausblicke
auf neue Horizonte rundum mit neuen
waldbedeckten Höhen hinter Nebeltälern
und sonnendurchfluteten Fluren.

Aber ich setze den Zirkel selber
nur vorsichtig an, ohne Hybris.
Und schließlich landet auf einem
Umkreis wieder der altvertraute

Mittelpunkt.
medusenkind

Silentium
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Re: Heimkehr II

Beitragvon Silentium » 09.09.2007, 18:04

Hat schon was, die Kombi aus Geometrie und Geographie. Nicht schlecht, an und für sich.
Aber ich würd das 'mutig' streichen, und sei es nur, um den dezenten Ruch von Hybris, der von einem so prominent platzierten Adjektiv ausgeht, zu vermeiden. Und vielleicht hie und da ein wenig herumschnippeln, damit das Bild selbst, der Mittelpuntk am Umkreis, das an und für sich Aussage genug ist, nicht hinter den Beteuerungen derselben verschwindet. Das heißt, das Bild selbst reicht völlig, es braucht nicht auch noch die Erklärung "Hey, Mittelpunkt auf Umkreis, das heißt nämlich, dass ich weltoffen bin und mir neue Blickwinkel erobere."
Da gibts den schönen Spruch 'Der Leser erkennt die Absicht und ist verstimmt'.
Und das hat das ansonsten sehr hübsche Zirkelbild nun wirklicht nicht verdient.

Lieber Gruß,
S.
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon

Poeta
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Re: Heimkehr II

Beitragvon Poeta » 10.09.2007, 23:33

Dass nur ich weltoffen bin und mir neue Blickwinkel erobere -das meine ich mit dem Text nicht gesagt zu haben. Eher, wie vorsichtig ich dabei bin. Der Umkreis scheint mir eher etwas Einfangendes, Einkreisendes zu haben. Das 'ohne Hybris' darf ruhig als ironisch übertrieben betrachtet werden: "wenn man da überhaupt von Hybris reden kann, dann auf jeden Fall ohne!"
Ob das so rüberkommt, wird sicher auch von verschiedenem Betrachtungsstandpunkt aus unterschiedlich ausfallen.
medusenkind

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Re: Heimkehr II

Beitragvon [) i r k » 06.10.2007, 20:45

Hallo Poeta,

das ist ein schönes Gedicht zum Thema Seinen-Horizont-erweitern-resp-über-den-Tellerand-gucken und die angestrebte Vorsichtigkeit und das Wieder-am-Ausgangspunkt-angelangen kommt ebenfalls gut zum Ausdruck.

Das "ohne Hybris" kommt mir nicht ironisch vor, ironisch passt es nicht zu dem vorher Gesagten ("nur vorsichtig"). Aber Hybris ist selbst bei (oder gerade bei) viel Bedacht immer möglich, insofern finde ich das gar nicht als widersprüchlich.

Freut mich dieses Gedicht gelesen zu haben.

MfG,
[) i r k
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Re: Heimkehr II

Beitragvon Poeta » 09.10.2007, 18:19

Hallo Dirk,

Danke für das Hineinlesen.
Ich habe aber nicht gemeint, dass "ohne Hybris" ironisch sei, n u r die Übertreibung "ohne".

Freundliche Grüße
Poeta
medusenkind


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