wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

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wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon Glaukos » 10.11.2007, 19:43

Neun Aggregatszustände der Liebe:

1. Töten und Verschlingen.
2. Erobern und Jagen.
3. Kämpfen und Suchen.
4. Begehren und Umklammern.
5. Arbeiten und Essen.
6. Zeigen und Folgen.
7. Geben und Nehmen.
8. Schenken und Genießen.
9. Ausatmen und Einatmen.

riemsche
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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon riemsche » 10.11.2007, 21:59

liebe temperatur+druckabhäng auf die neun zu verdichten - du traust dich was :-)
den reziprok-bond-slogan in klammer hätts meiner meinung wegen mir dann zu melodramatischem abgang nicht gebraucht. das aus+einatmen reicht - vor allem, weil sich die frage stellt, was in der reihenfolge anfangs ausgeatmet wird ...
Lg vom kasparov
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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon vogel » 10.11.2007, 22:36

ich glaube, ich würde auch die letze zeile weglassen.
zumal sie ja in klammern steht.

hm, der punkt mit dem ausatmen, einatmen gefällt mir. es passt ins gesamt konzept.
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.

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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon Glaukos » 11.11.2007, 10:27

hallo ihr beiden; ja, die letzte zeile ist wohl entbehrlich.
das habe ich selbst so empfunden, darum stand sie in klammern.
ich habe sie herausgenommen.

merci, merci ...

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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon vogel » 11.11.2007, 10:55

dann sollten wir vll dem späteren leser sagen, dass die letzte Zeile (sterben und leben) war. (so rum?)

sag mal tolya, warum hast du eigentlich das mit den zahlen gemacht, also diese numerische aufzählung? weil das ja eine strikte reihenfolge aufgibt.. würde mich jetzt mal interessieren
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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon Glaukos » 11.11.2007, 11:21

vogel,

gut dass du es hier notiert hast ... so hat alles seine vollständigkeit.

die zahlen habe ich spontan davorgeschrieben.
wie wirkt das auf dich?

soll ich sie weglassen?

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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon Glaukos » 11.11.2007, 11:53

das aus+einatmen reicht - vor allem, weil sich die frage stellt, was in der reihenfolge anfangs ausgeatmet wird ...
Lg vom kasparov


eine weltentstehungsmythe der muslime handelt von elohim oder rahim (einer der vielen nebennamen gottes), der anfangs allein war auf der welt ... es gab nur ihn ... dieser gott hielt den atem an ... (woher er den atem hatte, weiß ich auch nicht ...) irgendwann, auch weil seine einsamkeit so groß geworden war, musste er seinem inneren drang nachgeben und ausatmen. im ausatmen entstand die welt (eine art urknall).

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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon vogel » 11.11.2007, 18:53

naja, eine numerische aufzählung lässt wenig spielraum. sie legt die reihenfolge der elemente fest in der sie abgehandelt werden. was ich besonders reizvoll finde, ist die tatsache, dass du mit etwas sehr starken (töten ) beginnst (1.postion) und dann immer ..einfühlsamer und zärtlicher wirst. also sehr sanft. das atmen (letze Position) ist zudem der volle gegenteil vom töten. der atmen ist lebenserhaltend und töten.. nun ja ;-)
zwischenzeitlich hatte ich auch die assoziation von männlich weiblich verhältnis. nur kann man dieses bild nicht unbedingt auf jedezeile anwengen: zeigen/folgen, geben/nehmen, etc. wobei ich diesen gedanken - so klein und versteckt er auch ist- auch sehr reizvoll finde. gerade weil er so oft gebrochen wird.

mir ist gerade aufgefallen, dass ich nie den titel gelesen habe. aggreatszustände.. und irgendwie gefällt er mir nicht recht. weil eig. verbinde ich damit die worte: flüssig, fest, gasförmig. gut.. kann man auch wieder auf das gedicht anwenden.. da kann es ja auch recht viele flüßigkeiten geben, in der liebe :-D aber.. hm..
wie auch immer. wenn ich das so lese verstärkt sich wirklich meine männlichweiblich these. am anfgang sehr heroische, kraftvolle, ja männliche worte und zum schluß sehr sanft, und weiblich. doch tolya, gefällt mir wirklich gut dein gedicht! :-)

übrigens das mit dem gott ist interessant. dass die welt aus dem ausatmen entstanden sei... übrigens: beim geben und nehmen ist das ja fast genauso. wenn ich dir was gebe, musst du erst nehmen um mir was zurück geben zu könnnen. es kommt immer darauf an aus welcher perspektive man es betrachtet... aber das aus und einatmen ist sehr eindeutig.

; )
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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon mög » 12.11.2007, 01:40

Aber ist geben/nehmen bzw. schenken/genießen nicht ein bisschen redundant?
Man müsste das System seiner Widersprüche finden, indem man ruhig wird. Wenn man die Gitterstäbe _sähe_, hätte man den Himmel dazwischen gewonnen. (Elias Canetti)

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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon Glaukos » 12.11.2007, 01:57

ich gebe dir die hand.
ich schenke dir ein buch.

ich nehme das blatt entgegen.
ich genieße den tag.



hmh, für mich sind das eigentlich schon erkennbare unterschiede ... danke für den hinweis, mög

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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon Glaukos » 12.11.2007, 02:00

eher suche ich noch eine zwischenstrophe zwischen 8. und 9.
das ist ein recht weiter "gap" ...

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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon mög » 13.11.2007, 09:16

Erkennbare Unterschiede? Im angebenen Kontext, ja. Zum Beispiel weil "jemandem die Hand geben" eine fixe Wendung ist. Das ist, glaub ich, auch nicht die Art von "Geben" die du für dieses Gedicht meinst.

Vergleich mal:
Ich gebe dir die Hand.
Ich gebe dir ein Buch.
Ich gebe dir Zeit.
Ich gebe dir das Wort.
Du gibst mir Selbstvertrauen.
Du gibst mir Hoffnung.
Du gibst mir Mut.

Natürlich werden bei schenken/genießen noch weitere Konnotationen betont (geben/nehmen bezeichnt _auch_ die nackte Notwendigkeit - "gib dem Kaiser was des Kaisers ist", schenken/genießen hat _mehr_ von Luxus), aber es stellt sich die Frage, ob dieser relativ geringfügige Bedeutungs- "Zuwachs" will ich eigentlich gar nicht sagen, weil geben/nehmen, schenken/genießen unter anderem enthält, so als Überbegriff - vielleicht eher "Bedeutungsfokus" eine zusätzliche Strophe in einem sehr kurzen, sehr auf Kompaktheit ausgerechnet Gedicht rechtfertigt.

Wobei, die Unterscheidung, welche meiner Bedürfnisse im Hinblick auf den Partner Luxus oder Notwendigkeit sind, ist grundsätzlich schon nicht uninteressant, aber möglicherweise nicht ganz Thema dieses Gedichtes, oder? Und möglicherweise ist diese Frage auch eher akademisch.

Ich mein halt nur, dass das Wort "geben" soviel kann, dass man das Wort "schenken" gar nicht unbedingt braucht.
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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon mög » 13.11.2007, 09:29

Findest du nicht auch, dass der Übergang von Geben/Nehmen auf Einatmen/Ausatmen besser ist, als ausgehend von Schenken/Genießen?

Weil die Dinge, die man in Beziehungen gibt und nimmt genauso notwendig sein können wie die Luft zum Atmen?

Wenn du geben/nehmen und schenken/genießen beide behalten willst, würde ich zumindest beide Strophen umstellen.
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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon riemsche » 13.11.2007, 10:19

eher suche ich noch eine zwischenstrophe zwischen 8. und 9.
das ist ein recht weiter "gap" ...


Unterliegen und Überraschen ????
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Re: wo ist hier die rubrik esoterisches gedicht? ;-)

Beitragvon Glaukos » 13.11.2007, 13:45

@kasparov,

ein schöner vorschlag, den ich überdenken möchte ... wie er sich hier einfügen könnte, wenn ich ihn einfügen wollte - und wo, an welcher stelle ...

@mög,
hallöchen erstmal. danke für die intensive auseinandersetzung.
für mich hat dieser text (ein gedicht ists eigentlich nicht für mich selbst) begonnen mit dieser zeile: schenken + genießen.

das schien mir das ziel der liebe zu sein.
aus ihm kamen die anderen zustände ... ich habe sie dann gruppiert, gewissermaßen in eine dramatische steigerungsform gebracht. töten und verschlingen ist für mich nicht unbedingt liebe, aber manchmal hat man in der liebe ein gefühl, dass das jetzt richtig wäre ... und man staunt über sich.

deshalb heißt es auch "aggregat" im titel ... ein aggregat hat mehrere alternative, nebeneinander existieren-könnende zustandsmöglichkeiten.

deine liebe im moment (z.b. zu deinem partner) hätte justamente vielleicht ein paar hervorstechende aggregatszustände, andere wären unwichtig. morgen sieht es anders aus.
ach, in 20 minuten vielleicht schon.

geben und schenken sind für mich doch sehr gut unterscheidbar.
wenn ich dir etwas gebe, dann ist es nicht sicher, ob es dir auch gehört. ob du frei darüber verfügen kannst.
wenn ich es schenke, gehört es dir.

das ist für mich schon grundlegend.

nehmen ist neutral, genießen ist sinnlich. auch hier sehe ich deutliche unterschiede.

das ausatmen und einatmen ... ich schreib da mal nichts dazu, was ich mir gedacht hab. *smile

liebe grüße + merci again,
tolya


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