Dann hilf mir bitte und schlag mir eine weniger öde Vermutung vor!
Ich bin ja willig, mir fehlt wohl einfach die Phantasie.
Wenn du einen magischen Grund finden kannst, warum Prokrustes in diesem Fall den Satz verstellt hast, bist du mein neuer Held und ich werde dir fortan huldigen.
Wenn du übrigens plausibel begründen kannst, was am Konventionsbruch im konkreten Fall besonders mutig sein soll (denn das impliziert ja deine Andeutung, dass die Einhaltung hier die Option für Ängstliche wäre), hast du auch schon meine Verehrung sicher. Ich dachte zwar, wir hätten dieses "Nur-Feiglinge-beachten-Konventionen/Konventionsbruch ist automatisch mutig"-Debatte bereits abgehakt, aber bitte. Ich bin immer bereit für eine neue Runde.
Ich bin doch so ein leicht zu beeindruckendes Geschöpf.
Oder nein, lassen wir es lieber.
Ich habe jetzt Spaßes halber die ganze Zeit so getan, als ob sich die Diskussion bei Prokrustes Gedicht lohnen würde. Dass die verstellte Syntax in diesen Fall keinen wesentlichen Unterschied macht, ist mir auch klar. (Ich glaube, es gibt Gedichte, bei denen das anders wäre. Gedichte, bei denen man jedes Wort auf die Goldwaage legen kann. Gedichte denen man auch mit Pedanterie nichts anhaben kann. Ich sage nicht, dass ich je sowas schreiben könnte. Aber ich glaube, dass es das gibt. Du nicht?)
Mittlerweile macht es mir aber auch keinen Spaß mehr. Pedantisch bin ich, wenn ich Lust habe, und das lasse ich mir auch nachsagen.
Faschistisch möchte ich aber nicht geheißen werden.
Schranket die Brechen!
Re: Schranket die Brechen!
Man müsste das System seiner Widersprüche finden, indem man ruhig wird. Wenn man die Gitterstäbe _sähe_, hätte man den Himmel dazwischen gewonnen. (Elias Canetti)
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Jack Swallow
- Sphinx
- Beiträge: 108
- Registriert: 18.11.2007, 14:15
Re: Schranket die Brechen!
@mög:
Du bist ein sehr gläubiger Mensch, muß ich schon sagen.
Na ja, kommt darauf an welchen Maßstab man anlegt. Dann kommt es darauf an, wer diesen Maßstab gesetzt hat und warum.
Und dann kommt es noch darauf an, ob ich diesen Maßstab überhaupt verwenden will.
Und desweiteren kommt es darauf an, warum ich jetzt diesen Maßstab verwenden will oder nicht.
Und ich glaube dann ist man an den Punkt angelangt, wo man Konventionen beginnt zu hinterfragen, oder oder oder nicht?
"Pendanterie" kann allem etwas anhaben...
Ist das nicht eine gut funktionierende technique um Gründe zum Rummosern zu finden als Ventil für was auch immer Hauptsache dort und nicht hier?
Konventionen sind doch Übereinkünfte zwischen Menschen über gewisse Zeiten hinweg. So wie andres schon angemerkt hat, ein Prozess (dynamische Statik, oder so). Nicht weniger aber auch nicht mehr. Von einer Art Religion ist es, bei mir zumindest, weit entfernt.
Oder will hier jemand behaupten, daß wir die Konventionen sind?
Wow... bei diesen Sätzen mußte ich spontan an die Nacktjogger denken...
Aber zurück zum Thema:
Was sind Konventionen? Was sind die Funktionen der Konventionen? Was ist die Hauptfunktion der Funktionen der Konventionen? Und was ist die Funktion der Hauptfunktion der Funktionen der Konventionen?
Eine Funktion der Konvention ist, behaupte ich mal, die Sicherheit zu gewährleisten um agieren zu können (dazu gehört das Verhalten zu anderen, das Blabla usw.)
Leute, die die Konventionen in Frage stellen, müssen ja schon ziemlich mutige Leute sein, oder nicht? Ob dieser "Mut" jetzt gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt)
In manchen Ländern buddelt man solche Leute bis zum Hals in die Erde und wirft solange Steine auf sie, bis man mal trifft... Nur so als Beispiel...
Ach ja, "Konventionsbrüche sollte man nur jenen zugestehen, die sie auch zu nützen wissen".
Deine Vermutung bezüglich Prokruste ist öde, weil sie öde ist. Ja, war eine zirkuläre Erklärung. Hab ja aber auch einen runden Kopf.
Was sollen diese Vermutungen eigentlich bringen.
Ich glaube es nicht. Beweise es mir und ich glaub's immer noch nicht. Ist menschlich und auf "Mensch" reimt sich ja bekanntlich nur semantischer Unsinn.
"Konvention" reimt sich mit Sicherheit nicht darauf.
Aspektfaschisten sind wir alle mal mehr oder weniger, je nach Wetterlage...(war nicht persönlich gemeint, eher unpersönlich...)
Mich würde in diesem Zusammenhang eher interessieren, warum "die Großen" groß geworden sind. Vielleicht würde diese Fragestellung auch die Frage nach den Konventionsbrüchen ein wenig erhellen.
PS: Leute, die sich leicht beeindrucken lassen, sind gut für's Ego. Aber das weißt du ja schon sicher...
Du bist ein sehr gläubiger Mensch, muß ich schon sagen.
(Ich glaube, es gibt Gedichte, bei denen das anders wäre. Gedichte, bei denen man jedes Wort auf die Goldwaage legen kann. Gedichte denen man auch mit Pedanterie nichts anhaben kann. Ich sage nicht, dass ich je sowas schreiben könnte. Aber ich glaube, dass es das gibt. Du nicht?)
Na ja, kommt darauf an welchen Maßstab man anlegt. Dann kommt es darauf an, wer diesen Maßstab gesetzt hat und warum.
Und dann kommt es noch darauf an, ob ich diesen Maßstab überhaupt verwenden will.
Und desweiteren kommt es darauf an, warum ich jetzt diesen Maßstab verwenden will oder nicht.
Und ich glaube dann ist man an den Punkt angelangt, wo man Konventionen beginnt zu hinterfragen, oder oder oder nicht?
"Pendanterie" kann allem etwas anhaben...
Ist das nicht eine gut funktionierende technique um Gründe zum Rummosern zu finden als Ventil für was auch immer Hauptsache dort und nicht hier?
Konventionen sind doch Übereinkünfte zwischen Menschen über gewisse Zeiten hinweg. So wie andres schon angemerkt hat, ein Prozess (dynamische Statik, oder so). Nicht weniger aber auch nicht mehr. Von einer Art Religion ist es, bei mir zumindest, weit entfernt.
Oder will hier jemand behaupten, daß wir die Konventionen sind?
Also ja, Konventionsbrüche sollte man nur jenen zugestehen, die sie auch zu nützen wissen, um uns damit etwas aufzuzeigen. Man kann diese Leute auch gern "die Großen" nenen - weil sie das schaffen nicht weil sie in irgendeinem Kanon vertreten sind.
Wow... bei diesen Sätzen mußte ich spontan an die Nacktjogger denken...
Aber zurück zum Thema:
Was sind Konventionen? Was sind die Funktionen der Konventionen? Was ist die Hauptfunktion der Funktionen der Konventionen? Und was ist die Funktion der Hauptfunktion der Funktionen der Konventionen?
Eine Funktion der Konvention ist, behaupte ich mal, die Sicherheit zu gewährleisten um agieren zu können (dazu gehört das Verhalten zu anderen, das Blabla usw.)
Leute, die die Konventionen in Frage stellen, müssen ja schon ziemlich mutige Leute sein, oder nicht? Ob dieser "Mut" jetzt gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt)
In manchen Ländern buddelt man solche Leute bis zum Hals in die Erde und wirft solange Steine auf sie, bis man mal trifft... Nur so als Beispiel...
Ach ja, "Konventionsbrüche sollte man nur jenen zugestehen, die sie auch zu nützen wissen".
Deine Vermutung bezüglich Prokruste ist öde, weil sie öde ist. Ja, war eine zirkuläre Erklärung. Hab ja aber auch einen runden Kopf.
Was sollen diese Vermutungen eigentlich bringen.
Ich glaube es nicht. Beweise es mir und ich glaub's immer noch nicht. Ist menschlich und auf "Mensch" reimt sich ja bekanntlich nur semantischer Unsinn.
"Konvention" reimt sich mit Sicherheit nicht darauf.
Aspektfaschisten sind wir alle mal mehr oder weniger, je nach Wetterlage...(war nicht persönlich gemeint, eher unpersönlich...)
Mich würde in diesem Zusammenhang eher interessieren, warum "die Großen" groß geworden sind. Vielleicht würde diese Fragestellung auch die Frage nach den Konventionsbrüchen ein wenig erhellen.
PS: Leute, die sich leicht beeindrucken lassen, sind gut für's Ego. Aber das weißt du ja schon sicher...
"Dem schauenden Auge das Wort lassen" (Edmund Husserl)
Re: Schranket die Brechen!
Leute, die die Konventionen in Frage stellen, müssen ja schon ziemlich mutige Leute sein, oder nicht? Ob dieser "Mut" jetzt gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt)
Das In-Frage-Stellen einen Konvention geht aber nur im Zusammenhang einer bewusste Auseinandersetzung mit dieser Konvention. "Da ist eine Konvention. Ich breche sie" ist in diesem Fall etwas mager. Wo sind da die Fragen? (Fragen wären zum Beispiel: Was bewikt die Konvention? Wozu braucht man sie? Was bewirkt mein Konventionsbruch?). Das Gedicht vermittelt nicht ein Eindruck dass eine solche Auseinandersetzung stattgefunden hat.
Wenn man unbewusst eine Konvention bricht, ist das zwar nicht mutig, kann aber andere interessante Effekte haben. Hat es aber in diesem Fall in meinen Augen nicht.(Ich warte immer noch auf einen, der mir erklärt, was an diesem Konventionsbruch interessant sein soll).
Abgesehen davon ist die Syntax in Gedichten eine Konvention, die schon so oft gebrochen wurde, dass der Konventionsbruch um des Konventionsbruch willen wirklich keinen besonderen Reiz mehr hat, oder? Mein eigenen empirischen Erhebungen zufolge sind Gedichte mit unüblicher Syntax ja üblicher als Gedicht mit üblicher Syntax. (Was von mir bei anderen Gedichten auch seltener beklagt wird, weil ja die unübliche Syntax in den meisten Fällen über den reinen "Konventionsbruch" hinausgehend etwas zur Bedeutungsaufladung beiträgt).
"Konventionsbruch um des Konventionsbruchs willen" funktioniert schon. Aber nur wenn man vorn dabei ist.
(Und das Argument "Ja, wenn sowas aber solch einen Sturm der Entrüstung nach sich zieht, dann muss es doch wohl mutig sein, das in Kauf zu nehmen" zieht schon mal gar nicht, nur für den Fall, dass das jetzt als Nächstes käme. Mein Sturm der Entrüstung ist abnormal, damit musste nicht gerechnet werden. Er bezieht sich auch ganz und gar nicht auf den Konventionsbruch selbst, sondern nur auf den Versuch, ihn als mutig zu verkaufen.)
Ich bin dann also offenbar doch noch nicht ganz so schnell beeindruckt.
Dass ich allerdings hier einen völlig falschen Maßstab erwischt habe, habe ich bereits zugegeben. Und dass es nur einen einzigen Maßstab gäbe, habe ich auch nie behauptet.
Und ja, deine Zitate demonstrieren meinen Hang zur Polemik. Meine Umgangsformen könnten tatsächlich etwas Politur vertragen.
Und jetzt freuts mich nicht mehr.
Man müsste das System seiner Widersprüche finden, indem man ruhig wird. Wenn man die Gitterstäbe _sähe_, hätte man den Himmel dazwischen gewonnen. (Elias Canetti)
Re: Schranket die Brechen!
Mög, tut mir leid, ich muss jetzt auch mal ein bisschen Weihrauch in deine Richtung pusten und folgendes zu Protokoll geben: Ich bewundere deinen Langmut.

"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
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