Nach Nirgendwo
Re: Nach Nirgendwo
Der Polizist in Kafkas "Gibs auf" wird interessanterweise Schutzmann genannt ,könnte somit auch die Gesellschaft repräsentieren. Das desillusionierte Individuum sucht Halt/Orientierung, muss aber lernen, dass die Gesellschaft das nicht leisten will/kann.
werden.
Re: Nach Nirgendwo
ja, so in etwa wie du es beschreibst mit dem zen-paradoxa ... der polizist oder schutzmann ist ja auch eine art WISSENDER, möchte man meinen; zumindest ein ortskundiger ... einer, der weiß oder wissen müsste, wo es lang geht ...
was die realität oder das mysteriöse angeht ... ich denke, wir leben alle in dieser einen realität, aber wir sehen halt nur unsere perspektive, einen teil von der wirklichkeit ... deshalb erscheint vieles mitunter unheimlich - weil wir nicht genug checken.
google meint: man hat nie genug informationen.
hal9000 meinte: i am sorry, dave, i don´t have enough information.
das ist für mich der punkt: wir wissen nicht genug, werden nie genug wissen, darum werden wir auch immer rätseln müssen über irgendwas; und dann auch gerne mal heulen vor elend. ist aber nichts magisches oder unheimliches, nur ... eine grenze der eigenen wahrnehmungsfähigkeit.
aus dieser beschränktheit kann dann angst erwachsen (böse verschwörerische mächte, satan, außerirdische) oder aber hingabe an etwas höheres (die inspiration, gott, die GELIEBTE MAID etc.)
na ja, so in etwa, ein wenig lustlos hingeworfen ... <- diese worte.
i am sorry, jack, i don´t have enough information
was die realität oder das mysteriöse angeht ... ich denke, wir leben alle in dieser einen realität, aber wir sehen halt nur unsere perspektive, einen teil von der wirklichkeit ... deshalb erscheint vieles mitunter unheimlich - weil wir nicht genug checken.
google meint: man hat nie genug informationen.
hal9000 meinte: i am sorry, dave, i don´t have enough information.
das ist für mich der punkt: wir wissen nicht genug, werden nie genug wissen, darum werden wir auch immer rätseln müssen über irgendwas; und dann auch gerne mal heulen vor elend. ist aber nichts magisches oder unheimliches, nur ... eine grenze der eigenen wahrnehmungsfähigkeit.
aus dieser beschränktheit kann dann angst erwachsen (böse verschwörerische mächte, satan, außerirdische) oder aber hingabe an etwas höheres (die inspiration, gott, die GELIEBTE MAID etc.)
na ja, so in etwa, ein wenig lustlos hingeworfen ... <- diese worte.
i am sorry, jack, i don´t have enough information
-
Jack Swallow
- Sphinx
- Beiträge: 108
- Registriert: 18.11.2007, 14:15
Re: Nach Nirgendwo
Ein wenig lustlos in der durch die Gewohnheit entstandenen Ödnis unseres angestaubten Sinnhorizontes? Versteh ich...
Wissen, das Verwalten von Wissen, das Knüpfen von Sinnzusammenhängen, die Sinnfestlegungshoheit, die unseren Sinnhorizont festsetzt. Wo hat die Weisheit des Einzelnen da noch ihren Platz?
Von welcher Art ist diese Weisheit, umgeben von so viel Wissen?
Was macht den Künstler aus zwischen so vielen Farben und Pinseln und Leinwänden?
Wo ist der Poet zwischen so vielen Worten, die mit ihren vielen Bedeutungen eins geworden zu sein scheinen? Ist er verloren?
Zurück zu den Ursprüngen,
Wirken? Wirken lassen? Aktive Passivität?
Ratio auf Sparflamme... die Maschinerie summt, und die Wiese lacht...
Die Intuition scheint irgendwo dazwischen. Zwischen dem Summen und dem Lachen. Ist die Intuition ganzkörperliches Denken, in dem der Willen seinen rechtmäßigen, bescheidenen Platz zugewiesen bekommen hat? Ist diese Intuition der Ausweg aus der Überforderung mit so viel Wissen?
Wie sagte ein Philosoph: "Ich weiß, daß ich nichts weiß"... war nicht das der Anfang der Weisheit? War das nicht eine intuitive Erkenntnis?
"Ich weiß, daß ich nichts weiß"... habe ich Angst?
"Hänschen Klein ging allein in die weite Welt hinein, Stock uuunnnd HHUUUTTTTTT, steeeeehhhttt ihhhhhmmmmmmm gggguuuuuttttt......." (HAL)
Wissen, das Verwalten von Wissen, das Knüpfen von Sinnzusammenhängen, die Sinnfestlegungshoheit, die unseren Sinnhorizont festsetzt. Wo hat die Weisheit des Einzelnen da noch ihren Platz?
Von welcher Art ist diese Weisheit, umgeben von so viel Wissen?
Was macht den Künstler aus zwischen so vielen Farben und Pinseln und Leinwänden?
Wo ist der Poet zwischen so vielen Worten, die mit ihren vielen Bedeutungen eins geworden zu sein scheinen? Ist er verloren?
Zurück zu den Ursprüngen,
Wirken? Wirken lassen? Aktive Passivität?
Ratio auf Sparflamme... die Maschinerie summt, und die Wiese lacht...
Die Intuition scheint irgendwo dazwischen. Zwischen dem Summen und dem Lachen. Ist die Intuition ganzkörperliches Denken, in dem der Willen seinen rechtmäßigen, bescheidenen Platz zugewiesen bekommen hat? Ist diese Intuition der Ausweg aus der Überforderung mit so viel Wissen?
Wie sagte ein Philosoph: "Ich weiß, daß ich nichts weiß"... war nicht das der Anfang der Weisheit? War das nicht eine intuitive Erkenntnis?
"Ich weiß, daß ich nichts weiß"... habe ich Angst?
"Hänschen Klein ging allein in die weite Welt hinein, Stock uuunnnd HHUUUTTTTTT, steeeeehhhttt ihhhhhmmmmmmm gggguuuuuttttt......." (HAL)
"Dem schauenden Auge das Wort lassen" (Edmund Husserl)
Re: Nach Nirgendwo
im original singt er was anderes ... weiß aber gerade nicht, was ... irgendwas mit blümchen, glaub ich ... halt, genau. DAISY, DAISY ... irgendwas mit daisies, welche ja, wenn ich nicht irre, blumen sind ... oder entendamen in comics ...
well.
intuition also als auswög - äh - ausweg?
bist du eingeklemmt zwischen zu viel schonvorhandenem? klingt so.
ich war nur lustlos, weil ich lustlos war. gewissermaßen das SOMA, der LEIB, KÖRPER ... wenn der körper schlaff ist, ist manchmal der geist auch schlaff, zumindest bei mir ...
"ich weiß, dass ich nichts weiß ..."
ich hab das auch endlich kapiert, aber gewiss nicht aus intuition. sondern aus viel viel viel viel viel viel grübelei. bis alle teile dann endlich zusammenstimmten ... also das gegenteil von dem berühmten hofmannsthalschen pilz, wenn der dir was sagt:
sinngemäß:
"und alles schien zu zerfallen in teile ..."
wie ein pilz im mund, glaube ich, beim essen, ach, eben der hofmannsthalsche pilz, google spuckt ihn bestimmt aus ... ich bin jetzt zu faul und mein soma erneut zu lustlos ...
- to come back: es kann auch anders sein, nichts zerfällt sondern alles bildet sich zu einem ganzen, wird BILD, GESTALT, GANZES, und in dem moment wusste ich, dass ich nichts wusste. nicht intuitiv.
intuitiv ist für mich eh immer ohne worte. da gibts kein "ich weiß, dass ich nichts weiß". höchstens ein malewitschig weißes bildquadrat ... oder ein DADA-wort ...
nichts gegen intuition, aber sie lässt sich - echtma! - schwer denken
well.
intuition also als auswög - äh - ausweg?
bist du eingeklemmt zwischen zu viel schonvorhandenem? klingt so.
ich war nur lustlos, weil ich lustlos war. gewissermaßen das SOMA, der LEIB, KÖRPER ... wenn der körper schlaff ist, ist manchmal der geist auch schlaff, zumindest bei mir ...
"ich weiß, dass ich nichts weiß ..."
ich hab das auch endlich kapiert, aber gewiss nicht aus intuition. sondern aus viel viel viel viel viel viel grübelei. bis alle teile dann endlich zusammenstimmten ... also das gegenteil von dem berühmten hofmannsthalschen pilz, wenn der dir was sagt:
sinngemäß:
"und alles schien zu zerfallen in teile ..."
wie ein pilz im mund, glaube ich, beim essen, ach, eben der hofmannsthalsche pilz, google spuckt ihn bestimmt aus ... ich bin jetzt zu faul und mein soma erneut zu lustlos ...
- to come back: es kann auch anders sein, nichts zerfällt sondern alles bildet sich zu einem ganzen, wird BILD, GESTALT, GANZES, und in dem moment wusste ich, dass ich nichts wusste. nicht intuitiv.
intuitiv ist für mich eh immer ohne worte. da gibts kein "ich weiß, dass ich nichts weiß". höchstens ein malewitschig weißes bildquadrat ... oder ein DADA-wort ...
nichts gegen intuition, aber sie lässt sich - echtma! - schwer denken
-
Jack Swallow
- Sphinx
- Beiträge: 108
- Registriert: 18.11.2007, 14:15
Re: Nach Nirgendwo
Wir sind auf dem besten Weg nach Nirgendwo...
Entschuldige mein Fernbleiben, aber gelegentlich kommen auch andere Dinge in den Weg...
"Eingeklemmt zwischen zuviel schon vorhandenem" hmm, ja, gelegentlich fühlt sich mein Gehirn schon so ähnlich an, im Schädel...
Waren es die Begriffe oder Worte, die Hofmannsthal gemeint hat? Die im Munde zerfallen und modrig schmecken, soll aber auch Pilze geben, die das Bewußtsein erweitern...
Zur Intuition und Grübelei...
Grübelei hat was mit Eier ausbrüten zu tun, schätze ich mal (ich hoffe, das diese Metapher nicht zu forsch gewählt ist).
Die Grübelei bedient sich, wie du schon angedeutet hast, eher lustlos der Logik um den Weg nach Nirgendwo zu finden, oder so, oder so ähnlich, oder auch nicht...
Wer weiß? "Wissen", (so wie es die meisten verstehen), ist das nicht im Grunde eine funktional kohärente Verknüpfung von Vorurteilen?
Na ja, was können wir wissen. Eine alte Frage. Das "Wir" weiß mehr als das "Ich". Das "Du" ist immer älter als das "Ich". Das Selbstbewußtsein, also das sich selbst zu Objekt machen können, können wir nur durch andere erlernen. Índem sie uns oft genug "Du" nennen...
Was kann "ich" wissen, was "wir" nicht schon wissen, "Du"...?
Meine Frage wäre, ob nicht "Wissen" im Sinne von Weisheit, nicht auch schon ein wenig von "uns" weiß.
Ähm, immer noch auf dem Weg nach Nirgendwo, bitte nicht vergessen...
Beispiele gibt es ja genug. Träume, Halluzinationen, Meditationen, "Erleuchtung", Geisteskrankheiten, in denen, nicht von uns willentlich gesteuert, für unsere Realität sinnlose oder sinnvolle neue Zusammenhänge entstehen, wohlgemerkt, nicht willentlich, nicht gegrübeleit...
Wenn wir nun mehr als die Summe unserer Teile wären und wir uns nur unserer Teile bewußt wären, so wären wir, (wäre, wäre), na was, beschränkt natürlich, was wir im Grunde auch sind. (Entschuldige mich für diesen Satz, erfordert Geduld).
Hier kommt die Intuition ins Spiel, wenig erforscht, interessantes Material.
Ich denke, daß Kafkas Texte diesen Bereich betreffen und am besten mit dem Bauch, wo die Furcht wohnt, zu verstehen sind.
Ach, noch ne kleine Geschichte...
Ein gewisser Friedrich August Kekule war mal vor langer Zeit auf der Suche nach dem Benzolring, nun, er hat's geträumt und heute wissen wir davon (Serendipity)
Intuition als DADA Wort, paßt, finde ich, sehr gut. Die Frage ist nur, ob diese Dada als dortdort zu verstehen ist, oder interpretiert werden muß...
Schönes Weihnachtsfest wünsche ich dir
Grüße
Entschuldige mein Fernbleiben, aber gelegentlich kommen auch andere Dinge in den Weg...
"Eingeklemmt zwischen zuviel schon vorhandenem" hmm, ja, gelegentlich fühlt sich mein Gehirn schon so ähnlich an, im Schädel...
Waren es die Begriffe oder Worte, die Hofmannsthal gemeint hat? Die im Munde zerfallen und modrig schmecken, soll aber auch Pilze geben, die das Bewußtsein erweitern...
Zur Intuition und Grübelei...
Grübelei hat was mit Eier ausbrüten zu tun, schätze ich mal (ich hoffe, das diese Metapher nicht zu forsch gewählt ist).
Die Grübelei bedient sich, wie du schon angedeutet hast, eher lustlos der Logik um den Weg nach Nirgendwo zu finden, oder so, oder so ähnlich, oder auch nicht...
Wer weiß? "Wissen", (so wie es die meisten verstehen), ist das nicht im Grunde eine funktional kohärente Verknüpfung von Vorurteilen?
Na ja, was können wir wissen. Eine alte Frage. Das "Wir" weiß mehr als das "Ich". Das "Du" ist immer älter als das "Ich". Das Selbstbewußtsein, also das sich selbst zu Objekt machen können, können wir nur durch andere erlernen. Índem sie uns oft genug "Du" nennen...
Was kann "ich" wissen, was "wir" nicht schon wissen, "Du"...?
Meine Frage wäre, ob nicht "Wissen" im Sinne von Weisheit, nicht auch schon ein wenig von "uns" weiß.
Ähm, immer noch auf dem Weg nach Nirgendwo, bitte nicht vergessen...
Beispiele gibt es ja genug. Träume, Halluzinationen, Meditationen, "Erleuchtung", Geisteskrankheiten, in denen, nicht von uns willentlich gesteuert, für unsere Realität sinnlose oder sinnvolle neue Zusammenhänge entstehen, wohlgemerkt, nicht willentlich, nicht gegrübeleit...
Wenn wir nun mehr als die Summe unserer Teile wären und wir uns nur unserer Teile bewußt wären, so wären wir, (wäre, wäre), na was, beschränkt natürlich, was wir im Grunde auch sind. (Entschuldige mich für diesen Satz, erfordert Geduld).
Hier kommt die Intuition ins Spiel, wenig erforscht, interessantes Material.
Ich denke, daß Kafkas Texte diesen Bereich betreffen und am besten mit dem Bauch, wo die Furcht wohnt, zu verstehen sind.
Ach, noch ne kleine Geschichte...
Ein gewisser Friedrich August Kekule war mal vor langer Zeit auf der Suche nach dem Benzolring, nun, er hat's geträumt und heute wissen wir davon (Serendipity)
Intuition als DADA Wort, paßt, finde ich, sehr gut. Die Frage ist nur, ob diese Dada als dortdort zu verstehen ist, oder interpretiert werden muß...
Schönes Weihnachtsfest wünsche ich dir
Grüße
"Dem schauenden Auge das Wort lassen" (Edmund Husserl)
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