The Movement of Leaves

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
mög
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The Movement of Leaves

Beitragvon mög » 27.01.2008, 13:50

There was something strange about the leaves
Something deliberate in their movements
As if they were up to something.

- . -

Leaves. What are they rushing for? Chasing
Some goal we have no way of knowing.
Rushing - chasing - gathering -
Preparing
For an Uproar in the society of leaves. Forming
A movement of leaves from last fall. Claiming
The street - the entire street for the leaves! -
Deserted by everyone else
As streets are on Sunday mornings
When all but the leaves are asleep.

We who sleep, rest and recover
From attempted escapes, flights of fancy
That never take us too far.

For we always know, where we'll end up.
In some bed, on some Sunday, hung-over.
(Yes, some Saturdays may last for ages.
But Mondays are certain to come.)

Yet while we sleep, while we rest and recover
Each leaf is ready to go
With him who brings different air,
Joining the movement of leaves,
making way for a change.

The leaves sense it coming.
Do we?
Man müsste das System seiner Widersprüche finden, indem man ruhig wird. Wenn man die Gitterstäbe _sähe_, hätte man den Himmel dazwischen gewonnen. (Elias Canetti)

[) i r k
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Re: The Movement of Leaves

Beitragvon [) i r k » 26.02.2008, 20:43

Hallo mög,

mein furchtbares Denglisch wird kaum ausreichen, deinen Text angemessen zu würdigen.

Ich habe eine ganze Weile darüber nachgedacht, was mich an dem Text stört, aber desto öfter ich ihn lese, desto besser gefällt er mir. Er besitzt einen gewissen Spannungsbogen, welcher die "Bewegung der Blätter" zu etwas Lebendigem, etwas Ernstem und Rätselhaftem macht.

Während das Bewusstsein sich in sonntäglichem Schlaf-Trägheits-Traum verliert, ist da eine Bewegung, die Bewegung und das Fallen von Laub. Diese Bewegung, diese Veränderung bleibt (von Menschenaugen) ungesehen und hat doch - wie es die Gegenüberstellung in deinem Text "inszeniert" - eine Bedeutung.

Auf der ersten Ebene scheint mir die Dramaturgie dieses Gedankens einfach zu sein: Die Welt steht Kopf. Die Natur wird personifiziert und der Mensch wird zu etwas Ahnungslosem "naturalisiert". Ich weiß noch nicht genau warum, aber für mich funktioniert das in deinem Gedicht.

Mir gefällt vielleicht gerade das Paradoxe daran, das Verwirrende an dieser "Verdrehung". Denn es ist ja das Bewusstsein eines Erzählers, das hier nach einer Bedeutung hinter dem "Rauschen im Blätterwald" sucht und dem Leser vor Augen führt, wie "sinnvoll" das Fallen des Laubes sein kann. Der Erzähler behauptet: Niemand sieht es und er lügt, denn er ist es, der es trotz sonntäglicher Breitseite sieht und beschreibt. Die Beschreibung führt sich also selbst ad absurdum, denn da ist jemand, der die Bewegung der Blätter beobachtet und sich fragt, was das soll. Und die Blicke des Lesers folgen dem Erzähler.

Die Personifikation schreitet voran und am Ende sehe ich beinah schon die Hand...
With him who brings different air

... die alles in Bewegung setzt, verändert, ordnet. Etwa einen Notos oder einen Euros, einen Wind, der so greifbar ist, dass er einen Namen hat. Etwas Scheinbares, etwas Wiederkehrendes, hinter dem man ein Wirkendes vermuten kann. Ein Mond, der Augen bekommt. Einen Fluss, der aus den Haaren eines Gottes entspringt. Einen Baum, dessen Rauschen zu mir zu sprechen scheint.

Solche Personifikationen sind alt - und doch gefällt es mir, wie das in deinem Gedicht seine Wirkung entfaltet. Die Personifikation, die Gegenüberstellung, der Bedeutungsraum dazwischen, die Metaebene.

Kleine formale Kritik am Schluss (und eigentlich weißt du schon, was jetzt kommt): An einigen Stellen zu deutlich! Die dreifache Wiederholung von Verben...
Rushing - chasing - gathering -

... und besonders diese Wiederholung...
We who sleep, rest and recover

Yet while we sleep, while we rest and recover

... ist mir ein bisschen zu dick. Wortwahl und Stil kann ich allerdings nicht beurteilen. Da müssen dann die Native Speaker ran.

Danke, dass ich das lesen durfte.

Lieben Gruß,
[) i r k
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)

[) i r k
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Re: The Movement of Leaves

Beitragvon [) i r k » 03.03.2008, 23:51

Ich entschuldige mich für diese Kritik; sie kommt mir gerade ziemlich doof vor. Ich bin nicht mehr so in Übung, fürchte ich.
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)

mög
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Re: The Movement of Leaves

Beitragvon mög » 04.03.2008, 17:16

Nein, ich entschuldige mich, dass ich noch nicht reagiert habe, ich bin im momentan etwas im Stress.

Deine Kritikpunkte sind doch valide - ich bin doch immer viel zu deutlich.

Zu Wortwahl und Stil kann man man vermutlich auch gar nicht so viel sagen, dazu hab ich mir vermutlich auch zu wenig überlegt.
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