ich öffne das fenster
es ist stickig im auto
ich will auf einem sonnestrahl
davonreiten
aber es ist nacht
wir fahren diese kurven
am meer entlang
soeben standen wir noch oben
in dem bergdörfchen
und blickten auf juwelen
ich meinte
das ist ein diamant
direkt da unten
für uns geparkt
er schätzt nicht meinen
sinn für lyirsche sätze
ich schließe das fenster
und denke ich habe
eine stunde für das gedicht
ich öffne das fenster
und werfe meinen
nikotinkaugummi
hinaus
er betätigt die lüftung
meine ungesagten worte
kleben an der scheibe
der mond hängt
gescheitelt
an der windschutzscheibe
der diamant
ist nicht an meinem finger
er spielt
das duett von
zucchero und b.b. king
hey man
das zehnte mal
in die nacht hinein
von diamanten und zucker
-
Herbert Eiter
- Orpheus
- Beiträge: 267
- Registriert: 04.01.2004, 19:30
Re: von diamanten und zucker
Das ist ein schönes Gedicht, es wirkt einerseits so unfertig und bruchstückhaft - und andererseits spiegelt das irgendwie genau die beschriebene Stimmung. Ich fühle mich an warme Tage, an Urlaub, an Wochenenden erinnert - an denen alles perfekt sein könnte und doch eine unerklärliche Gereiztheit in der Luft liegt.
and all the lousy little poets coming round ...
Re: von diamanten und zucker
das hast du aber schön auf den punkt gebracht. 
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