Abendstund hat Stahl im Mund
Als Mann mit schweren Vater-Sorgen,
geh ich zum Tagwerk jeden Morgen,
Hab vierzehn Kinder nun in Summe,
drum denk ich oft ich wär der Dumme.
Mein nächster Chef in diesem Job,
sekkiert mich oft und ziemlich grob.
Am Abend bin meist geschunden,
von all den vielen Überstunden.
Unlängst da ließ ich mich erwischen,
musste noch Blut vom Boden wischen.
Bei täglich tausend toten Ferkeln,
muss man die Kacheln ganz schön werkeln.
So gern ich diese Viecher kille,
ist doch am Abend matt mein Wille.
Drum wollt ich diesmal protestieren,
doch ist mein Stottern zum Genieren.
Ich deute ihm: „komm in die Ecke!“,
der Kerl ist ein mordsdrum Recke.
Dem wär ich so niemals gewachsen,
bin nur einsvierzig, Kopf bis Haxen.
Der Raudi grinst, nimmt mich beim Kragen,
ich lass mich gern zur Ecke tragen
dort lach ich leise wie zum Scherz,
und schieß den Saubolz’ in sein Herz.
Abendstund hat Stahl im Mund
Re: Abendstund hat Stahl im Mund
Ich weiß nicht, aber irgendwie sind deine Gedichte alle gleich: Am Ende stirbt einer (oder mehrere).
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
Re: Abendstund hat Stahl im Mund
unter dem syndrom litten meine erzählungen auch einige zeit. vermutlich enttarnt sich damit der romantiker ... nur in sichtweite des extremfalls lässt sich das banale des alltags einigermaßen ertragen.
ralf, schreib doch mal ein gedicht für mich: die ode an einen toaster.
das meine ich jetzt ernst
ralf, schreib doch mal ein gedicht für mich: die ode an einen toaster.
das meine ich jetzt ernst

Re: Abendstund hat Stahl im Mund
aha - wie arg!
na ja es sterben in meinen texten eher weniger menschen als tagtäglich durch das mörderische oder fahrlässige verschulden anderer.
gerne lieba GLAUkerl hier die
ODE AN DEN TOASTER
Ich strecke meine steifen Glieder
und singe leichte Morgen-Lieder.
Der Hunger nagt in meinem Magen,
das werd ich kaum sehr lang ertragen.
Ich greife in den Liebherr, ach -
was seh ich da im Nullgrad-Fach?
Es ist dein rechter Zeigefinger.
Nur roh mag ich sie nicht, die Dinger.
Ich habe dich fast aufgefressen,
doch so ein Finger unterdessen,
schmeckt wirklich besser auf dem Roaster,
nur heut' mit Weißbrot: in den Toaster.
na ja es sterben in meinen texten eher weniger menschen als tagtäglich durch das mörderische oder fahrlässige verschulden anderer.
gerne lieba GLAUkerl hier die
ODE AN DEN TOASTER
Ich strecke meine steifen Glieder
und singe leichte Morgen-Lieder.
Der Hunger nagt in meinem Magen,
das werd ich kaum sehr lang ertragen.
Ich greife in den Liebherr, ach -
was seh ich da im Nullgrad-Fach?
Es ist dein rechter Zeigefinger.
Nur roh mag ich sie nicht, die Dinger.
Ich habe dich fast aufgefressen,
doch so ein Finger unterdessen,
schmeckt wirklich besser auf dem Roaster,
nur heut' mit Weißbrot: in den Toaster.
Re: Abendstund hat Stahl im Mund
danke, sehr amüsant ... 
hier DOCHt es im gedicht, es ist fast ein gedocht.
(immerhin ist der toaster nicht ermordet worden, ich hatte damit fest gerechnet ...)

hier DOCHt es im gedicht, es ist fast ein gedocht.
(immerhin ist der toaster nicht ermordet worden, ich hatte damit fest gerechnet ...)
Re: Abendstund hat Stahl im Mund
na j ich habs in zwei minuten direkt FÜR DICH reingetippt - also werd ich mia jezz time taken & ist correggten. hoffe du lafst ist.
Re: Abendstund hat Stahl im Mund
thanx 1000x!
vielleicht machen wir ja irgendwann mal ne toaster-anthologie ...?
(so schnell wie du hat vermutlich nur shakespeare gedichtet ... was jetzt natürlich nicht heißen soll, das olle shakespeare dir das wasser reichen könnte)(i hope you love him)
vielleicht machen wir ja irgendwann mal ne toaster-anthologie ...?

(so schnell wie du hat vermutlich nur shakespeare gedichtet ... was jetzt natürlich nicht heißen soll, das olle shakespeare dir das wasser reichen könnte)(i hope you love him)
Re: Abendstund hat Stahl im Mund
Hi ralf!
Also nicht, dass du mich falsch verstehst: Ich habe nichts gegen mordlüsterne Gedichte, aber ein bisschen Abwechslung in deiner Lyrik würde ich mir doch wünschen, zumal du handwerklich ziemlich geschickt bist, wie ich finde.
Nur, bevor ich ein Thread von dir aufrufe, weiß ich eben (derzeit!) schon, dass es am Ende eine Leiche gibt, und das ist eben in fortgesetzter Linie erst "not surprising", dann vorhersehbar und ab irgendeinem Punkt langweilig.
Die "Ode an den Toaster" ist übrigens lustig. Wirkt (auf mich) eine ganze Ecke lockerer als die "Abendstund".
Weiterhin frohes Schaffen wünscht,
[) i r k
ralf hat geschrieben:na ja es sterben in meinen texten eher weniger menschen als tagtäglich durch das mörderische oder fahrlässige verschulden anderer.
Also nicht, dass du mich falsch verstehst: Ich habe nichts gegen mordlüsterne Gedichte, aber ein bisschen Abwechslung in deiner Lyrik würde ich mir doch wünschen, zumal du handwerklich ziemlich geschickt bist, wie ich finde.
Nur, bevor ich ein Thread von dir aufrufe, weiß ich eben (derzeit!) schon, dass es am Ende eine Leiche gibt, und das ist eben in fortgesetzter Linie erst "not surprising", dann vorhersehbar und ab irgendeinem Punkt langweilig.
Die "Ode an den Toaster" ist übrigens lustig. Wirkt (auf mich) eine ganze Ecke lockerer als die "Abendstund".
Weiterhin frohes Schaffen wünscht,
[) i r k
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
Re: Abendstund hat Stahl im Mund
an sich bin kich imma lustig
-
Näherungsweise
- Thaleia
- Beiträge: 616
- Registriert: 13.11.2006, 21:23
- Wohnort: Golzheim
Re: Abendstund hat Stahl im Mund
ralf hat geschrieben:an sich bin kich imma lustig
"an sich" ist an sich bedeutungslos.
Besuch mich mal... in meinem kleinen Blog-Haus
Re: Abendstund hat Stahl im Mund
an sich ist eine begriffsbildung ralfelchens, der damit ein in ihm seiendes bezeichnet, welches unabhängig von der tatsache existiert, dass es durch ein subjekt wahrgenommen wird und somit für diesen zum objekt würde.
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