wir suchen doch alle das licht und die entfernung davon
wir suchen das gleichnis
wir bekennen
aus uns schöpfen wir unsere unruhe
wir lösen nichts aber wir treiben mit unseren sätzen den planeten an
stottern wie züge durch die foren
wir sind die besten
wir kraulen unsere hodensäcke(wir lassen unseren geschlechtsteilen freien lauf)
alles was wir beginnen wird bleiben
wir das sind die vor denen uns die nacht immer warnte
die trockenheit in der wir sitzen hat ein schweres gewicht
wir trinken die nacht aus und fallen in unsere eitelkeit
Der Forenschreiber
-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: Der Forenschreiber
Hallo DerBaum,
ich habe mittlerweile einige Texte von dir gelesen und muss sagen, du verstehst es häufig, sehr stimmungsvolle lyrische Prosa zu entwerfen (mein absoluter Favorit bislang ist der Text: "eine fällt aus einem roman").
Auch diesmal gelingt es dir meiner Meinung nach, einen Text im Fluss zu erschaffen, zu dem ich auch gar nicht mehr als ein paar Anmerkungen schreiben möchte (, der Rest steht für sich):
Sehr schön, diese Antiklimax der ersten drei Verse. Ich weiß, dass ich den Eingangsvers schon mal gehört hab, komme aber nicht drauf, von wem dieses Zitat stammt (- Google gibt auch nichts her, vielleicht kannst du mir helfen).
Dazu vielleicht noch ein Zitat von Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach:
Beim Folgenden bin ich mir nicht ganz sicher:
Ich glaube aber, es wäre besser, den Absatz komplett zu machen und den exponierten Stand der Interjektion aufzuheben. Der Absatz muss natürlich bleiben, um die Grenze von Wesens- zu Seinsbeschreibung, vom Antrieb zur Tätigkeit zu kennzeichnen.
Hier würde ich etwas kürzen, der zweite Vers gefällt mir nicht so gut. Alternativ dazu könnte man etweder schreiben, "wir kraulen unsere eier ...", oder (, was ich noch besser fände), "wir kraulen unsere geschlechtsteile / wir lassen ihnen freien lauf" (auch wenn mit beiden Vorschlägen die Konnotation "männlich und ohne Eier" verlorenginge).
Hier sehe ich den Textfluss ein wenig ins Stocken geraten und würde leicht kürzen, etwa: "fällt einem das anders ein / setzen wir unser eilfertiges ego ins posting"
Die letzen vier Verse finde ich wunderbar: Dieses Spiel mit der Nacht, dem vor sich selbst gewarnt werden, der Trockenheit, dem Austrinken der Warnungen ... und dann dieser Abschlussvers !
lg
hginsomnia
ich habe mittlerweile einige Texte von dir gelesen und muss sagen, du verstehst es häufig, sehr stimmungsvolle lyrische Prosa zu entwerfen (mein absoluter Favorit bislang ist der Text: "eine fällt aus einem roman").
Auch diesmal gelingt es dir meiner Meinung nach, einen Text im Fluss zu erschaffen, zu dem ich auch gar nicht mehr als ein paar Anmerkungen schreiben möchte (, der Rest steht für sich):
DerBaum hat geschrieben:wir suchen doch alle das licht und die entfernung davon
wir suchen das gleichnis
wir bekennen
Sehr schön, diese Antiklimax der ersten drei Verse. Ich weiß, dass ich den Eingangsvers schon mal gehört hab, komme aber nicht drauf, von wem dieses Zitat stammt (- Google gibt auch nichts her, vielleicht kannst du mir helfen).
Dazu vielleicht noch ein Zitat von Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach:
Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf – es kommt nur auf die Entfernung an
Beim Folgenden bin ich mir nicht ganz sicher:
DerBaum hat geschrieben:oh
wir sind wirklich die besten
Ich glaube aber, es wäre besser, den Absatz komplett zu machen und den exponierten Stand der Interjektion aufzuheben. Der Absatz muss natürlich bleiben, um die Grenze von Wesens- zu Seinsbeschreibung, vom Antrieb zur Tätigkeit zu kennzeichnen.
DerBaum hat geschrieben:wir kraulen unsere hodensäcke
wenn wir welche haben
wir lassen unseren geschlechtsteilen freien lauf
Hier würde ich etwas kürzen, der zweite Vers gefällt mir nicht so gut. Alternativ dazu könnte man etweder schreiben, "wir kraulen unsere eier ...", oder (, was ich noch besser fände), "wir kraulen unsere geschlechtsteile / wir lassen ihnen freien lauf" (auch wenn mit beiden Vorschlägen die Konnotation "männlich und ohne Eier" verlorenginge).
DerBaum hat geschrieben:wehe es fällt einem ein dass nicht so zu sehen
dann setzen wir unser eilfertiges ego in das posting
Hier sehe ich den Textfluss ein wenig ins Stocken geraten und würde leicht kürzen, etwa: "fällt einem das anders ein / setzen wir unser eilfertiges ego ins posting"
Die letzen vier Verse finde ich wunderbar: Dieses Spiel mit der Nacht, dem vor sich selbst gewarnt werden, der Trockenheit, dem Austrinken der Warnungen ... und dann dieser Abschlussvers !
lg
hginsomnia
Re: Der Forenschreiber
Die gute Frau hast Du aber erfunden oder?
ich ändere es mal oben....ach je...bevor ich
es vergesse
Danke schön
ich ändere es mal oben....ach je...bevor ich
es vergesse
Danke schön
-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: Der Forenschreiber
Hallo DerBaum,
gern geschehen.
Nein, die gute Frau gibt es tatsächlich
,
Wow, du hast ja jetzt wirklich radikaler geändert, als ich es beschrieben hatte. Einige Änderungen gefallen mir, einige nicht. Meiner Meinung nach MUSS der letzte Vers bleiben, den finde ich großartig.
Ich schicke dir jetzt nochmal deinen Text quasi als mein Wunschzettel:
"wir suchen doch alle das licht und die entfernung davon
wir suchen das gleichnis
wir bekennen
aus uns schöpfen wir unsere unruhe
wir lösen nichts aber wir treiben mit unseren sätzen den planeten an
stottern wie züge durch die foren
oh wir sind wirklich die besten
wir kraulen unsere geschlechtsteile
wir lassen ihnen freien lauf
alles was wir beginnen muss bleiben
wir dulden keinen widerstand
wir das sind die vor denen uns die nacht immer warnte
die trockenheit in der wir sitzen hat ein schweres gewicht
wir trinken die nacht aus und fallen zusammen
aus unseren kargen sätzen winkt die eitelkeit des versehens"
lg
hginsomnia
gern geschehen.
Nein, die gute Frau gibt es tatsächlich
,Wow, du hast ja jetzt wirklich radikaler geändert, als ich es beschrieben hatte. Einige Änderungen gefallen mir, einige nicht. Meiner Meinung nach MUSS der letzte Vers bleiben, den finde ich großartig.
Ich schicke dir jetzt nochmal deinen Text quasi als mein Wunschzettel:
"wir suchen doch alle das licht und die entfernung davon
wir suchen das gleichnis
wir bekennen
aus uns schöpfen wir unsere unruhe
wir lösen nichts aber wir treiben mit unseren sätzen den planeten an
stottern wie züge durch die foren
oh wir sind wirklich die besten
wir kraulen unsere geschlechtsteile
wir lassen ihnen freien lauf
alles was wir beginnen muss bleiben
wir dulden keinen widerstand
wir das sind die vor denen uns die nacht immer warnte
die trockenheit in der wir sitzen hat ein schweres gewicht
wir trinken die nacht aus und fallen zusammen
aus unseren kargen sätzen winkt die eitelkeit des versehens"
lg
hginsomnia
Re: Der Forenschreiber
wie treffend. 
ich kann das gut verstehen. und doch glaube ich, dass es viele forenschreiber gibt, die aus anderen motiven schreiben. nicht alles ist eitelkeit, nicht alles ist masturbation, nicht alles ist anerkennungs-opportunismus.
aber dein gedicht ist eine sehr gute gelegenheit, mal wieder die eigenen motive zu hinterfragen. als schreibender sollte man das sowieso regelmäßig tun: die eigenen prämissen und antriebe erforschen. die eigene originalität auf die probe stellen. den eigenen selbstzweifel befeuern. das ego-lego neu zusammensetzen.
und natürlich suchen wir alle das licht. irgendein licht muss es ja geben, zu dem wir streben. ohne diese suche nach dem licht gäbe es ja überhaupt keine literatur.
mit 2.klassigen grüßen,
[) i r k

ich kann das gut verstehen. und doch glaube ich, dass es viele forenschreiber gibt, die aus anderen motiven schreiben. nicht alles ist eitelkeit, nicht alles ist masturbation, nicht alles ist anerkennungs-opportunismus.
aber dein gedicht ist eine sehr gute gelegenheit, mal wieder die eigenen motive zu hinterfragen. als schreibender sollte man das sowieso regelmäßig tun: die eigenen prämissen und antriebe erforschen. die eigene originalität auf die probe stellen. den eigenen selbstzweifel befeuern. das ego-lego neu zusammensetzen.
und natürlich suchen wir alle das licht. irgendein licht muss es ja geben, zu dem wir streben. ohne diese suche nach dem licht gäbe es ja überhaupt keine literatur.
mit 2.klassigen grüßen,
[) i r k
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
Re: Der Forenschreiber
eine sichtweise, die einerseits guten vorsätzen nichts abbeißt, aber auch den griff in den entertainerschritt beinhaltet. gefällt mir sehr gut, bis auf die überlange mit den geschlechtsteilen. nicht dass ich ihnen die völlige bewegungsfreiheit abspreche. aber abgesehen davon, dass es mir komisch klingt, ist die zeile nach den hodensäcken meiner meinung nach schon genau richtig knackig auf den punkt gebracht.
lieben gruss vom riemsche
lieben gruss vom riemsche
Re: Der Forenschreiber
ich finde sie ganz wunderbar, die forenschreiber, inklusive ihrer hodensäcke...
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