Ankernd zwischen den Höhen
und Tiefen, dem lachenden Blau
und dem fruchtbaren Dunkel;
erzittern sehe ich deine Zweige,
Apfelbäumchen der Hoffnung.
Ausgeliefert dem Erschauern
vor der Übergewalt
des Seins, das offenbar waltet,
bist du und bist
Teil des Seins
und grünst und gedeihst
und gebierst die Frucht
solchen Lebens.
Und meine Seele findet sich
in deinem Geäst
und zittert, erschauert, erfährt sich
mit dir.
Reminiszenz
Re: Reminiszenz
Hallo Poeta,
man kann die "Ehrfurcht" vor der Größe (Übergewalt) des Seins gut in deinen Zeilen lesen.
Mit Bildern wie "Apfelbäumchen der Hoffnung", gibst du dem LI aber leider eine etwas verklärte Sicht der Dinge.
Klar ist die Natur hart (Fressen und gefressen werden) aber auch wunderschön. Der Mensch ist darin kein verängstigtes Vögelchen, sondern die Krönung der Schöpfung. Leider wird er dieser Rolle nicht immer gerecht.
Ich sehe interessante Ansätze in deinem Text, du solltest aber noch an der Gesamtaussage feilen.
Ich hoffe, du kannst mit meinen -natürlich rein subjektiven Eindrücken- was anfangen.
LG
Perry
man kann die "Ehrfurcht" vor der Größe (Übergewalt) des Seins gut in deinen Zeilen lesen.
Mit Bildern wie "Apfelbäumchen der Hoffnung", gibst du dem LI aber leider eine etwas verklärte Sicht der Dinge.
Klar ist die Natur hart (Fressen und gefressen werden) aber auch wunderschön. Der Mensch ist darin kein verängstigtes Vögelchen, sondern die Krönung der Schöpfung. Leider wird er dieser Rolle nicht immer gerecht.
Ich sehe interessante Ansätze in deinem Text, du solltest aber noch an der Gesamtaussage feilen.
Ich hoffe, du kannst mit meinen -natürlich rein subjektiven Eindrücken- was anfangen.
LG
Perry
Re: Reminiszenz
Da traust Du Dich aber etwas: Dass der Mensch an sich kein verängstigtes Vögelchen in der Natur sei, sondern die Krönung der Schöpfung, so absolut auszudrücken.
Das könnte ich nicht so ungeschützt behaupten. Mir ging es allerdings weniger um die Natur allein, sondern um die Hoffnung, die auch in der Situation der Übergewalt des (über die Natur hinausgehenden) Seins noch da ist. Darin kann ich keine verklärte Sicht erkennen.
Liebe Grüße
Helmut
Das könnte ich nicht so ungeschützt behaupten. Mir ging es allerdings weniger um die Natur allein, sondern um die Hoffnung, die auch in der Situation der Übergewalt des (über die Natur hinausgehenden) Seins noch da ist. Darin kann ich keine verklärte Sicht erkennen.
Liebe Grüße
Helmut
-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: Reminiszenz
Der Mensch als Krone der Schöpfung ... wow, was wohl der Förster dazu sagt
Da ich nicht so sehr im Göttlichen zuhause bin, spricht mich dieses Gedicht ganz subjektiv nicht sehr an. Mir ist das alles etwas zu viel, examplarisch vor allem:
Na ja, dem Erschauern ausgeliefert würde ich persönlich nicht so sehen. Das ist allerdings eine Frage der Glaubenseinstellung. Sprachlich ist mir das aber doch zu mächtig.
Grünen und gedeihen und die Frucht gebären ist mir auch zuviel des Guten, was hier meint, zuviel des Gleichen.
Über die Seele: da wird es zum Gebet. Wenn das deine Intention war, ist das okay - mir ist es zu determinierend.
Ganz schön fand ich:
In diesem Kontext finde ich die Polysemie, die sich in 'offenbar' versteckt, schön herausgearbeitet.
Amüsant fand ich:
Ich hoffe, die Ironie darin war beabsichtigt.
lg
hginsomnia
Da ich nicht so sehr im Göttlichen zuhause bin, spricht mich dieses Gedicht ganz subjektiv nicht sehr an. Mir ist das alles etwas zu viel, examplarisch vor allem:
Poeta hat geschrieben:Ausgeliefert dem Erschauern
vor der Übergewalt
Poeta hat geschrieben:und grünst und gedeihst
und gebierst die Frucht
solchen Lebens.
Poeta hat geschrieben:Und meine Seele findet sich
in deinem Geäst
Na ja, dem Erschauern ausgeliefert würde ich persönlich nicht so sehen. Das ist allerdings eine Frage der Glaubenseinstellung. Sprachlich ist mir das aber doch zu mächtig.
Grünen und gedeihen und die Frucht gebären ist mir auch zuviel des Guten, was hier meint, zuviel des Gleichen.
Über die Seele: da wird es zum Gebet. Wenn das deine Intention war, ist das okay - mir ist es zu determinierend.
Ganz schön fand ich:
Poeta hat geschrieben:des Seins, das offenbar waltet,
In diesem Kontext finde ich die Polysemie, die sich in 'offenbar' versteckt, schön herausgearbeitet.
Amüsant fand ich:
Poeta hat geschrieben:Apfelbäumchen der Hoffnung.
Ich hoffe, die Ironie darin war beabsichtigt.
lg
hginsomnia
Re: Reminiszenz
Liebe/r hginsomnia,
Das Göttliche - was ist das? Das Sein? Oder etwas, was noch hinter dem Sein steht?
Jedenfalls geht es mir weniger um Göttliches als um die Mächtigkeit des Seins in ihrer Fülle, aber auch Bedrohung.
Danke jedenfalls für die ausführliche Beschäftigung mit meinem Text. Ob darin etwas Ironie zu erkennen ist oder nicht, bleibe dahingestellt - bei der Zwiespältigkeit des Sujets.
Liebe Grüße
Helmut
Das Göttliche - was ist das? Das Sein? Oder etwas, was noch hinter dem Sein steht?
Jedenfalls geht es mir weniger um Göttliches als um die Mächtigkeit des Seins in ihrer Fülle, aber auch Bedrohung.
Danke jedenfalls für die ausführliche Beschäftigung mit meinem Text. Ob darin etwas Ironie zu erkennen ist oder nicht, bleibe dahingestellt - bei der Zwiespältigkeit des Sujets.
Liebe Grüße
Helmut
-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: Reminiszenz
Hallo poeta,
naja, das Göttliche ist vielleicht etwas kurz gegriffen, dein Text spielt hier aber eindeutig mit religiösen Motiven.
Du schreibst es ja selbst: In der Mächtigkeit eines kosmischen Seins erfüllt sich der Glaubenssatz von Religion durch die Aufwertung. In vielen, zum Teil obsoleten Vorstellungen spielt Gott als 'Vater' des Ursprungs und / oder als Wahrnehmung in der Gestaltung (Erschaffer der Natur, die über die Natur hinausgeht) eine Rolle. Der Gegenentwurf zum allumfassenden mächtigen Sein könnte hier sich im absurden Sein finden, ohne dass Absurdität weniger bedrohlich wäre. Eine Macht des Seins aufgrund der Absurdität ließe sich in deinem Text aber meiner Meinung nach nicht finden.
Hätte ich mir doch deutlicher gewünscht. Ich kann dem Text ohnehin nur im Ansatz schmeicheln und wenn 'Apfelbäumchen' nicht ironisch ist, könnte es auch 'Birnbäumchen' oder 'Schwarzwälder-Kirsch-Torten-Bäumchen' heißen.
lg
hginsomnia
naja, das Göttliche ist vielleicht etwas kurz gegriffen, dein Text spielt hier aber eindeutig mit religiösen Motiven.
Poeta hat geschrieben:Jedenfalls geht es mir weniger um Göttliches als um die Mächtigkeit des Seins in ihrer Fülle, aber auch Bedrohung.
Du schreibst es ja selbst: In der Mächtigkeit eines kosmischen Seins erfüllt sich der Glaubenssatz von Religion durch die Aufwertung. In vielen, zum Teil obsoleten Vorstellungen spielt Gott als 'Vater' des Ursprungs und / oder als Wahrnehmung in der Gestaltung (Erschaffer der Natur, die über die Natur hinausgeht) eine Rolle. Der Gegenentwurf zum allumfassenden mächtigen Sein könnte hier sich im absurden Sein finden, ohne dass Absurdität weniger bedrohlich wäre. Eine Macht des Seins aufgrund der Absurdität ließe sich in deinem Text aber meiner Meinung nach nicht finden.
Poeta hat geschrieben:Ob darin etwas Ironie zu erkennen ist oder nicht, bleibe dahingestellt
Hätte ich mir doch deutlicher gewünscht. Ich kann dem Text ohnehin nur im Ansatz schmeicheln und wenn 'Apfelbäumchen' nicht ironisch ist, könnte es auch 'Birnbäumchen' oder 'Schwarzwälder-Kirsch-Torten-Bäumchen' heißen.
lg
hginsomnia
Re: Reminiszenz
Liebe/r hginsomnia,
Aha, da hast Du mich erwischt: Das Apfelbäumchen steht (mit) für Avalon - also durchaus einen spirituellen Ort!
Liebe Grüße und vielen Dank
Helmut
Aha, da hast Du mich erwischt: Das Apfelbäumchen steht (mit) für Avalon - also durchaus einen spirituellen Ort!
Liebe Grüße und vielen Dank
Helmut
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