männliches

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Perry
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männliches

Beitragvon Perry » 23.01.2010, 18:09

im wintergarten konserviertes
(wann endet die hibernation)
das tv-gerät im stand by
wartet auf morgengymnastik
ein auslaufmodell nicht nur
das walkingband wo einst
am strand gejoggt wurde
(die frühe möwe fing den fisch)
hängt heute der elan am haken
träumt von flatternden schals
im frühlingswind dein parfüm

hginsomnia
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Re: männliches

Beitragvon hginsomnia » 26.01.2010, 19:52

Hallo Perry,

jetzt könnten wir Squash spielen:

Ich könnte dir sagen, dass die Bilder nicht greifen.
Die würdest sagen, es geht dir um vordergründige Bildsprache, die dann übertragen wird.
Ich würde antworten, ja, kein Problem damit, aber dann müssen die Bilder eben passen wie die Faust, die geballte Hand, die vorher die Möwe gefangen hat, die den Fisch gefangen hat.
Die würdest sagen, ich solle Vorschläge machen.
Ich würde zunächst auf den Titel verweisen, der gleichzeitig ein Attribut ist, eine Belehrung des Lesers, gut geeignet für eine Gender-Debatte und dass ich schon Interpretationen parat habe: die verlorene Lust, der eingefrorene Schürzenjäger :-D und noch mehr.

Okay, so in etwa antizipiere ich einen Dialog.
Ich sage erstmal nur, dass die Bilder zu isoliert stehen. Ich meine, klar, es ist eine einzige Situation, von mir aus auch ein einziges Bild beschrieben, aber mit jeder Zeile (jetzt nicht so genau verstehen bitte, eher als Sinnabschnitt) fügt sich ein neues Bildfragment ein, meines Erachtens leider zu unpräzise.

lg
hginsomnia

Perry
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Re: männliches

Beitragvon Perry » 27.01.2010, 09:16

Hallo hgsomnia,
ich sehe du kennst mich mittlerweile gut. Allerdings wirst du mich nicht verleiten meine Intention offen zu legen, weil dies schon mehrfach zu unproduktiven Debatten geführt hat.
Zu deiner Feststellung, dass die Bilder zu isoliert dastehen, folgende Anmerkung:
Wintergarten korrespondiert mit Morgengymnastik (zumindest an kalten Tagen).
Stand-by assoziert mit Auslaufmodell (spielt auf den Protagonisten an).
Walkingband greift das "Auslaufen" noch einmal auf und setzt es in Verbindung mit
der Erinnerung "joggen am Strand."
Für mich also ein nahtloses in- und übergreifen der Bilder.
Soweit mein Return in diesem Squashspiel. ;-)
LG
Perry

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Re: männliches

Beitragvon hginsomnia » 27.01.2010, 17:16

Hi Perry,

okay, der erste Punkt geht an dich. :-)
Ich war meinerseits zu unpräzise.

Perry hat geschrieben:Zu deiner Feststellung, dass die Bilder zu isoliert dastehen, folgende Anmerkung:
Wintergarten korrespondiert mit Morgengymnastik (zumindest an kalten Tagen).
Stand-by assoziert mit Auslaufmodell (spielt auf den Protagonisten an).
Walkingband greift das "Auslaufen" noch einmal auf und setzt es in Verbindung mit
der Erinnerung "joggen am Strand."
Für mich also ein nahtloses in- und übergreifen der Bilder.


Das ist mir alles bewusst. Du könntest sogar noch weitergehen und sagen, dass sich Stand-by auch auf Hibernation beziehen kann, welches wiederum den Protagonisten in seiner Kreatürlichkeit zeichnet.
Nur meine ich das nicht. Wie gesagt, mein Fehler, weil zu unpräzise.
Vielmehr meine ich, im Korpus der Interpretationen benötigt es etwas mehr als diesen simplen Assoziationsbaukasten. Also, dass ein Auslaufmodell auf dem Walkingband ausläuft, ähm, ja, ist nun wirklich keine kreative Bildkomposition. Das Lakonische (auch zu sehen im abgewandelten Sprichwort) könnte mir gefallen, jedoch bedürfte es dazu einer weitergehenden Einbettung.

Perry hat geschrieben:ich sehe du kennst mich mittlerweile gut. Allerdings wirst du mich nicht verleiten meine Intention offen zu legen, weil dies schon mehrfach zu unproduktiven Debatten geführt hat


Du solltest mich mittlerweile auch soweit kennen, um davon ausgehen zu können, dass ich niemanden dazu drängen will, seine Intentionen offen zu legen. Allerhöchstens bitte ich darum, Texte zu verteidigen.
Wenn es der Autor für sinnvoll hält, kann man sich auch über Intentionen unterhalten.
Unproduktive Debatten - ich verweise da gerne auf die sich an dein 'Tanz der Mahre' anschließende - sind nicht immer der Fall.
Glaukos spricht in dieser Debatte von Textintentionen. Diesen Begriff übernehme ich hier. Es reicht mir vollkommen aus, was der Text mir sagt.
Dieser nämlich nimmt mich, den Leser, an die Hand und erklärt mir, wie er zu deuten sei, einmal durch den Titel, dann durch den Elan am Haken, dann durch das Parfüm der fehlenden Angebeteten.

Hier wird ein Gegenstand, ein Thema genannt, einige Assozisationen dazu ins Feld geworfen und dann noch erklärt, wie das alles zu deuten ist. Diese Schlichtheit, diese thematisch eindeutige, aber stilistisch unpräzise Arbeit ist für mich nicht tragbar, und das kritisiere ich.

lg
hginsomnia

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Re: männliches

Beitragvon Perry » 27.01.2010, 20:38

Hallo hginsomnia,
deine Reaktion "simpler Assoziationsbaukasten" bestärkt mich in der Ansicht, dass es überhaupt nichts bringt irgendwas zum Text zu erklären, weil das ja im nachhinein sowieso klar war. :-)
Du stellst fest: "Diese Schlichtheit, diese thematisch eindeutige, aber stilistisch unpräzise Arbeit ist für mich nicht tragbar, und das kritisiere ich."
Nun wenn das für dich nicht tragbar ist, dann ist das wohl so.
Ich laufe dann mal noch ein wenig auf dem Laufband und lasse mein männliches Ego von Stränden und Düften träumen, vielleicht fällt mir dann ja was mehrdeutig Präzises dazu ein.
LG
Perry

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Re: männliches

Beitragvon hginsomnia » 28.01.2010, 01:15

Hallo,

Perry hat geschrieben:deine Reaktion "simpler Assoziationsbaukasten" bestärkt mich in der Ansicht, dass es überhaupt nichts bringt irgendwas zum Text zu erklären, weil das ja im nachhinein sowieso klar war.


Perry hat geschrieben:Nun wenn das für dich nicht tragbar ist, dann ist das wohl so.
Ich laufe dann mal noch ein wenig auf dem Laufband und lasse mein männliches Ego von Stränden und Düften träumen, vielleicht fällt mir dann ja was mehrdeutig Präzises dazu ein.


Ne Perry, so brauchst du mir dann aber auch nicht kommen. Ich habe ja gesagt, dass mein erster Kommentar zu unpräzise war. Wahrscheinlich spielst du hierauf an:

hginsomnia hat geschrieben:Das ist mir alles bewusst.


Würde ich aber nicht schreiben, wenn es nicht so wäre. Klar kannst du jetzt annehmen:" Aha, wo ich einige Erklärungen mache, wird behauptet, das sei bekannt gewesen."
Wäre ja auch 'ne Methode, nur bitte ich dich, zu bedenken, dass das alles auch keiner sensationellen Interpretationsleistung bedarf.
Es steht ja alles da! Überdeutlich! Aufdringlich! Elan am Haken!

Es steht da wie Eiersalat auf einer Party.
Man nimmt es wahr. Man weiß, wofür es stehen kann.
Man ist beschämt, dass das so banal ist.

lg
hginsomnia

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Re: männliches

Beitragvon Perry » 28.01.2010, 11:11

Hallo hgsomnia,
ich schrieb ja bereits, dass ich am Text arbeiten werde.
Was soll also dieses "beschämende" Nachhaken?
Für jemand der mit "on hm" ein wahres lyrisches "Meisterwerk" der Unverständlichkeit abgeliefert hat, muss wohl zwangsläufig alles andere banal erscheinen.
Aber nicht zu antworten ist ja auch eine Möglichkeit mit Kritk umzugehen.
LG
Perry

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Re: männliches

Beitragvon hginsomnia » 28.01.2010, 16:23

Hallo Perry,

so, jetzt habe ich überlegt, ob ich die Würze rausnehmen kann. Vielleicht handelt es sich ja um ein Missverständnis. Mir erschien dein Kommentar unnötig ironisch.

Aber - und das weißt du auch - das hier geht nicht:

Perry hat geschrieben:Für jemand der mit "on hm" ein wahres lyrisches "Meisterwerk" der Unverständlichkeit abgeliefert hat, muss wohl zwangsläufig alles andere banal erscheinen.
Aber nicht zu antworten ist ja auch eine Möglichkeit mit Kritk umzugehen.


Ne Perry, du bist doch kein 14-jähriges Mädchen. Du kannst nicht einfach auf einen Text referieren ...
Ach Gott, warum erkläre ich das jetzt, als ob du das nicht selbst wüsstest?

Jetzt ist es also das erste Mal offensichtlich passiert: Kritik und Text eines Menschen werden vermischt, was ja, scheinbar muss ich dir das erklären, verpönt ist.
Haha, und dann gibt es einen Text ('on hm' halt, haste aber Glück gehabt, ne, ich meine, den gefunden zu haben), in dessen Thread ich nicht antworte. Warum nicht?
Na ja. Was soll ich denn jemandem schreiben, der mir sagt, er kann mit solchen Konstrukten nichts anfangen, also grundsätzlich? Das ist keine Kritik. Das ist nur Small-Talk. Auch nahm ich an, dazu werde keine Antwort erwartet.
Dir sollte nicht entgangen sein, dass ich auch eigene Texte sehr kritisch betrachte.
Unterlasse also bitte diese haltlosen Unterstellungen!

P.S.
(Es gibt Leute, nicht wenige, die "on hm" sehr wohl verstehen, interpretieren können.)

lg
hginsomnia

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Re: männliches

Beitragvon Perry » 28.01.2010, 16:46

Hallo hgsomnia,
und es gibt Leute, die meinen Text "männliches" durchaus ansprechend finden. ;-)
Ich denke, es ist besser wir gönnen uns mal eine kleine Auszeit, im Moment scheinen wir lyrisch wenig füreinander tun zu können.
LG
Perry


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