In den Gängen des Netzes

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Samantha
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In den Gängen des Netzes

Beitragvon Samantha » 07.02.2010, 07:36

In den rabenbeflügelten Maulwurspelz meiner Gedanken eingeigelt
habe ich wieder einmal eine Nacht in den Gängen des Netzes verbracht.

Ich habe versucht fremde Goldnuggets zu sondieren und meine Alarmanlagen demontiert,
die Gewissheit der Schlaflosigkeit bei meinem Spiel nicht wahrhaben wollend,
versuche ich mich daran zu erinnern was denn die eigentliche Motivation war
und wie die Wörter ausgesehen haben, als es noch keine Bites gab.

Ich habe mit meiner Vergänglichkeit in dem Teerpott der virtuellen Unendlichkeit gerührt
und die Zeit kausal abgesetzt um zum definitv mentalen Geschehen zu gelangen.

Die Flügel in meinem rabenschwarzen Maulwurfspelz haben sich totgemausert
und den Goldnuggets werde ich wohl nicht alle Bits absaugen können
Aber der verrückte Ernst meines Spieles mit dem Wort und dem Sinn
gibt mir noch immer Berge, oder sagen wir "Maulwurfshügel" der Erhabenheit.

Indizien verdichten sich, dass ein Ergänsehauten meiner Aufmerksamkeit das Aus verkündigt.
Ich nehme die Verkündigung hin wie einen Schuldspruch und meine müden Augen quieken.





Samantha

riemsche
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Re: In den Gängen des Netzes

Beitragvon riemsche » 07.02.2010, 21:26

matadatenstaubsauger puzzelt an eigenem wörterbuch :-)
mit schmunzeln gelesen. bei /gängen des netzes/ und /fluss des netzes/ kann ich mir zwar passende bilder basteln, ich finde die beiden dennoch überdenkwürden. und vielleicht kriegst du -wenn du dann ja gerade dran bist- das noch in würdige form. ich denk mir doch, dass du für variationen erlesenerweise fantasie genug hast (:->)) /ergänsehäuten/ hat meiner meinung nach das Ä zuviel. maybe /ergänsehauten/ oder -wenn wir schon beim worten sind_ erganslhäuten? hinter dem /indizien verdichten sich/ denke ich mir ein /so/ und dem /quiecken/würd ich das /c/ stiebitzen und der rest vom extendend i-tüpflereiten, wenns ich dich nicht jetzt schon nerve, das nächste mal. ich mag deine sprache, erfrischend, bin nicht immer leserglücklich mit intonation und fluss. soll ich das überhaupt? ach was pipifax, ich kann mich ja auch irren. dein einstand hier taugt mir in idee und variablem ansatz (schon mal an kinderbücher gedacht?) ausgesprochen gut.
willkommen und liebe grüsse
riemsche

Perry
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Re: In den Gängen des Netzes

Beitragvon Perry » 09.02.2010, 19:40

Hallo Samantha,
auch von mir ein herzliches Willkommen hier.
In deinem Text steckt einiges Interessantes, dem ich gern ein wenig nachspüren möchte.
Auffallend ist natürlich der "flohbesetzte Maulwurfspelz" der Gedanken. Wollen wir mal nicht darüber diskutieren, ob Maulwürfe überhaupt Flöhe haben ;-) , aber was sind das denn für Gedanken, die sich hier "blind" wie ein Maulwurf durchs Internet graben. Goldnuggets wollen sie finden, die Gedanken, nun damit sind dann wohl "goldene" Hinterlassenschaften anderer Netzbewohner gemeint. Mit dem "Teerpott der Unendlichkeit" geräts du meiner Meinung nach aber aufs Abschüssige, denn da verwechselst du das Netz wohl mit dem "unendlichen" Weltraum. Dagegen gefallen mir die "Maulwurfshügel der Erhabenheit" wieder gut, auch wenn viele Zeitgenossen eher ärgerlich auf dieselben reagieren. ;-)
Zusammenfassend ein unterhaltsames Textchen, auch wenn es "tierisch" etwas überfrachtet daherkommt. Gern gelesen!
LG
Perry

Samantha
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Re: In den Gängen des Netzes

Beitragvon Samantha » 11.02.2010, 12:20

Hallo ihr beiden, zuerst einmal danke für eure konstruktive und ermutigende Kritik, allerdings, wenn ich das Gedicht jetzt mit Abstand betrachte, würde ich es selber gerne überarbeiten und ausbessern.
Hab aber leider noch nicht heraußen, wie das hier geht.
Ich hab das Gedicht direkt in den PC getippt, und mir irgendwie gedacht, das ist so was wie ein Notizbuch und da krakel ich mal was hin. Ich war zu der Zeit fast 30 Stunden wach (wie heute auch wieder mal) und manchmal kommt mir vor, ich brauch dieses Wurstigkeitsgefühl einfach, das aus der Schlaflosigkeit entsteht, um überhaupt so was wie Literatur zu machen. Ihr habt beide tolle Namen unter euren eigentlichen Nicks, ich hab auch einen bekommen, ich find ihn okay. Die Kerbe im Baum - das triffts nämlich gut, mehr ist dieses Gedicht nicht und mehr solls auch nicht sein.

Liebe Grüße

Samantha

PS: Ich mach mich mal schlau, ob ich ein "richtiges Gedicht" auch reinkopieren kann aus meinr Mottenkiste ;-)

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Re: In den Gängen des Netzes

Beitragvon Perry » 11.02.2010, 16:04

Hallo Samantha,
mit dem Ändern-Button kannst du jederzeit deinen Text anpassen, aber es wäre schön, wenn du einfach die neuere Fassung zusätzlich einstellst, dann können spätere Leser den Fortgang besser verfolgen.
LG
Perry
PS: Verwende bitte eine kleinere Schriftart, diese nervt etwas.

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Re: In den Gängen des Netzes

Beitragvon [) i r k » 17.02.2010, 22:48

Dieser Text gefällt mir sowohl thematisch, als auch sprachlich sehr gut. :ja:
Vieles von dem, was ich bei meiner Kritik an deinem Gedicht "Schlafendes Kind" eingefordert habe, wurde hier erfüllt.

Ich würde dir aber ebenfalls empfehlen, einen Versuch zu unternehmen, den Text noch etwas weiter zu verdichten.

Schwächere Passagen sind meines Erachtens folgende:
wieder einmal eine Nacht... verbracht

Da zu geläufig.
die Gewissheit der Schlaflosigkeit bei meinem Spiel nicht wahrhaben wollend,

Da "nicht wahrhaben wollend" krude / schlechter Stil ist.
versuche ich mich daran zu erinnern was denn die eigentliche Motivation war

Da diese Aussage zu direkt ist. Könntest du poetisch noch mehr verschlüsseln / bebildern.
Aber der verrückte Ernst meines Spieles

Da der spielerische Ernst / das ernste Spiel zu sprichwörtlich / zu naheliegend ist.
oder sagen wir

Da dieses "sagen wir" zu prosaisch / zu salopp klingt.
Indizien verdichten sich

Da der Ausdruck zu gebräuchlich. / Da der Ausdruck inhaltlich relativierend ist. Am Ende des Gedichtes sollte keine Relativierung mehr erfolgen, sondern eher eine dramatische Verknappung und Zuspitzung - wie du es in der letzten Zeile mit tragisch-komischer Bravour gemeistert hast.

MfG,
[) i r k
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Re: In den Gängen des Netzes

Beitragvon Samantha » 18.02.2010, 00:37

Hallo Dirk,
wieder hast du mit deiner fachlichen Kritik und deinen Verbesserungsvorschlägen recht. Aber ich lasse es jetzt so, denn für mich liegt der Pepp des Dichtens in der Möglichkeit des spontenen Momenterfassens.
Wenn ich dieses Gedicht jetzt wieder umformuliere geht die urspüngliche Motivation und das klare deutliche Gefühlserleben verloren, weil es mit den Momentaufnahmen des sich um die beste Lösung bemühenden Schülers in mir (Verbissenheit, Ehrgeiz, Studium der Ausdrucksmöglichkeiten) überschrieben wird.
Ich glaube daher, ein spontan so sein dürfendes Gedicht ist künstlerischer nätürlicher (wie der nie ganz gerade Baum) als das sprachlich ultimative Betoncharisma eines unanatastbaren Gedichtautismuses.
Aber trotzdem danke für die prinzipiell gute Kritik und die Mühe die du dir gemacht hast um mir aufzuzeigen wie ich es in Zukunft besser machen kann.

Liebe Grüße

Samantha

[) i r k
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Re: In den Gängen des Netzes

Beitragvon [) i r k » 18.02.2010, 01:02

das sprachlich ultimative Betoncharisma eines unanatastbaren Gedichtautismuses.

Verbindlichsten Dank.

:tx:
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Re: In den Gängen des Netzes

Beitragvon Kato » 26.02.2010, 00:14

Bestes Gedicht im weiten Umkreis. Authentisch und glaubwürdig. Mit liebenswerten
kleinen Gestelztheiten und Schwächen und erkennbarem Mut zu offenen Flanken.

Gruß Kato


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