mein lesereinduck, der mich den erstem kommentar schreiben ließ: vier lügen der sorte gegenAllegebote und dann eine, die wegen der hoffnungsvollen als dringende notlüge durchgeht. sich mit einem fast demonstrativen augenzwinkern mit wahnsinnig schrägem anzulegen, wird wohl immer auf die sehr differente empfunden. das lässt zwar, wenn mans drauf anlegt, verdammt viel zu, nimmt den schreiber aber dennoch _hoffentlich nicht nur unbewusst_ sehr verbindlich in eine verantwortung. manche durchgehend teilnahmslos moderierte wochenschau enthält zig von dem, was du hier wörtlich zitierst. ein gewöhnungsprozess, man mag ihn in abrede stellen, unterschätzt dabei aber den sowieso schon satt vorhandenen mirgehtsgut_pegel. so das wars auch schon
lGr
Sprachregelungen
Re: Sprachregelungen
Hallo riemsche,
Wenn ich das richtig verstehe, was Du geschrieben hast, so geht es dabei auch um die Verantwortung des Schreibenden. Die ist bestimmt gegeben. Ich mag in der Methode falsch liegen, wie ihr am besten entsprochen wird. Aber dass der Finger auf die Wunde einer durch Verdrängung der Realität und zwar nicht nur der bestehenden, sondern der der Gründe, warum man in den Afghanistankrieg geschlittert ist, gelegt werden muss, um nicht weiterhin gefährliche kollektive dissoziative Störungen des Bewusstseins und des Verhaltens bestehen zu lassen, scheint mir unumgänglich.
Nach den Erfahrungen mit dem Jugoslawienkrieg (wo vor der Bombardierung von Völkermord die Rede war und in Kampfauseinandersetzungen umgekommene Kosovoalbanische UCK-Rebellen, die in einem Schlosshof zusammengetragen worden waren, als Opfer dieses Völkermords fotografiert wurden) oder im Irak (wo angebliche Massenvernichtungswaffen vorhanden gewesen sein sollen, was sich hinterher als Falschmeldung des CIA herausstellte) - nach diesen und ähnlichen Vorfällen glaube ich den Beteuerungen, dass es sich immer um humanitäre Interventionen gehandelt hätte, auch im Fall Afghanistans nicht mehr.
Jedenfalls sind diejenigen Amerikaner, die den Plan Brzezinskys (eines Beraters auch von Obama! - wie schon anderer Präsidenten vor ihm) vorantreiben, für eine Vormachtstellung der USA in Zentralasien alles Denkbare zu tun, froh darüber, wenn die amerikanische Armee nicht so rasch aus Afghanistan abziehen muss. Viele Afghanen sind der Meinung, dass Selbstmordattentate durch amerikanische agents provokateurs initiiert worden sind, damit die USA noch recht lange (von vierzig Jahren war die Rede) dort bleiben müssen - und möglichst auch ihre Verbündeten.
Ich schätze die Lage so ein, dass die Propaganda für angeblich humanitäre Interventionen durchaus ganze Arbeit geleistet hat, um die Parlamentarier zur Zustimmung zum deutschen Engagement in Afghanistan zu bewegen und auch dazu, dass sie einer Verlängerung immer wieder zugestimmt haben. Man meint nun einerseits der Realität des Krieges Rechnung tragen zu müssen, um in der Bevölkerung nicht immer mehr an Glaubwürdigkeit zu verlieren, andererseits verneigt man sich nicht aus reiner Trauer vor den gefallenen Soldaten, sondern man will in der Bevölkerung auch so etwas wie Bürgerstolz bewirken, um doch noch die Mär vom humanitären Einsatz aufrechtzuhalten.
Gegen diese Verdummung hilft nur der Blick auf die ungeschminkte (vielleicht auch schlicht zitierte) Realität, hier der Veränderung der Sprachregelungen zum Afghanistankrieg.
Wenn ich das richtig verstehe, was Du geschrieben hast, so geht es dabei auch um die Verantwortung des Schreibenden. Die ist bestimmt gegeben. Ich mag in der Methode falsch liegen, wie ihr am besten entsprochen wird. Aber dass der Finger auf die Wunde einer durch Verdrängung der Realität und zwar nicht nur der bestehenden, sondern der der Gründe, warum man in den Afghanistankrieg geschlittert ist, gelegt werden muss, um nicht weiterhin gefährliche kollektive dissoziative Störungen des Bewusstseins und des Verhaltens bestehen zu lassen, scheint mir unumgänglich.
Nach den Erfahrungen mit dem Jugoslawienkrieg (wo vor der Bombardierung von Völkermord die Rede war und in Kampfauseinandersetzungen umgekommene Kosovoalbanische UCK-Rebellen, die in einem Schlosshof zusammengetragen worden waren, als Opfer dieses Völkermords fotografiert wurden) oder im Irak (wo angebliche Massenvernichtungswaffen vorhanden gewesen sein sollen, was sich hinterher als Falschmeldung des CIA herausstellte) - nach diesen und ähnlichen Vorfällen glaube ich den Beteuerungen, dass es sich immer um humanitäre Interventionen gehandelt hätte, auch im Fall Afghanistans nicht mehr.
Jedenfalls sind diejenigen Amerikaner, die den Plan Brzezinskys (eines Beraters auch von Obama! - wie schon anderer Präsidenten vor ihm) vorantreiben, für eine Vormachtstellung der USA in Zentralasien alles Denkbare zu tun, froh darüber, wenn die amerikanische Armee nicht so rasch aus Afghanistan abziehen muss. Viele Afghanen sind der Meinung, dass Selbstmordattentate durch amerikanische agents provokateurs initiiert worden sind, damit die USA noch recht lange (von vierzig Jahren war die Rede) dort bleiben müssen - und möglichst auch ihre Verbündeten.
Ich schätze die Lage so ein, dass die Propaganda für angeblich humanitäre Interventionen durchaus ganze Arbeit geleistet hat, um die Parlamentarier zur Zustimmung zum deutschen Engagement in Afghanistan zu bewegen und auch dazu, dass sie einer Verlängerung immer wieder zugestimmt haben. Man meint nun einerseits der Realität des Krieges Rechnung tragen zu müssen, um in der Bevölkerung nicht immer mehr an Glaubwürdigkeit zu verlieren, andererseits verneigt man sich nicht aus reiner Trauer vor den gefallenen Soldaten, sondern man will in der Bevölkerung auch so etwas wie Bürgerstolz bewirken, um doch noch die Mär vom humanitären Einsatz aufrechtzuhalten.
Gegen diese Verdummung hilft nur der Blick auf die ungeschminkte (vielleicht auch schlicht zitierte) Realität, hier der Veränderung der Sprachregelungen zum Afghanistankrieg.
Re: Sprachregelungen
all die leidenschaft, das sich über wahnsinn wahnsinnig aufregen, finde ich in deinen kommentaren, und nur dort. soll wohl so sein und gut so. dennoch, die schlusszeile ists, die mE flüchtigem hurra zuviel spielraum lässt, sich mit einem runden humtata an jene wendet, die schon aus bequemlichkeit abnicken. aktuell nicht so belesene, bild_gebildete überflieger werdens wohl vorschnell als hitlist für unwörter halten, am ende vielleicht noch bedeutungsvoll den kopf wiegen, und wenig von dem verstanden haben, was du dann zum glück auf sehr überzeugende weise zur beweiskette verdichtest. ich halte diesen thread für wichtig. zeigt er doch einmal mehr, wie wenig widerworte es bedarf, um _und sei es basierend auf einem mißverständnis_ darüber angeregt zu reflektieren (:->))
lGr
lGr
Re: Sprachregelungen
Hallo riemsche,
Dass mein "Hurra" nicht als Aufregung über die herrschende Politik verstanden werden soll - auch von Unbedarfteren - wundert mich eigentlich. Wer aber nach all den Jahren nicht nur der Berichterstattung in der Bild so unbelesen sein sollte, dass er die Veränderung in der Argumentation in der Begründung des Afghanistankriegs nicht bemerken könnte, wenn man ihn mit der Nase draufstößt - ja, mich wundert's einfach.
Mir ist es jedenfalls lieber, wenn jemand selber die Beweiskette erstellt, zu deren Darlegung ich mich in meinen Kommentaren genötigt gesehen habe. Aber wer nicht will, dem könnte wohl auch meine ganze vorgelegte "Beweiskette" nichts anhaben.
Liebe Grüße
Poeta
Dass mein "Hurra" nicht als Aufregung über die herrschende Politik verstanden werden soll - auch von Unbedarfteren - wundert mich eigentlich. Wer aber nach all den Jahren nicht nur der Berichterstattung in der Bild so unbelesen sein sollte, dass er die Veränderung in der Argumentation in der Begründung des Afghanistankriegs nicht bemerken könnte, wenn man ihn mit der Nase draufstößt - ja, mich wundert's einfach.
Mir ist es jedenfalls lieber, wenn jemand selber die Beweiskette erstellt, zu deren Darlegung ich mich in meinen Kommentaren genötigt gesehen habe. Aber wer nicht will, dem könnte wohl auch meine ganze vorgelegte "Beweiskette" nichts anhaben.
Liebe Grüße
Poeta
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