du hast mich zurückgelassen als haus
ohne scheiben in den fenstern
vertreibt wind wärme, nässt regen böden,
doch es wächst nichts aus dielen,
auf denen wir einst stepptanz übten.
kein stamp, hop, heel oder shuffle
bringt die bretter mehr zum schwingen.
der mond wirft bizarres an die wände
selbst der igel sucht schutz vor der
alles erdrückenden umarmung der nacht.
ruinengesang
-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: ruinengesang
Hallo Perry,
mir gefällt an diesem Text die Konsistenz der Metapher (Nebenbei: Ist das Mondtanzthema von dir intendiert? Finde ich hier geglückt.) Den Eingang (die ersten beiden Zeilen) finde ich auch gut gewählt.
Es gibt ein paar Stellen, mit denen ich nicht so zurechtkomme, eine davon vermutlich aus Unwissenheit. Deshalb beginne ich erstmal mit einer Frage:
Sind das Elemente des Stepptanzes? Ich weiß es nicht. Wenn ja, gut, wenn nicht, also nicht speziell, sondern allenfalls allgemeine Tanzelemente, würde ich die Zeile ändern:
z.B. in "auf denen wir einst das tanzen übten", aber wirklich nur, wenn sich die aufgeführten Elemente nicht speziell auf den Stepptanz beziehen. Da habe ich hier keine Ahnung.
Eine weitere Stelle:
Der Klang behagt mir hier überhaupt nicht, aber das lasse ich mal weg. Ich würde hier nichtsdestotrotz ändern, um die Parallelität herzustellen (wind zu regen wie x zu böden),
also z.B.: "vertreibt wind winkel, nässt regen böden."
Letzte Stelle:
Der Widerspruch (Igel als nachtaktives Wesen) ist wohl gewollt, auch okay. Hier stört mich der Absolutismus, also Wörter wie 'nichts' und 'alles' stören mich fast immer, weil sie die in der Lyrik so notwendige Differenzierung oder stilistische Umschreibung platt machen. Ich würde hier an deiner Stelle nach einem weiteren Bild suchen und schlage dir folgendes vor:
"selbst der igest sucht schutz vor einer
nacht, die aus nägeln kriecht."
Das gefällt mir so ganz gut, weil es auch die Ruine (analog der Metapher: den Menschen mit seinen Narben) einfängt. Wenn du das nicht übernehmen willst, solltest du trotzdem nach einem alternativen Abschlussbild suchen.
lg
hginsomnia
mir gefällt an diesem Text die Konsistenz der Metapher (Nebenbei: Ist das Mondtanzthema von dir intendiert? Finde ich hier geglückt.) Den Eingang (die ersten beiden Zeilen) finde ich auch gut gewählt.
Es gibt ein paar Stellen, mit denen ich nicht so zurechtkomme, eine davon vermutlich aus Unwissenheit. Deshalb beginne ich erstmal mit einer Frage:
Perry hat geschrieben:kein stamp, hop, heel oder shuffle
Sind das Elemente des Stepptanzes? Ich weiß es nicht. Wenn ja, gut, wenn nicht, also nicht speziell, sondern allenfalls allgemeine Tanzelemente, würde ich die Zeile ändern:
Perry hat geschrieben:auf denen wir einst stepptanz übten
z.B. in "auf denen wir einst das tanzen übten", aber wirklich nur, wenn sich die aufgeführten Elemente nicht speziell auf den Stepptanz beziehen. Da habe ich hier keine Ahnung.
Eine weitere Stelle:
Perry hat geschrieben:vertreibt wind wärme, nässt regen böden,
Der Klang behagt mir hier überhaupt nicht, aber das lasse ich mal weg. Ich würde hier nichtsdestotrotz ändern, um die Parallelität herzustellen (wind zu regen wie x zu böden),
also z.B.: "vertreibt wind winkel, nässt regen böden."
Letzte Stelle:
Perry hat geschrieben:selbst der igel sucht schutz vor der
alles erdrückenden umarmung der nacht.
Der Widerspruch (Igel als nachtaktives Wesen) ist wohl gewollt, auch okay. Hier stört mich der Absolutismus, also Wörter wie 'nichts' und 'alles' stören mich fast immer, weil sie die in der Lyrik so notwendige Differenzierung oder stilistische Umschreibung platt machen. Ich würde hier an deiner Stelle nach einem weiteren Bild suchen und schlage dir folgendes vor:
"selbst der igest sucht schutz vor einer
nacht, die aus nägeln kriecht."
Das gefällt mir so ganz gut, weil es auch die Ruine (analog der Metapher: den Menschen mit seinen Narben) einfängt. Wenn du das nicht übernehmen willst, solltest du trotzdem nach einem alternativen Abschlussbild suchen.
lg
hginsomnia
Re: ruinengesang
erinnert mich an robbie rob, auch wenns in ne andere richtung geht:
"i built a house. i made it open. no walls, no windows. a sky wide broken.
- the girl i'm thinking of, she's like a comet, high in the sky above: tunguska."
"i built a house. i made it open. no walls, no windows. a sky wide broken.
- the girl i'm thinking of, she's like a comet, high in the sky above: tunguska."
Re: ruinengesang
Hallo hginsomnia,
einen Mondtanz hatte ich eigentlich nicht im Sinn, denn die Tanzversuche und die Mondgemälde liegen zeitlich auseinander.
Bei den aufgezählten Begriffen handelt es sich um Schrittfolgen des Stepptanzes.
Der Klang der ersten Strophe ist durch das Enjambement der ersten drei Zeilen und die kurzen Satzelemente "vertreibt wind wärme, nässt regen bögen" absichtlich etwas zerissen gewählt, um die Stimmung des LI nachzuzeichnen.
Mit dem etwas theatralischen Schluss bin ich auch noch nicht ganz zufrieden, obwohl er m. M. nach irgendwie doch zu dieser melodramatischen Stimmung passt.
Danke für dein Durchleuchten und die Anmerkungen.
LG
Perry
Hallo shuya,
meinst du den Sänger Robbie Robb? Der Text liest sich jedenfalls gut, auch wenn es wohl mehr ein Fantasiehaus ist, das da beschrieben wird.
danke fürs Interesse und LG
Perry
einen Mondtanz hatte ich eigentlich nicht im Sinn, denn die Tanzversuche und die Mondgemälde liegen zeitlich auseinander.
Bei den aufgezählten Begriffen handelt es sich um Schrittfolgen des Stepptanzes.
Der Klang der ersten Strophe ist durch das Enjambement der ersten drei Zeilen und die kurzen Satzelemente "vertreibt wind wärme, nässt regen bögen" absichtlich etwas zerissen gewählt, um die Stimmung des LI nachzuzeichnen.
Mit dem etwas theatralischen Schluss bin ich auch noch nicht ganz zufrieden, obwohl er m. M. nach irgendwie doch zu dieser melodramatischen Stimmung passt.
Danke für dein Durchleuchten und die Anmerkungen.
LG
Perry
Hallo shuya,
meinst du den Sänger Robbie Robb? Der Text liest sich jedenfalls gut, auch wenn es wohl mehr ein Fantasiehaus ist, das da beschrieben wird.
danke fürs Interesse und LG
Perry
Re: ruinengesang
Ich mag das Gedicht
Ich finde, es drückt eine Art von Verletzung aus...
Lg :P
Ich finde, es drückt eine Art von Verletzung aus...
Lg :P
Re: ruinengesang
Hallo Nevermore,
ja, eine Verletzung der Seele könnte man es umschreiben.
Danke für dein Interesse und LG
Perry
ja, eine Verletzung der Seele könnte man es umschreiben.
Danke für dein Interesse und LG
Perry
Re: ruinengesang
ich denks mir knapper. aber isja ein Perry (:->)) und das mit dem dMn theatralischen schluss wär mMn schlicht und hoffentlich in deiner lyrI_ntension mit / selbst EIN igel .... / ansprechender. woebi ich bei letzterem selbstAnsprache meine.
lGr
lGr
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