schlug über kopf

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
hginsomnia
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schlug über kopf

Beitragvon hginsomnia » 28.04.2011, 02:13

1. Variation

ich küsste und uberschlug mich
mit meinem fahrrad da war ein
holzweg morsch da grub
sich mein rad ein da war ich zwölf

ich glaube ich war dreizehn als ich nicht mehr an den geschmack von bonbons glaubte
die geschwindigkeit mit der ich nicht aß
setzte sich auf bonbonpapiere
und wir kotzen zwischen die turnmatten auf denen wir bei partys schliefen
als wollten wir unsere münder ausklammern
deckten wir uns mit abstand ein

es gab ganz viel
ganz viel kram ich stehe zwischen zwei ampeln
und decke meinen abstand mit kram ein
ich decke den kram ein und werde dünn
meint mein abstand wenn ich
an die eine spielerin denke
der ihr haar in tönen flötet und dem sophisten in mir
ihr verleugnetes haar ganz rot geworden plötzlich
und an koffer die passieren mit ganz viel kram
und ob eine ampel umschaltet ganz rot immer noch

und
wie schnell alles zerknüllt wird
ich
überschlage nur noch






Urpsprungsgedanken:

ich überschlug mich
mit dem fahrrad nach meinem ersten kuss
ich küsste und überschlug mich
da war ein holzweg
eine morsche stelle war da
da grub sich mein rad ein da war ich zwölf

ich glaube ich war dreizehn als ich nicht mehr an den geschmack von bonbons glaubte
die geschwindigkeit mit der ich nicht aß
setze sich auf bonbonpapiere

es gab ganz viel ganz viel kram ich stehe zwischen zwei ampeln
und decke meine luft mit ganz viel kram ein ich decke den kram ein
ich denke an ein brodelndes wasser da gibt es so ein wasser unter mir
da muss es so ein wasser unter mir geben ein brodelndes
vielleicht
man könnte sagen ich sei schlank ich werde dünn
wenn ich an die eine spielerin denke
der ihr haar in tönen flötet und dem sophisten in mir
ihr verleugnetes haar ganz rot geworden plötzlich
und an koffer die passieren mit ganz viel kram
und ob eine ampel umschaltet ganz rot immer noch

und
wie schnell alles zerknüllt wird

?

ich überschlage nur noch

Perry
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Re: schlug über kopf

Beitragvon Perry » 09.05.2011, 01:13

Hallo hginsomnia,
ja da steckt einiges Ansprechendes drin, vorallem gefällt mir das Wiederaufgreifen der Bilder (bonbonpapier -> zerknüllt).
Für zuweit hergeholt halte ich das "brodelnde" Wasser, denn das gibt es wohl eher im Küchentopf oder auf Island aber weniger in der Höllenfantasie eines pupertierenden Jungen.
Formal könnte der Text für mich "homogener" sein, denn es erschließt sich mir nicht, warum plötzlich keine kürzeren Zeilenumbrüche im Mitelteil möglich sein sollten, wenn es am Anfang und Ende auch geht.
LG
Perry

hginsomnia
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Re: schlug über kopf

Beitragvon hginsomnia » 29.05.2011, 00:48

hallo perry,

ich danke dir, wenn auch spät, für deinen kommentar.


Perry hat geschrieben:Für zuweit hergeholt halte ich das "brodelnde" Wasser, denn das gibt es wohl eher im Küchentopf oder auf Island aber weniger in der Höllenfantasie eines pupertierenden Jungen.


der gedanke ist die referenz: 'there's something in the water i'm standing on. i'm standing on my something. i'm floating.'

ein pubertierender junge muss hier nun nicht angenommen werden (zeitwechsel zum präsens).

allerdings, ja, kann ich den vorwurf der arbitrarität nicht gänzlich zurückweisen. ich muss das, scheint mir, noch weiter variieren. ich habe diesbezüglich auch bereits ein paar erste schritte unternommen (siehe veränderungen).


Perry hat geschrieben:Formal könnte der Text für mich "homogener" sein, denn es erschließt sich mir nicht, warum plötzlich keine kürzeren Zeilenumbrüche im Mitelteil möglich sein sollten, wenn es am Anfang und Ende auch geht.


inhaltlich würde ich dir zustimmen, allerdings, und das klingt hier ja durch, verstehe ich nicht, warum sich homogenität auf die zeilenlänge herstellen lassen sollte, denn einen text in dieser form gerade zu rücken, behagt mir nicht, ja verträgt sich nicht mit dem von mir beabsichtigten rhythmus von zeilen wie
'ich glaube ich war dreizehn als ich nicht mehr an den geschmack von bonbons glaubte'.
im gegenteil behaupte ich, dass ich den text, wenn ich nicht unterschiedliche zeilenlängen verwendete, heterogener machte.

lg
hginsomnia

Perry
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Re: schlug über kopf

Beitragvon Perry » 01.06.2011, 16:19

Hallo hginsomnia,
hast du den Fremdwörterduden auf deinem Tisch liegen, weil du Wörter wie
"arbitrarität" für "Willkürlichkeit" verwendest, oder willst du nur weniger Fremdwortbewandte damit beindrucken (Das funktioniert übrigens auch bei Politikern nicht). ;-)
Ansonsten ist es weniger einer Frage einer gleichförmigen oder ungleichförmigen Darstellung, sondern eine des Textbezuges. Welchen Grund gibt es dafür, dass der Mittelteil in "langen" Zeilen beschrieben wird, Anfang und Ende des Textes aber mit "kurzen" Zeilen auskommen.
LG
Perry

hginsomnia
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Re: schlug über kopf

Beitragvon hginsomnia » 01.06.2011, 21:04

hallo perry,

Perry hat geschrieben:hast du den Fremdwörterduden auf deinem Tisch liegen, weil du Wörter wie
"arbitrarität" für "Willkürlichkeit" verwendest, oder willst du nur weniger Fremdwortbewandte damit beindrucken (Das funktioniert übrigens auch bei Politikern nicht).


ich kenne das wort und in diesem forum geht es ja auch so ein wenig um wörter und solche dinge. das nahm ich jedenfalls an. nun, ich scheine falsch zu liegen. es geht um dummdreiste repliken (ooh, nein, wieder so ein fremdwort) auf persönlicher ebene, die nochmal schnell dann dem erbosten schreiberling die möglichkeit geben, etwas zu einem text eines kritikers zu sagen, ohne viel auszusagen.

ansonsten: rhythmusgründe!

lg
hginsomnia


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