Schmetterling

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
LilaPause
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Schmetterling

Beitragvon LilaPause » 02.11.2011, 20:23

Was bin ich nur, was will ich sein?
fragte er und war allein.
Dunkelheit zur frühen Stunde
Sommer und Winter im tiefen Bunde.

Was tu ich nun, mir fällt nichts ein,
sagte er und war allein.
Dämmerung und Morgengraun
Alles, nur nicht nach vorne schaun.

Zurück, zurück! Von vorne beginnen!
eilig, eilig! die Zeit wird verrinnen.
was mag der Tag uns alles bringen,
wenn wir noch einmal von vorne beginnen?

Ist es so anders? Ist es so neu?
sein Blick ist leer, ist ganz scheu!
ist es viel heller? nicht mehr so grau?
dort starrt nur der Morgentau.

Deine Herausforderung nehm ich gern an
werd dir beweisen, dass besser ich’s kann.
werde dir zeigen was mir nur gefällt,
zeichne mir gleich eine andere Welt.

Schon wieder! Schon wieder bin ich gefangen!
Nicht wieder kopfüber vom baume gehangen!
Versuch es noch einmal, wird’s wohl gelingen.
werde ich diesmal den Ast hier umschlingen.

Zurück! Nocheinmal! Schon wieder zu spät.
hätte ich doch nicht alle Wege vernäht.
bitte nur noch ein einziges mal,
diesmal treffe ich die richtige Wahl!

Zurück, zurück, geht’s nun nicht mehr.
wie kann ich’s verhindern, ich will es so sehr
nicht weiter, nicht vorwärts, viel lieber zurück
nicht in der Zukunft, nur hier liegt mein Glück

Jetzt bricht es! Was kommt jetzt, was wird jetzt geschehen?
Wenn es auf ist, was werde ich sehen?
Es fällt herab, ich seh soviel Licht,
zurück, zurück kann ich jetzt nicht.

Da ist Sonne und Freiheit und Frühlingsduft
Glitzernder Morgentau hängt in der Luft
Und Flügel so bunt, ein Herbstlaubgedicht
fliegen und fühlen das konnte ich nicht.

Nun warte Welt, was du auch sagst,
Sommerwind ich bleibe, komme was mag!
Weiter geht es, wer immer ich wär`
zurück, zurück will ich nicht mehr!

riemsche
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Re: Schmetterling

Beitragvon riemsche » 03.11.2011, 23:10

für ne lilaPause ganz schön lang (:->)) und ein verzwicktes noch dazu. irgendwo in der gegend mit der herausforderung wirds mehr wie mehrgleisig. man könnt locker drei bis fünf draus machen. für ein durchgehendes fehlt mir trotz mancher wiederholungen der gute faden. uuuund weils sichs ja unbedingt reimen dichten .... hatten wir das eigentlich schon? oder krieg ich da die nicks durcheinander? wenn du auf die sächliche mit /was/ eröffnest, wirds von beginn an mehr wie fraglich und gleichzeitig unpersönlich. beabsichtigt? in sachen form gings in richtung maxiversion auch knapper. schon mal probiert? hab heut nen verschwitzten hund mit blauen augen gesehen. darum einfach mal aufs geradewohl und absichtlich etwas abseits. vielleicht bringts dich auf ideen.

Was bin ich nur
was will ich sein?
fragte er sich und
ist allein.
Und dunkelts kühl
zur frühen Stund
ist Sommerzeit für´n
Schlittenhund.

lGr

LilaPause
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Re: Schmetterling

Beitragvon LilaPause » 03.11.2011, 23:53

besten dank riemsche.. ein guter faden? gibt es auch schlechte fäden? ich dachte immer hauptsache ist es gibt einen.. beim erneuten lesen wirkts n bissl arg pathetisch.. :-o aber die gefahr ist ja meistens da, vor allem wenn es sich denn reimen muss. und leider muss es das bei mir. das hatten wir tatsächlich noch nicht :-) nur zu!! fraglich darf es sein.. unpersönlich nicht. meinst du nicht "etwas abseits" verwirrt in wüster mehrgleisigkeit noch zusätzlich?

blaue augen, nasser hund
hitze und regen und hygieneschwund?
werde dich kraulen hinterm ohr
schade dass ich das bewusstsein verlor.

;-) lg

riemsche
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Re: Schmetterling

Beitragvon riemsche » 04.11.2011, 21:22

gute fäden führen wo hin (:->)) und für eine ellenlange abhandlung, was man in deinem fall wo und wieso in form und reim bringen könnte, fehlt mir schlicht die zeit.
ich schlage daher vor, du entwickelst das wenn engagement vorhanden einfach in eigenregie. ist so schwierig nicht. freundliche beisitzer könnten ein lied davon singen, wie viele versionen ich zuweilen spinne und wie fix in folge plötzlich aus zwei seiten hauruck denkschreibe ne halbe vom riemsche wird :-)
lGr

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Re: Schmetterling

Beitragvon LilaPause » 05.11.2011, 01:58

Alle fäden führen wo hin :-D mir ging es allerdings nicht um eine ellenlange abhandlung, was man hier wo und wieso in form bringen kann, sondern um deine persönliche meinung zum thema reimen im allgemeinen (schau an das reimt sich sogar..) eine überarbeitung würde ich nicht fordern bzw. überhaupt nicht zulassen. :-) das mach ich bei bedarf schon selber.
lg

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Re: Schmetterling

Beitragvon Perry » 05.11.2011, 19:09

Hallo LiliaPause,
gleich vorab, ich hab mit "Reimen" nichts am Hut, deshalb will ich mich mehr den Bildern und der Aussage widmen. ;-)

Gedanken eines Schmetterlings würde ich aus dem ersten Eindruck vermuten.
Ob sich Schmetterlinge die "Sein-Frage" stellen wissen wir nicht, aber da sie mehrere Stadien durchleben, erhalten sie dabei vielleicht mehr Antworten als wir Menschen, sofern sie sich an ihre früheren Existenzformen erinnern können.
Wie sich "Sommer und Winter im tiefen Bund" anfühlt, hätte ich dagegen gern gewusst.

Nach diesem philosophischen Einstieg wird eher spärlich,

"nur nicht nach vorne schauen,
... zurück! Von vorne beginnen!
... starrt nur der Morgentau"

bis sich wieder etwas tut

"Deine Herausforderung nehm ich gern an"

Wer fordert den Flattermann heraus, der Morgentau (steht zumindest davor) oder Sommer und Winter im tiefen Bund?

Schließlich hat er es geschafft und schlüpft aus dem Kokon, vermute ich zumindest.
Was verwirrt ist, zuerst war doch die Raupe, dann die Puppe und dann der Schmetterling, das wars dann.

LG
Perry

riemsche
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Re: Schmetterling

Beitragvon riemsche » 05.11.2011, 22:50

LilaPause hat geschrieben:sondern um deine persönliche meinung zum thema reimen im allgemeinen (schau an das reimt sich sogar..)

siehste und da splitten sich schon die geister. du sagst, es reimt sich. ich sag mir in dem fall, yo klingt und fusioniert. obsichsreimt oder _wie in deinem fall_ unbedingt soll, fangfrage und vorgabe. bei mir ergibt sich das. immer. gibt dann in folge etwas vor. was nicht heißt, dass dann unbedingter gehorsam und gleichschritt angesagt ist. mag sein, dass sich bereits der erste gedanke, leitsatz, das stichwort von ganz allein oder in sich selbst im gleichklang befindet. und völlig egal, ob sichs dann plötzlich manierlich am zeilenende, regelmäßig mit feinem unterschied, durch trennung im umbruch oder _was ich besonders gern mag_ auf die augenscheinlich unauffällige aber unbewusst hörbare irgendwo reimt. kommen lassen. nichts erzwingen. dein satz _siehe zitat_ könnte so gesehen ein ansatz sein, mit dem "leider muss es das bei mir" abiz relaxter umzugehen. formelles bemühen macht mE nur dann guten eindruck, wenn der autor _und ich bewundere leute die das konnten und können_ in metrik aber schon sowas von durch ist, sein handwerk meisterlich versteht und mit allen wassern gewaschen ist, ausnahmen und regelkunde im kleinen finger hat. andernfall zieht ein leser _mir zumindest gehts mal so_ nachdem er die ersten paar holperer tolerant für die flüchtige weggesteckt hat, nach dem x-ten fehlversuch die verreissleine und steigt aus. gutes stichwort übrigens. riemsche macht sich jetzt vom acker und du - hast hoffentlich bedarf. also mach schon. selber (:-))!
lGr


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