Schwarz

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Prophet
Erinye
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Schwarz

Beitragvon Prophet » 06.11.2011, 19:48

Schwarz ist dunkler als die Nacht. Undurchsichtig, 
unangreifbar, unbegreifbar und unfassbar - vielleicht.
Traurig ist der Schwarze, düster seine Miene,
Beschwerlich sein Gedanke - und wer weiß, vielleicht, auch finster?

Sie tragen schwarz, schön sei es.. Elegant, sagen sie,
doch hatte Unwissenheit je eine Farbe? Gelb vielleicht.
Vielleicht Gelb. Ach, kommen sie heraus, heraus
aus diesem finsteren Loch. Dann sind sie frei, vielleicht!

Ein Schatten am grauen Tage noch. Die Hände ringen
nach Dächern hier und da – Unscheinbar, dezent bleibst du so!

Der Schatten übers tiefe blaue Wasser, oder – Die Lippen auf
Wörtern schaukelnd. So bist du auf dem rechten Weg!

Perry
Melpomene
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Re: Schwarz

Beitragvon Perry » 07.11.2011, 11:45

Hallo Prophet,
Dichter tragen ja auch gerne Schwarzes, "vielleicht" ein Ausdruck ihrer dunklen Fantasie oder nach innen gekehrter Weltsicht.
In deinem Text beschäftigst du dich mit dem, was schwarze Kleidung über seinen Träger (der Schwarze) aussagen könnte:

"Undurchsichtig,
unangreifbar, unbegreifbar und unfassbar - vielleicht.
Traurig ist der Schwarze, düster seine Miene,
Beschwerlich sein Gedanke - und wer weiß, vielleicht, auch finster?"

Einiges könnte "vielleicht" zutreffen, unangreifbar macht Schwarz aber eher weniger.

Problematischer wird es dann in der zweiten Strophe, denn hier taucht eine Frage auf, die ich nicht nachvollziehen kann:

"doch hatte Unwissenheit je eine Farbe?"

Hier wird unterstellt, dass schwarz gekleidete Menschen "unwissend" sind. Was dann noch kommt geht wohl noch mehr in Richtung erhobener Zeigefinger

"Ach, kommen sie heraus, heraus
aus diesem finsteren Loch. Dann sind sie frei, vielleicht!"

Das Schlussbild verfällt dann in eine verquere Philosophie

"Die Hände ringen / nach Dächern"
"Die Lippen auf / Wörtern schaukelnd"

Da bleib ich lieber auf meinem "falschen" Weg.

Vielleicht könnte weniger "vielleicht" und hausgemachte Philosophie hier mehr sein.

LG
Perry

Prophet
Erinye
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Re: Schwarz

Beitragvon Prophet » 08.11.2011, 17:31

hi Perry, danke dass du dir die mühe gemacht hast.

Ja das stimmt, viele Künstler und Schriftsteller tragen schwarz - einfach weil ihnen nichts besseres einfällt. Dabei ist Schwarz eine eher traurige, düstere und unbestimmbare Farbe. (Schau dir die ganzen Sarkrosis und Medwedjews an in ihren schwarzen Anzügen samt schwarzen Krawatten). Das ist auch eine bleiche Farbe und da sie so "in" ist, verwandelt sich die Welt in eine Trauergemeinde. (Blos warum?)

Unfassbar ja, den Eindruck habe ich, der Schwarze ist nichtig wie sein Schatten. Das hat etwas mit Unnahbarkeit zu tun - und diese manchmal auf biegen und brechen... Du sagst es ja selbst: "Da bleib ich lieber auf meinem "falschen" Weg."

Mein Vielleicht hier ist beabsichtigt, und es hat gar nicht mit Unsicherheit und Philosophie zu tun, eher mit Anmutung und Wortspiel.

Über die Letzten zwei Sätze, die sind zugegeben etwas holprig, dass werde ich wohl noch umschreiben. Hier geht es um Auswege aus dem Schwarz!


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