nachts
schlich in dein haus
vermied die
knarrenden dielen
quietschenden türen
dann nahm ich
die ausgetrunkenen flaschen
steckte kerzen hinein
die flammen loderten
auf
version 1
ich schlich in dein haus
des nachts
ich stieg über knarrende dielen
vermied die quietschenden türen
dann nahm ich
die ausgetrunkenen flaschen
steckte kerzen hinein
deren flammen loderten
bis unters dach
nacht
Re: nacht
burning down the house. jetzt noch stop making sense von den sprechköpfen und nicht weils dann weniger wird, aber .... deine wahl. mein verflixter spieltrieb (:->))
lGr
Edekire hat geschrieben:ich schlich in dein haus
des nachts
(ich stieg über) MIED knarrende dielen
(vermied die) quietschende(n) türen
dann nahm ich
die ausgetrunkenen flaschen
steckte kerzen hinein
(deren) flammen loderten
bis unters dach
lGr
Re: nacht
kann mich mit den verkürzungen durchaus anfreunden
nur auf das deren besteh ich und ich würds so machen:
ich schlich in dein haus
des nachts
mied die knarrende dielen
quietschenden türen
dann nahm ich
die ausgetrunkenen flaschen
steckte kerzen hinein
deren flammen loderten
bis unters dach
nur auf das deren besteh ich und ich würds so machen:
ich schlich in dein haus
des nachts
mied die knarrende dielen
quietschenden türen
dann nahm ich
die ausgetrunkenen flaschen
steckte kerzen hinein
deren flammen loderten
bis unters dach
-
Näherungsweise
- Thaleia
- Beiträge: 616
- Registriert: 13.11.2006, 21:23
- Wohnort: Golzheim
Re: nacht
Mhh, die erste Version gefällt mir doch einen Zacken besser.
Ich mag den Schluss, die Wendung, die Doppeldeutigkeit.
Aber ist es für die Pointe des Gedichtes stimmig, sie in einem Nebensatz unterzubringen? Wäre ein neuer Satzanfang wegen der "dramaturgischen Pause" nicht besser?
Alternativ auch:
"und flammen..."
"und die flammen"
Bin mir nicht sicher, war nur so ein Gedanke!
Ich finde es auch ganz interessant, was passiert, wenn man alle Artikel weglässt... abgesehen von dem einen am Schluss:
Gruß und so,
n.w.
deren flammen loderten
bis unters dach
Ich mag den Schluss, die Wendung, die Doppeldeutigkeit.
Aber ist es für die Pointe des Gedichtes stimmig, sie in einem Nebensatz unterzubringen? Wäre ein neuer Satzanfang wegen der "dramaturgischen Pause" nicht besser?
die flammen loderten
bis unters dach
Alternativ auch:
"und flammen..."
"und die flammen"
Bin mir nicht sicher, war nur so ein Gedanke!
Ich finde es auch ganz interessant, was passiert, wenn man alle Artikel weglässt... abgesehen von dem einen am Schluss:
ich schlich in dein haus
nachts
stieg über knarrende dielen
mied quietschende türen
dann nahm ich
ausgetrunkene flaschen
steckte kerzen hinein
die flammen loderten
bis unters dach
Gruß und so,
n.w.
Besuch mich mal... in meinem kleinen Blog-Haus
Re: nacht
hm irgendwie war es mir wichtig die flammen eindeutig an die kerzen zu binden. ich geb zu deren ist etwas sperrig und eigentlich geht es auch ohne. das es ein nebensatz ist gefällt mir eigentlich ganz gut, das hat sowas nebensächliches normales an sich
ich glaub die version ohne artikel gefällt mir nicht (oder ich muss mich erst dran gewöhnen) die artikel betonen in meiner vorstellung die bekanntheit der umgebung.
hmmm vll muss ich mich auch wirklich erst gewöhnen und weniger ist mehr,...
danke fürs lesen
edekire
ich glaub die version ohne artikel gefällt mir nicht (oder ich muss mich erst dran gewöhnen) die artikel betonen in meiner vorstellung die bekanntheit der umgebung.
hmmm vll muss ich mich auch wirklich erst gewöhnen und weniger ist mehr,...
danke fürs lesen
edekire
-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: nacht
hallo edekire
mich nimmt der text nicht so ganz ein, aber ich kann auch nicht genau bestimmen, warum dem so ist.
deswegen nehme ich mich mal etwas zurück und gehe auf folgendes ein:
m.e. ein enorm wichtiger satz, der auch mal verdeutlicht, warum artikel in lyrischen texten nicht beliebig gestrichen werden können (und diese tendenz sehe ich teilweise schon). ich würde das vielleicht sogar noch etwas stärker herausarbeiten.
ich lasse dir mal einen schnell gestrickten gedankengang da:
ich schlich in dein haus
des nachts
ich vermied die knarrenden dielen
und die quietschenden türen
dann steckte ich die kerzen
in die ausgetrunkenen flaschen
und flammen loderten
bis unter das dach
finde näherungsweises idee zur pointe gut und würde jene nur des klanges wegen über eine konjunktion verbinden
dann habe ich noch etwas zusammengeschrieben und die artikel als solche der bekanntheit ausgewiesen
nur so als ansatz
lg
hginsomnia
mich nimmt der text nicht so ganz ein, aber ich kann auch nicht genau bestimmen, warum dem so ist.
deswegen nehme ich mich mal etwas zurück und gehe auf folgendes ein:
Edekire hat geschrieben:die artikel betonen in meiner vorstellung die bekanntheit der umgebung.
m.e. ein enorm wichtiger satz, der auch mal verdeutlicht, warum artikel in lyrischen texten nicht beliebig gestrichen werden können (und diese tendenz sehe ich teilweise schon). ich würde das vielleicht sogar noch etwas stärker herausarbeiten.
ich lasse dir mal einen schnell gestrickten gedankengang da:
ich schlich in dein haus
des nachts
ich vermied die knarrenden dielen
und die quietschenden türen
dann steckte ich die kerzen
in die ausgetrunkenen flaschen
und flammen loderten
bis unter das dach
finde näherungsweises idee zur pointe gut und würde jene nur des klanges wegen über eine konjunktion verbinden
dann habe ich noch etwas zusammengeschrieben und die artikel als solche der bekanntheit ausgewiesen
nur so als ansatz
lg
hginsomnia
Re: nacht
Hallo Edekire,
nachts in ihr Haus zu schleichen, um bei Kerzenschein etwas Verlorenem etc. nachzuhängen hat eine gewisse tragische Melancholie, aber auch etwas latent Bedrohliches. Mit beidem kann ich als "Normalbürger" nicht viel anfangen, außer dass es mich auf Effekt geschrieben anmutet, da hilft auch das "flammende" Ende nicht viel.
LG
Perry
nachts in ihr Haus zu schleichen, um bei Kerzenschein etwas Verlorenem etc. nachzuhängen hat eine gewisse tragische Melancholie, aber auch etwas latent Bedrohliches. Mit beidem kann ich als "Normalbürger" nicht viel anfangen, außer dass es mich auf Effekt geschrieben anmutet, da hilft auch das "flammende" Ende nicht viel.
LG
Perry
Re: nacht
perry spricht da was ganz spannendes an.
aber ich kann mir nicht helfen: ich sehe ein potentiel brennendes haus
einen fragwürdigen unfall, der nur ein halber ist,
ein hund mit kleidungsfetzen zwischen den zähnen,
und einem brandfleck auf der seite
vielleicht ist das ende mehr ein anfang
und der anfang käme ohne das ende besser aus.
ein betreten von "deinem" haus, ohne ausgang, ohne sinn dahinter
ein reiner impuls, der aber nicht einmal als solcher ausformuliert bleibt.
wir müssen mutig sein, liebe edekire, um noch neues zu schaffen
aber ich kann mir nicht helfen: ich sehe ein potentiel brennendes haus
einen fragwürdigen unfall, der nur ein halber ist,
ein hund mit kleidungsfetzen zwischen den zähnen,
und einem brandfleck auf der seite
vielleicht ist das ende mehr ein anfang
und der anfang käme ohne das ende besser aus.
ein betreten von "deinem" haus, ohne ausgang, ohne sinn dahinter
ein reiner impuls, der aber nicht einmal als solcher ausformuliert bleibt.
wir müssen mutig sein, liebe edekire, um noch neues zu schaffen

Re: nacht
@hginsomnia
zu pathetisch ? würde mich nämlich ziemlich interessiren ob er das ist...
die frage der pointe finde ich auch wichtig und die konjunktion ist da sehr wesentlich...(ich beantworte das gerade rückwärts und hab shuya und perry schon geantwortet, und jetzt bin ich selber verwirrt, weil das an dich eigentlich zuerst kommt)
das deren bindet die flammen eindeutig an die kerzen so bleiben sie irgendwie kerzenflammen in der version:
in die ausgetrunkenen flaschen
und flammen loderten
bis unter das dach
brennt es eindeutig. das wolt ich eigentlich nicht
eber es freut mich das du mir in meinem arteschutz der artikel zustimmst

@perry
Hm also ich muss jetzt ehrlich einräumen das ich alle meine einbrecherischen tätigkeitkeiten ungefähr seit meinem neunten lebensjahr eingestellt habe. und ich hab nie ersthaft was abgebrannt. so wörtlich war das nicht gemeint. als der text in meinem kopf erschien hab ich ne ganze weile gezögert es aufzuschreiben, weil ich mich gefragt hab ob das nicht zu pathetisch oder zu....naja, vielleicht ist effektheischend oder vll plakativ ist...mich stört die formulierungen "auf effekt geschrieben" zwar, aber ich glaube was du meinst hab ich mich auch gefragt.
in der hinsicht werde ich den text vielleicht etwas schmälern
@shuya
hm du verwirrst mich ein bisschen muss ich gestehen... ich weiß immer nicht ob das jetzt auf den text inhaltlich oder textgeografisch ist...
meinst du damit die pathosoderzuholzhammerhaftfrage? da bin ich nämlich dran interessiert
wie meinst du das denn? das soll jetzt nicht zickig klingen ich hab nicht die geringste ahnung. bezieht sich das auf den text, auf das leben, das schreiben
amp;
*ernsthaft verwirrt*
meinst du mit dem anfang/ ende der text würde sich ohne pointe wohler fühlen würde? ich hab mich das nämlich gefragt eine pointe ist was komisches sie erzeugt ein gefühl der konstruiertheit ich dachte eigentlich ist ne pointe was für nen witz.
schöne grüße an euch alle drei
edekire
mich nimmt der text nicht so ganz ein, aber ich kann auch nicht genau bestimmen, warum dem so ist.
zu pathetisch ? würde mich nämlich ziemlich interessiren ob er das ist...
die frage der pointe finde ich auch wichtig und die konjunktion ist da sehr wesentlich...(ich beantworte das gerade rückwärts und hab shuya und perry schon geantwortet, und jetzt bin ich selber verwirrt, weil das an dich eigentlich zuerst kommt)
das deren bindet die flammen eindeutig an die kerzen so bleiben sie irgendwie kerzenflammen in der version:
in die ausgetrunkenen flaschen
und flammen loderten
bis unter das dach
brennt es eindeutig. das wolt ich eigentlich nicht
eber es freut mich das du mir in meinem arteschutz der artikel zustimmst

@perry
Mit beidem kann ich als "Normalbürger" nicht viel anfangen, außer dass es mich auf Effekt geschrieben anmutet, da hilft auch das "flammende" Ende nicht viel
Hm also ich muss jetzt ehrlich einräumen das ich alle meine einbrecherischen tätigkeitkeiten ungefähr seit meinem neunten lebensjahr eingestellt habe. und ich hab nie ersthaft was abgebrannt. so wörtlich war das nicht gemeint. als der text in meinem kopf erschien hab ich ne ganze weile gezögert es aufzuschreiben, weil ich mich gefragt hab ob das nicht zu pathetisch oder zu....naja, vielleicht ist effektheischend oder vll plakativ ist...mich stört die formulierungen "auf effekt geschrieben" zwar, aber ich glaube was du meinst hab ich mich auch gefragt.
in der hinsicht werde ich den text vielleicht etwas schmälern
@shuya
hm du verwirrst mich ein bisschen muss ich gestehen... ich weiß immer nicht ob das jetzt auf den text inhaltlich oder textgeografisch ist...
perry spricht da was ganz spannendes an.
meinst du damit die pathosoderzuholzhammerhaftfrage? da bin ich nämlich dran interessiert
wir müssen mutig sein, liebe edekire, um noch neues zu schaffen
wie meinst du das denn? das soll jetzt nicht zickig klingen ich hab nicht die geringste ahnung. bezieht sich das auf den text, auf das leben, das schreiben
amp; *ernsthaft verwirrt*
meinst du mit dem anfang/ ende der text würde sich ohne pointe wohler fühlen würde? ich hab mich das nämlich gefragt eine pointe ist was komisches sie erzeugt ein gefühl der konstruiertheit ich dachte eigentlich ist ne pointe was für nen witz.
schöne grüße an euch alle drei
edekire
Re: nacht
meinst du mit dem anfang/ ende der text würde sich ohne pointe wohler fühlen würde? ich hab mich das nämlich gefragt eine pointe ist was komisches sie erzeugt ein gefühl der konstruiertheit ich dachte eigentlich ist ne pointe was für nen witz.
genau das habe ich gemeint.
im klassischen bild eines gedichts, gibt es einen fluchtpunkt
die einzelnen sätze münden in einen und je weiter das gedicht führt, desto mehr werden die sätze zu eben jenem schlußsatz
der das gedicht rechtfertigt
und der durch das gedicht gerechtfertigt wird.
fehlt der - und dafür braucht es mut, wir fühlen, dass etwas inkomplett ist, so ganz ohne schluß - fängt es an spannend zu werden.
die flucht verschwindet, jeder satz muss für sich selber stehen und kann die anderen nur noch lose tragen.
das erfordert mehr kunstfertigkeit
aber bringt m.E. den leser oft weiter.
der schluß selbst wiederum, liest sich eher als ein anfang.
kerzen die bis unter die decke flammen
wachs, petroleum, holz, was knarrt knackt wenn es brennt, usw.
edit:
gutes extrembeispiel für diese "lose dichtung ohne pointe oder sinnsatz" sind heikus.
ein heiku unterliegt so strengen regeln in der form, dass der inhalt oft viel freier gestaltet wird
und jedes wort für sich isoliert genauso beeindruckend (oder oft auch: langweilig) wie jeder satz oder die sätze zusammen genommen wirkt.
Eisige Flocken
halten als Schneedecke warm,
schützen die Flora.
Spiegelndes Wasser.
Der Wind macht unser Gesicht
darin zur Fratze.
usw.
da muss sparsam und sinnvoll gesetzt werden,
es gibt keine lückenfüller, dafür hat man zu wenige silben zu verschenken.
man kann sich an der präzision bedienen ohne sich an die regeln halten zu müssen, das wäre vielleicht was für dich

Re: nacht
ja lass das /deren/ vor den flammen. hab die möglichkeit, auf die Näherungsweise glücklicherweise explizit aufmerksam macht, es personen anzudichten, übersehen. und weil Shuya die pointe angerissen hat. isses nicht schlicht und einfach immer eine, wenns punktgenau trifft? wobei die wortung rundum entscheidet, obs ein ha oder haha ist. egal wo im text? denn kommt sie ´gen ende, wirds allzugern der erhobene zeigefinger. so nach dem motto: na war das jetzt auf den punkt gebracht nicht strange wichtig witzig aussagekräftig oder was auch immer? der fluchtpunkt _wenns denn einer sein soll_ steht für mich hier am anfang, im titel. nacht 

Re: nacht
hab mal oben ne zweite version hinzugefügt
zum thema pointe
naja vielleicht schon aber meistens nimmt man das dann nicht so überdeutlich wahr oder? ich denke das ist vielleicht ein bisschen das problem' : überdeutlich... hab versucht das etwas zurückzudrängen mal sehen
@ shuya
hab auch schon haikus gemacht, ist nur schon ne weile her...
baum: eisglockenspiel
rüttelt der bissige wind
klimpernde töne
zum thema pointe
isses nicht schlicht und einfach immer eine, wenns punktgenau trifft?
naja vielleicht schon aber meistens nimmt man das dann nicht so überdeutlich wahr oder? ich denke das ist vielleicht ein bisschen das problem' : überdeutlich... hab versucht das etwas zurückzudrängen mal sehen
@ shuya
hab auch schon haikus gemacht, ist nur schon ne weile her...
baum: eisglockenspiel
rüttelt der bissige wind
klimpernde töne
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