novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Näherungsweise
Thaleia
Beiträge: 616
Registriert: 13.11.2006, 21:23
Wohnort: Golzheim

novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Beitragvon Näherungsweise » 26.11.2011, 19:47

die sonne zerfunzelt
die kanten des mondes
kristallisieren sich
am vagen himmel

ein baum glüht auf
den platanen ist
der oktoberrost
schon abgeblättert

eis blinzelt im gras
aus einer greisen weide
schießt ein schwarm
gelbgrüner papageien




erste variante zum vergleich:

die sonne zerfunzelt
und ein mond klebt
wie eine narbe bleich
am vagen himmel

ein baum glüht auf
von den platanen
ist der oktoberrost
schon abgeblättert

eis blinzelt im gras
aus einer greisen weide
schießt ein schwarm
gelbgrüner papageien
Besuch mich mal... in meinem kleinen Blog-Haus

Edekire
Pegasos
Beiträge: 1100
Registriert: 10.02.2004, 21:55
Wohnort: berlin

Re: novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Beitragvon Edekire » 06.12.2011, 00:04

hallo :-)

irgendwie ist das komscih mit dem gedicht. irgendwas daran überzeugt mich nicht und ich hab ne weile gebraucht um herauszubekommen was: ich glaub es liegt an der ersten strophe
und ein mond klebt
wie eine narbe bleich
am vagen himmel


es will sich mir einfach nicht so recht darstellen. irgendwie stört mich das es klebt wie ein narbe bleich. klebt wie ein narbe... das ich da immer mitlese (ich weiß man kanns auch anders lesen) kommt mir etwas schief vor.. und gleichzeitig empfinde ich das bild als etwas übertrieben hm vor für die stille die es verströmen könnte, wenn ich mir das vorstelle...

ich weiß auch nicht, das ist vielleicht nicht sehr hilfreich, aber ich bin selber nicht so ganz sicher :-&

schöne grüße

edekire

shuya
Prometheus
Beiträge: 367
Registriert: 17.04.2010, 13:51

Re: novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Beitragvon shuya » 06.12.2011, 01:40

ich gehe mit edekire d'accord,
die klebende narbe ist einfach kein so starkes bild

"aus einer greisen weide" das funktioniert viel besser
und gibt uns einen schönen verweis auf den wechsel in den winter der sich gerade draussen abspielt

die zerfunzelte sonne find' ich z.B. auch super.
nur die klebende narbe funktioniert am ende nicht.

da muss noch was :)

C_some1_2_smile_4
Minotauros
Beiträge: 59
Registriert: 19.06.2006, 20:05
Wohnort: Aschaffenburg

Re: novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Beitragvon C_some1_2_smile_4 » 06.12.2011, 21:11

Hallo Näherungsweise,

zuerst zu der bleichen Mondkritik...vielleicht "Mond hält, einer Narbe gleich den vagen Himmel"

und... der Schluß.. die farbigen Papageien-> geniales Bild!!! Hat mir total super gefallen.
Das Kopfkino war da :respect:

riemsche
Apollon
Beiträge: 5004
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milder Westen

Re: novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Beitragvon riemsche » 06.12.2011, 22:09

was da klebt gehört da irgendwie nicht hin. denn die sonne ist ja noch da. ich kenn das wackelbild (:->)) und mir gefällt deine beschreibung.
trotzdem würd ich die erste strophe wegen dem vergleichwörtchen /wie/ noch abiz überdenken. auf die spontane abiz was weg? nö lass dir ruhig viel von der restherbstzeit ;-)
die sonne zerfunzelt
und ein mond klebt
(wie eine) narbe bleich
am vagen himmel

lGr

Näherungsweise
Thaleia
Beiträge: 616
Registriert: 13.11.2006, 21:23
Wohnort: Golzheim

Re: novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Beitragvon Näherungsweise » 07.12.2011, 01:40

ihr lieben, wie recht ihr habt! was haltet ihr von folgender alternative:

die sonne zerfunzelt
die kanten des mondes
kristallisieren sich
am vagen himmel

für zeile 2 habe ich noch zahllose alternativen:
  • die narben des mondes
  • die furchen des mondes
  • und mondnarben
  • risse, rillen, kruste usw.

aber kante gefällt mir schon allein wegen der widersinnigkeit am besten.

danke für's lesen und für die überaus hilfreichen kommentare.

gruß,
nw.
Besuch mich mal... in meinem kleinen Blog-Haus

Edekire
Pegasos
Beiträge: 1100
Registriert: 10.02.2004, 21:55
Wohnort: berlin

Re: novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Beitragvon Edekire » 07.12.2011, 10:04

die version gefällt mir deutliche besser! aber ich finde das "sich" überflüssig, warum nicht kristallisieren.. irgendwie hört sich das reflexiv für mich koisch an und ohne finde ichs klarer und ich finde du solltest bei kanten bleiben, passt am besten zu ein sich ausbildenden harten struktur. narben die sich kristallisieren fänd ich nämlich irgendwie schief

schöne grüße

edekire

Näherungsweise
Thaleia
Beiträge: 616
Registriert: 13.11.2006, 21:23
Wohnort: Golzheim

Re: novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Beitragvon Näherungsweise » 07.12.2011, 11:12

oder:

die sonne zerfunzelt
das raue kristall
des mondes reift
am vagen himmel

oder:

die sonne zerfunzelt
die rauen schatten
des mondes reifen
am vagen himmel

aber ich finde das "sich" überflüssig, warum nicht kristallisieren.. irgendwie hört sich das reflexiv für mich koisch an und ohne finde ichs klarer

habe ich auch schon überlegt. ich habe es hauptsächlich aus rhythmischen überlegungen drin gelassen, aber ich überleg mir das nochmal.

gruß,
nw.
Besuch mich mal... in meinem kleinen Blog-Haus

Fragga
Kerberos
Beiträge: 8
Registriert: 07.12.2011, 13:54

Re: novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Beitragvon Fragga » 07.12.2011, 14:13

Auch wenn es manchmal komisch rüber kommt, es gefällt mir.
:-)

riemsche
Apollon
Beiträge: 5004
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milder Westen

Re: novemberlandschaft mit tropischen vögeln

Beitragvon riemsche » 07.12.2011, 20:26

na wenn du weiter überlegst, tu ich das auch. das mit den kanten kommt gut. ich spiel mich mal abiz:
die sonne zerfunzelt
der kantige mond
kristallisieren
am vagen himmel

bei den platanen hast du auch umgepuzzelt, wie ich sehe. wie wärs, wenn du dir nun den artikel sparst und zeile 2 mit /von/ beginnst?

so jetzt lass ich dich weiter überlegen :-)
lGriemsche


Zurück zu „Gedichte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Baidu [Spider] und 6 Gäste