Jahreswende

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
ernstblumenstein
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Jahreswende

Beitragvon ernstblumenstein » 31.12.2011, 18:43

Wald und Flur ruhn
kalt, feucht, still
braunes Eichenlaub
raschelt in der Luft
die Natur erstarrt.

Menschliche Energie
fliesst immerzu
lässt Menschen eilen
hektisch umher
in Gedanken an
ein besseres Leben.
eb 2001

shuya
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Re: Jahresende/wende

Beitragvon shuya » 01.01.2012, 15:54

Frohes Neues, mein Lieber!

kleinerer Änderungsvorschlag/kleine Korrektur:
ernstblumenstein hat geschrieben:raschelt im Luft

raschelt in (der) Luft


ansonsten gehört das nicht zu der Sorte Gedicht, die eine klare Meinung bei mir hinterlassen.
vielleicht weil die ruhe der natur und die unruhe der menschen, oder diese klare trennung eben zwischen natur und mensch
mir seltsam ist. das ist ein verkürztes Bild, dem etwas essentielles fehlt - für mich persönlich natürlich nur - und das wäre aber auch die einzige Kritik die ich habe

denn es ist gut geschrieben und ich habe an der Form nichts auszusetzen, rythmus und pointe sind stimmig und das gedicht funktioniert als abgeschlossener corpus gut (:
daher nimm meine Kritik als etwas rein subjektives in deine Gedanken dazu auf.

ernstblumenstein
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Re: Jahresende/wende

Beitragvon ernstblumenstein » 02.01.2012, 20:52

Liebe Shuya,
das wünsch ich Dir auch von Herzen!

zu deiner Korrektur:
Ja, klar, dass es "in der" heissen muss. Weisst Du, im Schweizerdialekt
kann man es so schreiben, es ist zwar gewagt, aber es geht. Und so wollte
ich das hier als etwas Besonderes einsetzen!!???? Es war eine Platzpatrone.

Die klare Trennung zwischen Natur und Mensch stört mich selber nicht. Aber Du
hast recht, irgend etwas fehlt, eine interessante Aussage oder ein Erkenntnis,
ein "Verbindungsstück" (was für ein schlimmes Wort). Meinst Du damit, dass dem
Gedicht der Hals zwischen Kopf und Bauch fehlt?
Du, ich werde hirnen, ob ich da noch was hinkriege?, Es ist schwierig, es muss
passen!!, es darf nicht einfach gesucht sein, Alibi sein, ich versuche es. Wenn
Du mir später noch einen Rat hast, nur zu. Ich danke Dir für deinen Hinweis.
Ernst

riemsche
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Re: Jahresende/wende

Beitragvon riemsche » 02.01.2012, 23:47

gruezi Ernst

wie ich dem letzten kommentar entnehme, biste noch am sinnen. ich mag die erste strophe. das wanderlied_klisché /wald und flur/ ließe sich mE mit einem schlichten wortabtausch sanfter in fluss bringen. bei der zweiten strophe sind es die worte /nur ... manchmal/ die eine behauptung nicht unterstützen. eher das gegenteil ist der fall. womit wir wieder beim sinnen wären. riemsche würde wahrscheinlich mit
Menschen hetzen zu
weilen ziellos umher
beginnen. spielerei ich weiß. aber es geht natürlich auch anders. und danach in folge ebenso. aber das überlass ich lieber Dir :-)

lGriemsche

ernstblumenstein
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Re: Jahresende/wende

Beitragvon ernstblumenstein » 05.01.2012, 13:30

Liebe Shuya,
Ich habe nachfolgend versucht, einen "Hals" zwischen Kopf und Bauch einzubauen.

Flur und Wald ruhn.......................9.1.12.Neu!..Wald und Flur ruhn
feucht, kalt, still..........................................feucht, kalt, still
braunes Eichenlaub.......................................braunes Eichenlaub
raschelt in der Luft.......................................raschelt in der Luft
die Natur starrt...........................................die Natur starrt.

Menschliche Energie......................................Regen fliesst
jedoch fliesst immer zu..................................Menschen hetzen
drum eilen Menschen.....................................suchen
hektisch umher............................................nach dem besseren Leben.
immer auf der Suche.....................................
nach dem besseren Leben...................
bis hin zum Aus.
......................................... .....Neu! Was meinst Du, Shuya. Versuchte, es wieder mehr "authentisch nach mir" zu machen.
Es interessiert mich, was Du meinst. Ernst.

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Re: Jahresende/wende

Beitragvon ernstblumenstein » 05.01.2012, 16:38

Grüezi Riemsche
Auch Dir im Neuen alles Gute. Ich weiss bei deinem Kommentar
nie genau, was Du meinst. Aber das ist wahrscheinlich mein Problem.
Ich habe deine Bemerkungen gedeutet und versucht, etwas zu machen:

Menschliche Energie
fliesst immerzu
lässt Menschen eilen
hektisch umher
auf der Suche
nach besserem Leben
bis hin zum Aus.

Nur Flur und Wald ruhn
feucht, kalt, still
braunes Eichenlaub
raschelt in der Luft
die Natur starrt.

Ja, eigentlich bis ich gespannt, Shuya und Riemsche. Grüsse Ernst

riemsche
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Re: Jahresende/wende

Beitragvon riemsche » 06.01.2012, 00:54

servus Ernst,
das mit dem wortabtausch in der ersten zeile war EIN gedanke. bleib dran, Deinen rhythmus zu finden. dich _im unklaren was ich eigentlich sagen will_ wegen riemscher denkschreibe zu verbiegen ist da ein für beide seiten von vornherein unbefriedigender ansatz. ist dann einfach nicht mehr Ernst (.->)) gibts noch ein anderes wort für menschliche energie? und dünkt mir das nur jetzt so wichtig, weil im umfeld dieser an sich technoiden metapher worte wie // immer zu/auf drum umher // an wirkung nehmen, das gesamtbild verwässern? braun ist ne hausnummer von farbe. wie würdest dU sie nennen? ist im moment das, was mir durch den kopf schwirrt .... und nie genau zu wissen, was ich meine, mit ziemlicher sicherheit ganz gut so :-) nimmt abiz am selbstvorwurf in sachen beeinflussung. oder zumindest abiz von dem, was ich im umgekehrten fall unter beeinflussung verstehen würde. dU schreibst. ich lese. bleiben wir dabei.
lGriemsche

shuya
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Re: Jahresende/wende

Beitragvon shuya » 12.01.2012, 09:47

Menschliche Energie
fliesst immerzu
lässt Menschen eilen
hektisch umher
auf der Suche nach
einem
besserem Leben
bis hin zum Aus.

Nur Flur und Wald ruhn
feucht, kalt und still
braunes Eichenlaub
raschelt in der Luft
während oder als falls sich das nicht gegen den sinn deines textes stellt
die Natur erstarrt.


hallo mein lieber!
oben ein paar kleine korrektur-vorschläge
die mitnichten sein müssen, sind nur meine persönlichen anmerkungen, um das ganze flüssiger zu gestalten.

"bis hin zum Aus" habe ich rot markiert, weil ich mich daran noch am ehesten störe
- ein schwieriges ding.. mir persönlich wäre das jetzt zu fatalistisch á la
"du lebst, rennst hin und her und stirbst dann, sei bloß frustriert duuu!" (polemisch ausgedrückt)

ich bin gerade am überlegen was es für alternativen gäbe..

über dessen ganze Spanne
auf der Suche nach
einem besseren Leben

in Gedanken an
ein besseres Leben

ihr Leben lang
auf der Suche
nach
einem besseren

das gäbe es vielleicht noch ein paar Möglichkeiten, auch über die genannten hinaus
---------

die Natur starrt
.. starren war mir auf zweiten Blick zu zweideutig
kann es doch ein verkürztes "erstarren" / "erstarrt sein" bedeuten oder eben starren wie "jemanden anstarren"
deshalb habe ich das "er" noch drangehängt.
weiß aber nicht, ob das so gut für dich funktioniert, vielleicht ist das "starrt" ja auch sehr wichtig.

schön finde ich, dass hier keine so typische verherrlichung der natur statt findet
sie ruht zwar in sich, aber ist dabei irgendwo unnahbar und kalt,
in ihrer grundstruktur unantastbar: einfach leben, vegetation, ausbreitung, vermehrung, diversifizierung

"Menschliche Energie
fliesst immerzu"
je öfter ich den satz lese, desto besser gefällt er mir.
am anfang wusste ich noch nicht so recht damit umzugehen, aber mittlerweile hab ich ihn lieb gewonnen.
für mich der stärkste im ganzen text
und ein gelungener einstieg

ich hoffe ich konnte dir damit noch ein wenig weiterhelfen

liebe Grüße!

ernstblumenstein
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Re: Jahreswende

Beitragvon ernstblumenstein » 16.01.2012, 16:28

Hallo Riemsche,
Danke Dir für deine Ausführungen. Du hast Recht, ich muss deine Gedanken anders einordnen.
Nicht einfach, werde es zukünftig versuchen. Das Gedicht habe ich vor allem mit Shuyas Hilfe
korrigiert. Machs guet. Ernst

riemsche
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Re: Jahreswende

Beitragvon riemsche » 17.01.2012, 20:40

ja Shuya ist im beim umfassend allgemeinverständliches erklären in nähe text und autor eine klasse für sich. bin heilfroh dass es sie gibt (:->)) und weil du von gedanken und deren neue ordnung sprichst .... ich muß wegen zuviel an ordnung manchmal alle schachteln öffnen, um dann meistens in der vor_letzten dEn gedanken zu finden, der da bis jetzt ganz gut aufgehoben war - im moment mit mir aber ganz woanders hin will ....
liebe grüsse an den Ernst
riemsche


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