Morgendämmerung

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Der Physiker
Erinye
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Morgendämmerung

Beitragvon Der Physiker » 11.02.2012, 19:32

Hey,
ich bitte zu aller erst vielmals um Entschuldigung für das schlechte Gedicht... Ich habe nach einer schlechten Erfahrung lange nichts mehr geschrieben und fange wieder an. Würde mich sehr freuen, wenn ich konstruktive Kritik bekommen könnte...

Morgendämmerung

Die Sterne stehen hoch am Himmelszelt,
Die Lichterlein flackern auf dieser Welt
Alles umrahmt von einer dunklen Macht;
Dann herrscht auf der Erde Nacht.

Die dunkle Nacht, die einmal alles war,
Bis sich aus der Finsternis das Licht gebar,
Buhlt nun nach jeder zwölften Stund
Um des Menschen hoher Gunst.
Doch kaum steigt des Morgens erster Dunst,
Und löset die Sonne des Mondes Bund,
So zieht sie sich schleunigst von dannen;

Kaum gewinnt die Sonne wieder die Oberhand,
Erleuchten ihre Strahlen schon Flur und Felder,
So strömt ihre Wärme durch das ganze Land,
Wärmt Menschen, Katzen, die Tiere der Wälder,
Fährt in alle Glieder, belebt das Leben wieder.
Ein neuer Tag beginnt.

Perry
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Re: Morgendämmerung

Beitragvon Perry » 13.02.2012, 16:08

Hallo Physiker,
ein gereimtes Naturgedicht, da bewegst du dich auf einer jahrhundertlang bewährten Dichterstraße, musst dich allerdings an all denen messen lassen, die das bereits der Welt kund getan haben. ;-)
Formal fällt auf, dass du keine einheitliche Metrik, Strophen- und Reimform verwendest (Absicht?).
Die Bildsprache ist passend, auch wenn sie sich ein wenig (zu) nahe am Bekannten anlehnt:

"dunkle Nacht", "steigt des Morgens erster Dunst",

oder Gleiches wiedergibt:

"Sonne/Sonne", Wärme/wärmt",

Inhaltlich kann ich der Aussage

"Buhlt nun nach jeder zwölften Stund"

nicht zustimmen, denn i.d.R. verdrängt die Sonne die Nacht jeden Morgen, also alle 24 Stunden.

Gut gefällt mir die "Personifizierung" der Nacht, der Sonne und des Mondes, weil es das Nachempfinden natürlicher Vorgänge gut veranschaulicht und in menschliches Denken einbindet.

Ich hoffe, du empfindest meine Ktitik nicht als vernichtend, sondern eher unterstützend.

LG
Perry

Der Physiker
Erinye
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Re: Morgendämmerung

Beitragvon Der Physiker » 13.02.2012, 19:42

Hey Perry,
vielen Dank für die konstruktive Kritik!
Ich verwende absichtlich keine einheitlich Metrik und Strophenform, da genau das unregelmäßige ( bzw. "Unperfekte", meiner Meinung nach) die "Schönheit" von Kunst ausmacht.
Die am altbekannten entlehnte Bildsprache war ebenfalls mehr oder weniger Absicht; Bei mir schaut Gedichte schreiben nämlich so aus: Ich habe eine Geschichte im Kopf, die ich erzählen will und sinniere erst einmal darüber, wie man den Kern der Geschichte etwas verschleieren könnte und oftmals stoße ich beim Grübeln auf Ausdrücke, Versen aus Werken, die ich gelesen habe (was mir immer erst hinter auffällt - in dem Moment denke ich erstmal nicht, was mir als erstes einfällt und passend erscheint, wird aufgeschrieben :-) ).

Grüße,
Der Physiker

Kastell
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Re: Morgendämmerung

Beitragvon Kastell » 15.02.2012, 23:31

hi,

vorne das Nichts des Physikers, und hinten die Energie, die das Leben erst ermöglicht - ich fände etwas mehr Entvadern der dunkle Macht gut, einen größeren Anteil am Gedicht, und wie buhlt und lockt sie?

kastell

im moment zwischen den baumstämmen des eigenen romans versinkend - huch, ist da noch viel zu vertäuen!
Nobody in the lane, and nothing, nothing but blackberries,/ Blackberries on either side, though on the right mainly, A blackberry alley, going down in hooks, and a sea/ Somewhere at the end of it, heaving...

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Re: Morgendämmerung

Beitragvon shuya » 16.02.2012, 02:16

Kastell hat geschrieben:im moment zwischen den baumstämmen des eigenen romans versinkend - huch, ist da noch viel zu vertäuen!

zeig mal was, los hopp! (:

Kastell
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Re: Morgendämmerung

Beitragvon Kastell » 17.02.2012, 15:13

shuya,

da gibt es immer ups und downs und erkältungen. hatte da schon mal etwas angedacht, aber wenn ich jetzt energie hab, mach ich lieber weiter.

B-) ähem!

kastell
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riemsche
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Re: Morgendämmerung

Beitragvon riemsche » 17.02.2012, 19:17

kinderlieder (weisst du wieviel sternlein stehen ....) weihnachtslieder wintergrusskarten usw. usw. usw.
nen wilden mix hast du da gebastelt. wobei das mit der metrik das kleinste oder überhaupt kein problem darstellt. aber vor lauter fragmentierung, vandenanderen und verschleierungstaktik um den kern der aussage bleibt mE nix mehr vom sinn und _was viel wichtiger ist_ von dir selber übrig.
ob das jetzt konstruktive kritik ist, wage ich zu bezweifeln aber nach dem was da steht bzw. nicht steht kann ich auf die objektive wahrlich nicht sonderlich viel damit anfangen. sorry.
lGr

Der Physiker
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Re: Morgendämmerung

Beitragvon Der Physiker » 18.02.2012, 19:22

Hey,
danke für Deine ehrliche Meinung riemsche! Ich sollte vlt. dazu sagen, dass ich eine Strophe weggelassen habe (die werde ich noch umändern, sie war inhaltlich ein wenig kritisch :-)). Außerdem entstand dieses Gedicht aus reiner Verzweiflung in einer Analysis Vorlesung und deshalb steckt wenig Sinn dahinter :-)))

Grüße in den Wilden Westen Österreichs
Der Physiker

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Re: Morgendämmerung

Beitragvon riemsche » 20.02.2012, 00:21

Der Physiker hat geschrieben: Ich sollte vlt. dazu sagen, dass ich eine Strophe weggelassen habe (die werde ich noch umändern, sie war inhaltlich ein wenig kritisch

was glaubst denn du, für was ein forum wie das hier gut ist ?? :-)
also rrrrrrrrrrrrrrraus damit und wenngeht dann original. sonst passt das ding womöglich plötzlich nicht mehr ins gefüge. was verzweiflung ob analysis abträglich sein könnte .. was schade wäre.
lGriemsche

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Re: Morgendämmerung

Beitragvon Der Physiker » 20.02.2012, 13:54

So, hier jetzt das gesamte Gedicht. Ist nicht ganz das Orginal (das hatte ich schon vernichtet). Und noch was: Verzweiflung war nicht nur ob Analysis...:

Morgendämmerung

Die Sterne stehen hoch am Himmelszelt,
Die Lichterlein flackern auf dieser Welt
Alles umrahmt von einer dunklen Macht;
Dann herrscht auf der Erde Nacht.

Die dunkle Nacht, die einmal alles war,
Bis sich aus der Finsternis das Licht gebar,
Buhlt nun nach jeder zwölften Stund
Um des Menschen hoher Gunst.
Ein Gesicht, des Engels gleich,
Das Haar schwelgend im betörenden Rauch
Mit wohlklingender Stimme, singend auch
Entführet Sie Dich in ihr Reich.
Du denkest, ein Platz an Ihrer Seite wär auf ewig Dein
Nur wie immer, führt all vermeintlich Glück zu Pein
Das liebreizend Engelein ist in Wirklichkeit ein Bengelein
Sirenen gleich sie Dich erblickt,
Doch Dein Herz an ihr zerbricht;
Du dachtest, seit langem wieder pumpt mein rechter Stein
Dieses Mal muss es die richt’ge sein
Doch wieder einmal soll ich nicht leben
Umsonst wieder einmal mein Streben
Ich darf weiterhin mein Fell gerben
Ich sollt aufhören zu werben,
irgendwann werde ich deswegen sterben.

Sie ist schon Untertan einer anderen Macht,
Was ich mir schon längst gedacht,
Doch immer noch gehofft, dass es nicht wahr
Aber bei einem Engel ist es ja klar;
Und dass sie denkt, ich sei sonderbar –
Ist natürlich sonnenklar

Warum immer dasselbe Spiel, dasselbe Ziel?
Der Sieg, der ruft, doch an des Siegers Platz klebt Blut
Das ist des Spieles Regel Nummer eins, derselbe alte Hut
Wie oft wurd’ ich schon geschasst durch’s weite Land?
Als Verrückter wurd’ ich immer zu verkannt
Mit Flüchen belegt, zum Schweigen verbannt
In dieser Zeit ist mein Herz verbrannt

Jede Nacht nun die quälenden Fragen:
Soll ich ihr alles sagen?
Doch so verwerflich ist mein Betragen
Ich kann es nicht, ich habe kein Recht
Ich möchte nicht, dass ihr mit mir brecht

Doch kaum steigt des Morgens erster Dunst,
Und löset die Sonne des Mondes Bund,
So ziehen sich die Gedanken schleunigst von dannen;

Kaum gewinnt die Sonne wieder die Oberhand,
Erleuchten ihre Strahlen schon Flur und Felder,
Und strömt ihre Wärme durch das ganze Land,
Wärmt Menschen, Katzen, die Tiere der Wälder,
Fährt in alle meine Glieder, belebt das Leben wieder.
Ein neuer Tag beginnt.

Fragga
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Re: Morgendämmerung

Beitragvon Fragga » 07.03.2012, 17:19

Mir gefällt die Morgendämmerung sehr gut, ohne wenn und aber.
:-))


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