Die Runde vergnügt sich
gepflegte Gesichter
im Licht, weisse Hemden
machen auf Fröhlichkeit.
Die verbrauchten Gesichter
der Arbeiter ergänzen sich
starren ins Nichts
der Eintönigkeit.
Dazwischen Schatten
um das Licht zu deuten
doch zurück bleiben
kalte Füsse am Ofen.
EB 1968, rev. 2012
kalte Füsse am Ofen
-
ernstblumenstein
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Re: Kalte Füsse am Ofen
Hallo Ernst,
ein (Lebens)Winterthema, wie mir scheint.
Ein wenig fehlt mir auf Anhieb der Zusammenhang zwischen den Strophen, von "weißen Hemden und Krawatten" öffnet sich mir keine Tür zu "Licht und Schatten bzw. dem Nichts."
Gut gefällt mir die philosophisch angereicherte Schlussstrophe.
LG
Perry
ein (Lebens)Winterthema, wie mir scheint.
Ein wenig fehlt mir auf Anhieb der Zusammenhang zwischen den Strophen, von "weißen Hemden und Krawatten" öffnet sich mir keine Tür zu "Licht und Schatten bzw. dem Nichts."
Gut gefällt mir die philosophisch angereicherte Schlussstrophe.
LG
Perry
Re: Kalte Füsse am Ofen
was hier glaube ich nicht funktioniert ist der übergang in der zweiten strophe
licht und schatten ist ein kontrast aber gezeichnete gesichter sind keiner, es sind ja nur gezeichnete. ich weißm das kann ja unterschiedlich sein kann man aber so im text nicht finden. dementsprechend scheint sich der rest der strophe nur auf licht und schatten zu beziehen und ich verliere die gezeichneten gesichter sofort aus den augen. so gesehen ist der vergleich schief.... oder braucht mehr differenzierung der gesichter... vll sind das dann aber doch eher graustufen...
schöne grüße
edekire
Auch gezeichnete Gesichter
ergänzen einander
wie Licht und Schatten
ohne das eine gähnt das andere
und Eintönigkeit zerfrisst das Nichts.
licht und schatten ist ein kontrast aber gezeichnete gesichter sind keiner, es sind ja nur gezeichnete. ich weißm das kann ja unterschiedlich sein kann man aber so im text nicht finden. dementsprechend scheint sich der rest der strophe nur auf licht und schatten zu beziehen und ich verliere die gezeichneten gesichter sofort aus den augen. so gesehen ist der vergleich schief.... oder braucht mehr differenzierung der gesichter... vll sind das dann aber doch eher graustufen...
schöne grüße
edekire
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ernstblumenstein
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Re: Kalte Füsse am Ofen
Hallo, liebe Edelkire,
Hallo lieber Perry,
Ich danke Euch für eure Anregungen. Ich versuche, euch beiden etwas Licht ! in meine damalige Gedankenwelt zu bringen.
1. Strophe: Hier sprach ich die neu aufkommende, tonangebende Gesellschaftsklasse an, wie sie sich damals gab und nach meinem
Gutdünken schon vom normalen Volk abgehoben hat. Ich war keineswegs neidisch auf diese Leute, profitierte ich doch selber auch
vom wirtschaftlichen Aufschwung jener Zeit. Aber ich hatte 1968 schon ein ungutes Gefühl, was die Entwicklung dieser Classe politique
angeht. Dies versuchte ich mit den ganz wenig Zeilen zu beschreiben.
2. Strophe: Hier versuchte ich die Arbeiterklasse zu beschreiben (gezeichnete Gesichter = verbrauchte, müde Gesichter) ! Ja, jetzt merke
ich, dass ich selber "in der Luft" hänge, was den Zusammenhang zwischen "gezeichnete Gesichter (Arbeiter) zu Licht-Schatten-Nichts" betrifft,
respektive wie ich ihn überhaupt verständlicher beschreiben könnte.
Fazit: Edelkire fragt zu Recht nach dem Sinn in der 2. Strophe, es stimmt, es ist kein Zusammenhang vorhanden. Perry sucht zu Recht nach
der Sinn-Verbindung zwischen der 1. und 2. Strophe! Tja, ich habe das Gedicht seinerzeit aus reinen Emotionen geschrieben ohne jegliche
Ueberlegungen, wie ich sie jetzt auf Grund eurer berechtigten Anregungen mir stellen muss. Eine sehr schwierige Korrektur für mich. Ich
werde es versuchen. Danke für weitere Anregungen.
Herzliche Grüsse an euch beide. Ernst. (http://ernstblumenstein.wordpress.com)
Hallo lieber Perry,
Ich danke Euch für eure Anregungen. Ich versuche, euch beiden etwas Licht ! in meine damalige Gedankenwelt zu bringen.
1. Strophe: Hier sprach ich die neu aufkommende, tonangebende Gesellschaftsklasse an, wie sie sich damals gab und nach meinem
Gutdünken schon vom normalen Volk abgehoben hat. Ich war keineswegs neidisch auf diese Leute, profitierte ich doch selber auch
vom wirtschaftlichen Aufschwung jener Zeit. Aber ich hatte 1968 schon ein ungutes Gefühl, was die Entwicklung dieser Classe politique
angeht. Dies versuchte ich mit den ganz wenig Zeilen zu beschreiben.
2. Strophe: Hier versuchte ich die Arbeiterklasse zu beschreiben (gezeichnete Gesichter = verbrauchte, müde Gesichter) ! Ja, jetzt merke
ich, dass ich selber "in der Luft" hänge, was den Zusammenhang zwischen "gezeichnete Gesichter (Arbeiter) zu Licht-Schatten-Nichts" betrifft,
respektive wie ich ihn überhaupt verständlicher beschreiben könnte.
Fazit: Edelkire fragt zu Recht nach dem Sinn in der 2. Strophe, es stimmt, es ist kein Zusammenhang vorhanden. Perry sucht zu Recht nach
der Sinn-Verbindung zwischen der 1. und 2. Strophe! Tja, ich habe das Gedicht seinerzeit aus reinen Emotionen geschrieben ohne jegliche
Ueberlegungen, wie ich sie jetzt auf Grund eurer berechtigten Anregungen mir stellen muss. Eine sehr schwierige Korrektur für mich. Ich
werde es versuchen. Danke für weitere Anregungen.
Herzliche Grüsse an euch beide. Ernst. (http://ernstblumenstein.wordpress.com)
Re: Kalte Füsse am Ofen
Hallo Ernst,
laut deiner Erläuterung möchtest du mit deinem Text den Konflikt zwischen der Arbeiter- und Herrscherklasse beschreiben.
Die Runde vergnügt sich
gepflegte Gesichter
im Licht, weissen Hemden -> weiße
machen auf Fröhlichkeit.
Die verbrauchten Gesichter
der Arbeiter ergänzen sich -> gleichen sich würde besser passen
sie gähnen ins Nichts -> starren, denn gähnen tun eher Münder
der Eintönigkeit.
Dazwischen bringe man Schatten -> "bringe man" bringt einen belanglosen allgemeinen Ton in den Text, der nicht zum kritischen Tenor
passt, besser wäre "bringe man" wegzulassen.
um das Licht zu deuten
doch zurück bleiben
kalte Füsse am Ofen.
Ich hoffe, meine Anmerkungen helfen dir weiter.
LG
Perry
laut deiner Erläuterung möchtest du mit deinem Text den Konflikt zwischen der Arbeiter- und Herrscherklasse beschreiben.
Die Runde vergnügt sich
gepflegte Gesichter
im Licht, weissen Hemden -> weiße
machen auf Fröhlichkeit.
Die verbrauchten Gesichter
der Arbeiter ergänzen sich -> gleichen sich würde besser passen
sie gähnen ins Nichts -> starren, denn gähnen tun eher Münder
der Eintönigkeit.
Dazwischen bringe man Schatten -> "bringe man" bringt einen belanglosen allgemeinen Ton in den Text, der nicht zum kritischen Tenor
passt, besser wäre "bringe man" wegzulassen.
um das Licht zu deuten
doch zurück bleiben
kalte Füsse am Ofen.
Ich hoffe, meine Anmerkungen helfen dir weiter.
LG
Perry
Re: Kalte Füsse am Ofen
Hallo Ernst,
ich muss ehrlich zugeben, dass ich ohne deine erklärung auf die idee nicht gekommen wäre. und nun, da ich es weiß kann ich nicht mehr sagen ob der text nun zu entschlüsseln ist.
ich würd aber eher bei ergänzen bleiben. das hat sowas von zusammengehörigkeit.
prinzipiell kann ich einfach nicht beurteilen wie sehr du den text ins heute bringen willst. damals, das gefühl und heute? weißt du viel mehr was damals nur ein ahnung war, vieles hat an berechtigung gewonnen oder verloren. die kritik die zu dem zeitpunkt genügte, genügt sie dir heute noch? vielleicht musst du den text als einen teil der vergangeheit so abschließen. oder vielleicht einbinden in dein heutige sich, damals die diffuse ahnung und das ist auch darin noch fehlt das konkrete und nun dein heute mit deinem heutigen wissen um das was dann kam...
nur mal so als gedankengang
liebe grüße
edekire
ich muss ehrlich zugeben, dass ich ohne deine erklärung auf die idee nicht gekommen wäre. und nun, da ich es weiß kann ich nicht mehr sagen ob der text nun zu entschlüsseln ist.
ich würd aber eher bei ergänzen bleiben. das hat sowas von zusammengehörigkeit.
prinzipiell kann ich einfach nicht beurteilen wie sehr du den text ins heute bringen willst. damals, das gefühl und heute? weißt du viel mehr was damals nur ein ahnung war, vieles hat an berechtigung gewonnen oder verloren. die kritik die zu dem zeitpunkt genügte, genügt sie dir heute noch? vielleicht musst du den text als einen teil der vergangeheit so abschließen. oder vielleicht einbinden in dein heutige sich, damals die diffuse ahnung und das ist auch darin noch fehlt das konkrete und nun dein heute mit deinem heutigen wissen um das was dann kam...
nur mal so als gedankengang
liebe grüße
edekire
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ernstblumenstein
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Re: kalte Füsse am Ofen
Hallo Perry
Besten Dank für deine Hilfestellung. Als ich den Text schrieb, war es
kein Konflikt, sondern Gefühle, dass sich eine neue "Kluft" zwischen
"neuen Reichen" und der Arbeiterschaft auftun könnte. Der alte
Text taugte nicht, ich glaube, mit deinen Ergänzungen könnte er
taugen. Keine einfache Sache, so oder so. Liebe Grüsse Ernst.
Besten Dank für deine Hilfestellung. Als ich den Text schrieb, war es
kein Konflikt, sondern Gefühle, dass sich eine neue "Kluft" zwischen
"neuen Reichen" und der Arbeiterschaft auftun könnte. Der alte
Text taugte nicht, ich glaube, mit deinen Ergänzungen könnte er
taugen. Keine einfache Sache, so oder so. Liebe Grüsse Ernst.
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ernstblumenstein
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Re: kalte Füsse am Ofen
Meine Liebe
Danke für deine Gedanken. Deine Frage nach der Entschlüsselung des Textes unter den Umständen,
wie ich das Zustandekommen des Textes Dir und Perry schilderte, ist berechtigt. Dann kommt das Problem,
wie lösen
- damals, verstand man den Text nicht, also war er nicht brauchbar.
- heute, was ist anders - was hat sich gewandelt? Heute müsste
wieder anders formuliert werden.
Ich habe das Zwischending mit Perry versucht, war froh um seine Hilfe. Es ist so oder so
ein Spagat, es ist Hans was Heiri...
- es ist kein Text mehr aus den 60ern !
- es ist kein aktueller, heutiger Text !
Für mich ist der neue verständlicher als der alte.
Es ist und bleibt schwierig. Ob er mich befriedigt, weiss ich noch nicht.
Ich danke Dir für deine stets anregenden und hilfreichen Gedanken. Liebe Grüsse Ernst.
Danke für deine Gedanken. Deine Frage nach der Entschlüsselung des Textes unter den Umständen,
wie ich das Zustandekommen des Textes Dir und Perry schilderte, ist berechtigt. Dann kommt das Problem,
wie lösen
- damals, verstand man den Text nicht, also war er nicht brauchbar.
- heute, was ist anders - was hat sich gewandelt? Heute müsste
wieder anders formuliert werden.
Ich habe das Zwischending mit Perry versucht, war froh um seine Hilfe. Es ist so oder so
ein Spagat, es ist Hans was Heiri...
- es ist kein Text mehr aus den 60ern !
- es ist kein aktueller, heutiger Text !
Für mich ist der neue verständlicher als der alte.
Es ist und bleibt schwierig. Ob er mich befriedigt, weiss ich noch nicht.
Ich danke Dir für deine stets anregenden und hilfreichen Gedanken. Liebe Grüsse Ernst.
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