ich werde krank
auf meiner reise
um ein verwittertes feld
spannt mein herz die hohe stille
das licht am mond gebrochen, zwei minuten alt
wir wissen nicht um seine gegenwart
ein fiebertraum
dünne luft im kamm,
wenn ich noch weiter soll morgen,
dann muss der schlaf noch tiefer dringen
in den hochofen der erinnerung
schmelzen / die zeit
ist sie ein gerades band, wird es noch heute reissen
selbst das feuer
erstickt
hier oben schnell
jisei
Re: jisei
Hallo Shuya,
wenn es ein Text im Sinne eines Todesgedichtes sein soll, hätte ich als erstes eine der japanischen Kurzformen (Waka, Haiku etc.) erwartet.
Die Bilder scheinen von der letzten Reise eines Todkranken zu erzählen, wobei ich das "verwitterte feld" und "das hier oben" nicht so richtig verorten kann, außer es ist eine Nahtoderfahrung.
LG
Perry
PS: "dünne Luft im Kamm" verspüre ich auch manchmal.
wenn es ein Text im Sinne eines Todesgedichtes sein soll, hätte ich als erstes eine der japanischen Kurzformen (Waka, Haiku etc.) erwartet.
Die Bilder scheinen von der letzten Reise eines Todkranken zu erzählen, wobei ich das "verwitterte feld" und "das hier oben" nicht so richtig verorten kann, außer es ist eine Nahtoderfahrung.
LG
Perry
PS: "dünne Luft im Kamm" verspüre ich auch manchmal.

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hginsomnia
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- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: jisei
hallo shuya,
die essenz dieses gedichtes baut auf der ungemeinen poesie des todes auf, und die ist m.e. besonders hier zu sehen:
ich würde, glaube ich, noch etwas straffen, also ohne die eher äußerlichen gestaltungen des li beschreiben:
ich bastel mal ein wenig:
auf meiner reise
um ein verwittertes feld
spannt mein herz die hohe stille
das licht am mond gebrochen, zwei minuten alt
wir wissen nicht um seine gegenwart
ein fiebertraum
dünne luft im kamm,
weit entrückt muss ein verwegener schlaf
in den hochofen der erinnerung
schmelzen / die zeit
ist sie ein gerades band, wird es noch heute reissen
alles natürlich nur so als ausgangspunkt deiner bearbeitung zu verstehen
lg
hginsomnia
die essenz dieses gedichtes baut auf der ungemeinen poesie des todes auf, und die ist m.e. besonders hier zu sehen:
shuya hat geschrieben:auf meiner reise
um ein verwittertes feld
spannt mein herz die hohe stille
ich würde, glaube ich, noch etwas straffen, also ohne die eher äußerlichen gestaltungen des li beschreiben:
shuya hat geschrieben:ich werde krank
shuya hat geschrieben:wenn ich noch weiter soll morgen,
dann muss der schlaf noch tiefer dringen
shuya hat geschrieben:sogar das feuer
erstickt
hier oben schnell
ich bastel mal ein wenig:
auf meiner reise
um ein verwittertes feld
spannt mein herz die hohe stille
das licht am mond gebrochen, zwei minuten alt
wir wissen nicht um seine gegenwart
ein fiebertraum
dünne luft im kamm,
weit entrückt muss ein verwegener schlaf
in den hochofen der erinnerung
schmelzen / die zeit
ist sie ein gerades band, wird es noch heute reissen
alles natürlich nur so als ausgangspunkt deiner bearbeitung zu verstehen
lg
hginsomnia
Re: jisei
Perry hat geschrieben:Hallo Shuya,
wenn es ein Text im Sinne eines Todesgedichtes sein soll, hätte ich als erstes eine der japanischen Kurzformen (Waka, Haiku etc.) erwartet.![]()
Die Bilder scheinen von der letzten Reise eines Todkranken zu erzählen, wobei ich das "verwitterte feld" und "das hier oben" nicht so richtig verorten kann, außer es ist eine Nahtoderfahrung.
LG
Perry
PS: "dünne Luft im Kamm" verspüre ich auch manchmal.
ich lasse mich gerne von dieser rigiden kunstform inspirieren und hole mir anstöße aus tankas und heikus
aber ich komme aus einem anderen kulturellen hintergrund.. es würde vermutlich künstlich anmuten, wenn ich wirklich welche schreiben würde
- hier war es mir allerdings wichtig die referenz aufrecht zu erhalten..
der bezug spannt sich zweierlei, a: habe ich ein furchtbar schönes jisei gelesen und habe daraufhin eine eigene version davon geschrieben, quasi um es mir selbst im schreibprozess zu übersetzen und meine position darin bewusst zu machen
b: die deutschen und die japaner verbindet eine wanderlust wie sie kaum irgendwo in den moderneren kulturen (ab 1700 aufwärts) zu finden ist,
es wird meiner erfahrung nach von keinen völkern mehr gewandert..
wir finden in den ursprüngen der deutschen kunst und lyrik eine unfassbare sehnsucht nach der natur - das selbe gilt natürlich für die kunst der tankas, haikus etc.
eine weite wanderung, eine letzte reise / sehr romantische vorstellungen, die tief in beiden kulturen verankert sind.
ps: haha, ja der satz kam mir auch komisch vor.. ich wusste nur nicht wohin damit.. hab ihn vier mal geändert und am ende doch gelassen wie er war.
//
auf meiner reise
um ein verwittertes feld
das ist aber ein schöner fund.. das wäre mir nicht aufgefallen.
ich danke mal wieder hg (:
vielleicht schaffe ich es mich nachher noch einmal ran zu setzen!
danke für die anregungen, ich schau mal was ich da verwandeln kann.
Re: jisei
trauriger tenor aber ein positives. ich mag´s in deiner version (auf seine art auch in hginsomnia´s) und grübelte einmal da_
seufzer oder aufbruch ... wo ich doch weiter soll morgen
_und einmal da:
ist das feuer im kontext sächlich oder nicht ... selbst das feuer (?)
lGriemsche
Perry hat geschrieben:wenn ich noch weiter soll morgen,
seufzer oder aufbruch ... wo ich doch weiter soll morgen
_und einmal da:
shuya hat geschrieben:sogar das feuer
ist das feuer im kontext sächlich oder nicht ... selbst das feuer (?)
lGriemsche
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