langsame nacht so lang
ich hab' sie in den augen verloren
da schneidet sich scharf ein gedanke
an den rändern der stadt
da schneidet sich scharf eine stadt
an den resten der gedanken
der leute die ins bett fallen
weil sie aufstehen müssen
& gallen statt lungen
in ihre katalysatoren schieben
vielleicht ein paar zentimeter lang langsame nacht
drückend die pickel aus ein gerät
dringt schwer atmend in mehrere wunden ein
& niemand mehr draußen der was sieht &
nicht zum schuften geht
& so viele verschlossene fenster
dass es keine fenster gibt
langsame nacht
Re: langsame nacht
Hallo hginsomnia,
liest sich wie Depression pur, die Hilflosigkeit des LI spiegelt sich in den verwendeten Bildern gut wider.
Dem was Du mit den "paar Zentimeter" ausdrücken wolltest, will ich nicht weiter auf den Grund gehen.
LG
Perry
liest sich wie Depression pur, die Hilflosigkeit des LI spiegelt sich in den verwendeten Bildern gut wider.
Dem was Du mit den "paar Zentimeter" ausdrücken wolltest, will ich nicht weiter auf den Grund gehen.
LG
Perry
Re: langsame nacht
erstmal:
der schluss ist ziemlich stark.
ich habe mich an einen freund erinnert gefühlt, der sich mit heroin niedergestreckt hat.
anders als perry, lese ich erdrückenden gleichmut.
weit hinter den idealen der depression, die es vielleicht vorher einmal gab,
in der noch eine anklage läge.
//
den ersten teil verstehe ich allerdings kaum
auch nicht gefühlsmäßig.
einzelteile gefallen mir:
"ich hab' sie in den augen verloren" - ein schönes wortspiel
"da schneidet sich scharf ein gedanke
an den rändern der stadt" - clevere ortsbeschreibung, clevere "soziale zuordnung" (wenn man so weit gehen will mit der interpretation), schöne begriffe
"da schneidet sich scharf eine stadt
an den resten der gedanken
der leute die ins bett fallen
weil sie aufstehen müssen
& gallen statt lungen
in ihre katalysatoren schieben"
hiermit kann ich wiederum nichts anfangen,
das geht mir persönlich zu weit, versperrt sich zu sehr
hast du lust was dazu zu sagen?
und nochwas:
langsame nacht so lang <-> vielleicht ein paar zentimeter lang langsame nacht
widerspricht sich nicht unmittelbar
aber widerstrebt mir..
natürlich steht das erstere im kontext mit dem verlieren.. aber es bleibt: schwierig.
liebe Grüße (:
der schluss ist ziemlich stark.
ich habe mich an einen freund erinnert gefühlt, der sich mit heroin niedergestreckt hat.
anders als perry, lese ich erdrückenden gleichmut.
weit hinter den idealen der depression, die es vielleicht vorher einmal gab,
in der noch eine anklage läge.
//
den ersten teil verstehe ich allerdings kaum
auch nicht gefühlsmäßig.
einzelteile gefallen mir:
"ich hab' sie in den augen verloren" - ein schönes wortspiel
"da schneidet sich scharf ein gedanke
an den rändern der stadt" - clevere ortsbeschreibung, clevere "soziale zuordnung" (wenn man so weit gehen will mit der interpretation), schöne begriffe
"da schneidet sich scharf eine stadt
an den resten der gedanken
der leute die ins bett fallen
weil sie aufstehen müssen
& gallen statt lungen
in ihre katalysatoren schieben"
hiermit kann ich wiederum nichts anfangen,
das geht mir persönlich zu weit, versperrt sich zu sehr
hast du lust was dazu zu sagen?
und nochwas:
langsame nacht so lang <-> vielleicht ein paar zentimeter lang langsame nacht
widerspricht sich nicht unmittelbar
aber widerstrebt mir..
natürlich steht das erstere im kontext mit dem verlieren.. aber es bleibt: schwierig.
liebe Grüße (:
-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: langsame nacht
hallo zusammen,
ja, ich weiß auch nicht so recht:
ich kann da, glaube ich, nichts eindeutig abschließendes zu sagen. ich will es auch nicht so richtig. ich biete mal so einen skizzierten gedanken an:
die stadt, die sich an den resten der gedanken schneidet - der satz geht ja noch weiter. da geht es um die leute, die für die gedanken daran, wer sie einmal waren und was sie werden wollten, was ihnen wichtig ist, keinen sinn mehr haben, weil sie von job zu job verschoben werden, jobs freilich, die ihre antriebskraft nicht aus motivation (lunge), sondern aus not (galle) entwickeln.
der (scheinbare) widerspruch ist gewollt, weil es hier um subjektivität geht und da mag ich diese dinge, aus denen sich der leser was bauen kann, so er will. abgesehen davon referieren die paar zentimeter - perry deutete es an - auch noch auf etwas anderes. wenn es jetzt von zuvielen als schwierig empfunden wird, schaue ich mir das nochmal an. wahrscheinlich ist der text aber eh für die tonne.
habt dank,
lg
hginsomnia
ja, ich weiß auch nicht so recht:
shuya hat geschrieben:"da schneidet sich scharf eine stadt
an den resten der gedanken
der leute die ins bett fallen
weil sie aufstehen müssen
& gallen statt lungen
in ihre katalysatoren schieben"
hiermit kann ich wiederum nichts anfangen,
das geht mir persönlich zu weit, versperrt sich zu sehr
hast du lust was dazu zu sagen?
ich kann da, glaube ich, nichts eindeutig abschließendes zu sagen. ich will es auch nicht so richtig. ich biete mal so einen skizzierten gedanken an:
die stadt, die sich an den resten der gedanken schneidet - der satz geht ja noch weiter. da geht es um die leute, die für die gedanken daran, wer sie einmal waren und was sie werden wollten, was ihnen wichtig ist, keinen sinn mehr haben, weil sie von job zu job verschoben werden, jobs freilich, die ihre antriebskraft nicht aus motivation (lunge), sondern aus not (galle) entwickeln.
shuya hat geschrieben:langsame nacht so lang <-> vielleicht ein paar zentimeter lang langsame nacht
widerspricht sich nicht unmittelbar
aber widerstrebt mir..
natürlich steht das erstere im kontext mit dem verlieren.. aber es bleibt: schwierig.
der (scheinbare) widerspruch ist gewollt, weil es hier um subjektivität geht und da mag ich diese dinge, aus denen sich der leser was bauen kann, so er will. abgesehen davon referieren die paar zentimeter - perry deutete es an - auch noch auf etwas anderes. wenn es jetzt von zuvielen als schwierig empfunden wird, schaue ich mir das nochmal an. wahrscheinlich ist der text aber eh für die tonne.
habt dank,
lg
hginsomnia
Re: langsame nacht
rein nach gefühl mE gar nicht mal sooooo depressiv. klar in beschreibung einer gerade noch erträglich unerträglichen .... auf dass endlich was passiert. vielleicht abiz unentschlossen und deshalb ... aber wie gesagt_rein nach gefühl. und das lässt sich numal schwer eins zu eins auf die eigenbefindlich und empfindlich persönliche umlegen. manchmal nützt es teilweisem verständnis, was wem in reihenfolge bei betrachtung einer situation in den sinn kommt. so gesehen gehst das für meinen geschmack ab den paar zentimetern ssherr mechanisch an. frag mich aber nicht, wie´s anders ausschauen würd. das wirst du für dich wohl am besten wissen (:->))
lGriemsche
lGriemsche
-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: langsame nacht
die frage ist aber dann doch wieder mal, riemsche, wie man sich so über einen text unterhalten will. ich habe dieses gefühl, du ein anderes, was sich wieder nicht auf mein gefühl übertragen lässt ... - das funktioniert doch nicht zum austausch.
sagt mir lieber, was ihr schlecht und was ihr grottenschlecht findet. so ein wirrwarr wie in deinem komm., riemsche, hilft mir da nicht wirklich weiter. natürlich werden wir nicht immer einer meinung sein (dieser text hier gefällt mir selbst nicht so), aber wenigstens ist dann mal 'ne ansage gemacht und damit ein anknüpfungspunkt hergestellt. ich werde (als autor
) lieber verdroschen als hingehalten.
lg
hginsomnia
sagt mir lieber, was ihr schlecht und was ihr grottenschlecht findet. so ein wirrwarr wie in deinem komm., riemsche, hilft mir da nicht wirklich weiter. natürlich werden wir nicht immer einer meinung sein (dieser text hier gefällt mir selbst nicht so), aber wenigstens ist dann mal 'ne ansage gemacht und damit ein anknüpfungspunkt hergestellt. ich werde (als autor
) lieber verdroschen als hingehalten.lg
hginsomnia
Re: langsame nacht
wahrscheinlich ist der text aber eh für die tonne.
aber mitnichten!
da steckt viel drin, habe ich vielleicht nicht deutlich genug gesagt.
ich habe am anfang große probleme gehabt rein zu kommen
aber der schlußteil ist mehr als super.
Re: langsame nacht
hginsomnia hat geschrieben:die frage ist aber dann doch wieder mal, riemsche, wie man sich so über einen text unterhalten will. ich habe dieses gefühl, du ein anderes, was sich wieder nicht auf mein gefühl übertragen lässt ... - das funktioniert doch nicht zum austausch.
wie bereits in einem anderen thread ausführlich diskutiert, haben wir beide eigenwillige ansätze, was die herangehensweise an texte anbelangt. so wie hier, was die gefühlsebene anbelangt. wo du keinen austausch siehst, findet für mich bereits einer statt. lesen und schreiben.
hginsomnia hat geschrieben:sagt mir lieber, was ihr schlecht und was ihr grottenschlecht findet. so ein wirrwarr wie in deinem komm., riemsche, hilft mir da nicht wirklich weiter.
stellst du texte ein, die du grottenschlecht findest? ich nicht. und bei der ernsthaftigkeit wie du an lyrik herangehst, du sicher auch nicht. wer bin ich also, dir so destruktiv zu kommen? was die form anbelangt - nun du überlegst dir dazu das deine. ich das meine - und könnte wetten, dass du "verbesserungs"vorschläge meinerseits aus gutem grund sehr bedenklich findest, der umgekehrt in etwa derselbe wäre. nämlich dass es dann nicht irgendwie doch mehr dAs ist, was es an eigenem werden sollte. ich "belasse" es daher beim ersten eindruck. der bei dem steigenden angebot für intenette leser numal entscheidend ist. auf den ich mich ohne vorbehalte realtime einlassen kann. dass ich dafür nicht immer die richtigen oder dir sofortverständlichen worte finde, soll nicht dein problem sein. meins isses auch nicht wirklich - aber ich arbeite dran
lGriemsche
-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: langsame nacht
ich will dir das auch nicht zum vorwurf machen, nur mir bringen diese 'also mein erster eindruck ist ...'- kritiken rein gar nichts. ich fasse hier mal so deine fragen aus diesem und dem anderen kommentar unter 'ringumkehrweg' zusammen.
ob ich texte reinstelle, die ich für grottenschlecht halte?
nein, aber welche, bei denen ich unsicher bin. zudem gestehe ich jedem zu, sie als grottenschlecht zu bewerten. das schöne daran wäre nämlich, dass jemand ein solches werturteil dann auch begründen sollte, seine argumentation also auch über einen ersten eindruck hinaus gehen sollte. damit ist also ein solches urteil, weil zwingend eine begründung einfordernd, alles andere als destruktiv.
die frage nach (verbesserungs-)vorschlägen
mir ist es erstmal egal, ob jemand in einer kritik konkrete vorschläge macht, solange die kritik begründet ist. wenn sie das nämlich ist, findet sich für mich ein anknüpfungspunkt. es liegt in der natur der sache, dass dabei meinungen auseinandergehen, aber es ließe sich diskutieren. ich habe lieber 10 texte mit 100 kommentaren als umgekehrt, du nicht - schade. bei einem ersten eindruck stehenzubleiben, halte ich für destruktiv (ich habe das stichwort der fließbandware schon mehrfach in diesem zusammenhang verwendet und dein begriff 'angebot' passt sehr gut dazu). ich halte diesen zugang im übrigen für überhaupt nicht eigenwillig.
ich selbst habe hier im forum einige kritiken gänzlich ohne konkrete vorschläge gestaltet. das war dann einigen aber auch wieder nicht recht. ich will jetzt aber nicht wieder alles durchdiskutieren.
die frage nach dem livepublikum (aus dem anderen thread)
die wenigsten meiner texte sind vortragslyrik. sie sind dafür also nicht gemacht. ich halte keine vorträge, ganz bewusst nicht! glücklicherweise gibt es welche, die lesen meine texte und begnügen sich nicht mit einem ersten eindruck. diesen dränge ich mich nicht auf. manchmal fragen sie mich nach etwas und ich antworte ihnen. ganz einfach und unkompliziert, so wie ich es mir hier im forum leider nicht mehr vorstellen kann.
lg
hginsomnia
ob ich texte reinstelle, die ich für grottenschlecht halte?
nein, aber welche, bei denen ich unsicher bin. zudem gestehe ich jedem zu, sie als grottenschlecht zu bewerten. das schöne daran wäre nämlich, dass jemand ein solches werturteil dann auch begründen sollte, seine argumentation also auch über einen ersten eindruck hinaus gehen sollte. damit ist also ein solches urteil, weil zwingend eine begründung einfordernd, alles andere als destruktiv.
die frage nach (verbesserungs-)vorschlägen
mir ist es erstmal egal, ob jemand in einer kritik konkrete vorschläge macht, solange die kritik begründet ist. wenn sie das nämlich ist, findet sich für mich ein anknüpfungspunkt. es liegt in der natur der sache, dass dabei meinungen auseinandergehen, aber es ließe sich diskutieren. ich habe lieber 10 texte mit 100 kommentaren als umgekehrt, du nicht - schade. bei einem ersten eindruck stehenzubleiben, halte ich für destruktiv (ich habe das stichwort der fließbandware schon mehrfach in diesem zusammenhang verwendet und dein begriff 'angebot' passt sehr gut dazu). ich halte diesen zugang im übrigen für überhaupt nicht eigenwillig.
ich selbst habe hier im forum einige kritiken gänzlich ohne konkrete vorschläge gestaltet. das war dann einigen aber auch wieder nicht recht. ich will jetzt aber nicht wieder alles durchdiskutieren.
die frage nach dem livepublikum (aus dem anderen thread)
die wenigsten meiner texte sind vortragslyrik. sie sind dafür also nicht gemacht. ich halte keine vorträge, ganz bewusst nicht! glücklicherweise gibt es welche, die lesen meine texte und begnügen sich nicht mit einem ersten eindruck. diesen dränge ich mich nicht auf. manchmal fragen sie mich nach etwas und ich antworte ihnen. ganz einfach und unkompliziert, so wie ich es mir hier im forum leider nicht mehr vorstellen kann.
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hginsomnia
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