..... au.?.ah .....

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
riemsche
Apollon
Beiträge: 5165
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milder Westen

..... au.?.ah .....

Beitragvon riemsche » 25.02.2013, 23:52

_____

das Unerträgliche ist
seit Literatur sich seiner annimmt
nicht erträglicher geworden

Literatur ist - auch wenn ihre eifrigsten
Liebhaber nicht müde werden
dies zu verbreiten - keine Therapie
zur Lebensbewältigung denkbar ungeeignet
wirft sie doch da, wo sie gelungen
Fragen auf, die geeignet sind
Menschen um den Verstand zu bringen

_____
Dateianhänge
au.ah.JPG
au.ah.JPG (124.16 KiB) 14280 mal betrachtet

hginsomnia
Klio
Beiträge: 590
Registriert: 03.09.2009, 05:04

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon hginsomnia » 26.02.2013, 09:23

8-)

Perry
Melpomene
Beiträge: 711
Registriert: 26.02.2009, 21:48

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon Perry » 26.02.2013, 15:21

Hallo riemsche,
eine gewagte Behauptung, die Du hier in den Raum stellst.
Natürlich ist Literatur nicht da "Unerträgliches" erträglicher zu machen,
das müssen wir schon selber machen.
Sie kann aber Aufmerksamkeit erregen, anprangern.
Was die Problembewältigung durchs "Schreiben von der Seele" anbelangt,
gibt es viele positive Beispiele, wobei sich der tatsächliche Erfolg
natürlich von außen nicht belegen lässt.
LG
Perry

hginsomnia
Klio
Beiträge: 590
Registriert: 03.09.2009, 05:04

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon hginsomnia » 26.02.2013, 18:08

Ich weiß jetzt schon, dass ich aufpassen muss, mich nicht im Ton zu vergreifen, wenn ich das hier kommentiere, aber wie kann man denn bitte einen solchen Unsinn schreiben, die Literatur sei nicht dazu in der Lage, Unerträgliches erträglicher zu machen. Natürlich kann sie das nicht immer und natürlich kann nicht jede Literatur soetwas leisten, aber wie kann man bloß ernsthaft über Literatur schreiben, wenn man annimmt, dass jedes Buch auf jeden gleich zu wirken habe? Ich könnte kotzen.

Da gibt es vielleicht einen kleinen Jungen, der etwas als unerträglich empfindet, ohne von existentiellen Nöten bedroht sein zu müssen. Wer will denn behaupten, dass dieses Empfinden nichts wert ist? Der Junge liest vielleicht 'die unendliche Geschichte' und identifiziert sich mit Bastian. Soll das keine Linderung sein?

Da gibt es vielleicht einen Teenager, der sich in einem spießigen Kaff gefangen fühlt. Der liest dann möglicherweise 'On the road' und weiß, das Gefängnis kann ein Ende finden. Soll das keine Linderung sein?

Da gibt es vielleicht einen Erwachsenen, der nach einem Unfall ans Krankenhausbett gefesselt sich wiederfindet, alleingelassen mit inneren Dämonen. Kann ja sein, dass er 'Die Dämonen' liest und sich genussvoll in der Komplexität verliert, plötzlich äußere Dämonen erfährt, aber nicht als Einschüchterung, sondern als Erkenntnis, nicht allein zu sein. Soll das keine Linderung sein?

OMFG ich kann gar nicht sagen, was ich piep piep piep piep .

riemsche
Apollon
Beiträge: 5165
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milder Westen

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon riemsche » 26.02.2013, 21:25

hginsomnia hat geschrieben:wie kann man bloß ernsthaft über Literatur schreiben, wenn man annimmt, dass jedes Buch auf jeden gleich zu wirken habe

ich gehe doch davon aus, dass sich das mit der unerträglichkeit genauso verhält. also worüber reden wir? über berührende einzelbeispiele oder das trio-infernale. krieg hunger dummheit. wobei sich für meinungsumfragen in aktuell betroffenen köpfen und gebieten über gut informierte quellen immer welche finden lassen werden, die ein gutes buch im leben hielt.
lGriemsche

hginsomnia
Klio
Beiträge: 590
Registriert: 03.09.2009, 05:04

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon hginsomnia » 27.02.2013, 20:37

riemsche, entschuldige, aber wovon redest du?

ich kommentierte deinen text, in welchem du schriebst, literatur sei ungeeignet, unerträgliches erträglich zu machen, indem ich dir beispiele nenne, die das gegenteil belegen. es geht dabei nicht um ein (natürlich nicht allgemeingültiges) unerträgliches, sondern um das, was du schriebst: gute literatur werfe fragen auf und sei daher nicht zur linderung geiegnet (als gäbe es diesen widerspruch). das ist einfach barer unsinn.

ohnehin sollte ich wahrscheinlich nicht weiterlesen, wenn jemand einen satz mit "literatur ist ..." beginnt. meistens kommt dabei nichts heraus. so ein satz z.b. wie "literatur ist keine therapie" ist als ob man sage, "brot ist keine wurst". das stimmt natürlich, aber es ist banal, zudem gelingt es mir dann doch, das brot zu bestreichen und mit wurst zu belegen. und wie das dann mundet und wie das dann stärkt.

riemsche
Apollon
Beiträge: 5165
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milder Westen

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon riemsche » 27.02.2013, 21:35

wir beide sortieren unsere prioritäten anders. das isses. wahrscheinlich. oder alternativ: was sind weltweit für dich menschlich gesehen die 3 unerträglichsten welchen?
aber ich finds interessant und bereichernd, dass wir -in letzter zeit abiz seltener- an unserem anscheinend immeeeeeeeeeensen verständigungsproblem arbeiten :-)
wenn du dir zu jedem suchbegriff das /ist/ denkst, wär´s dann bei Dir mit lesen finito? in hoffe doch schwer auf ein: NÖ ! in dem sinne weiterhin unvoreingenommene
grüsse vom riemsche

hginsomnia
Klio
Beiträge: 590
Registriert: 03.09.2009, 05:04

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon hginsomnia » 28.02.2013, 02:11

nein, wir setzten die prioritäten nicht anders, denn dein text hat damit nichts zu tun. wenn jemand hunger leidet, werde ich bestimmt nicht sagen, dass ein buch seinen hunger stillen kann.

das ist aber keine frage deinex textes. dieser behandelt nämlich die ebene der literatur. ich werde mit einem buch auch keine atomrakete aufhalten können, dass du aber in form von allgemeingültig daherkommenden floskeln der literatur im ganzen fähigkeiten ab- und im gegenzug andere zusprichst, ist halt vollkommener unsinn. da hilf auch keine relativierung ex post. vermutlich ist die kunst neben dem glauben (der nicht meins ist) die beeindruckendste form der lebensbewältigung überhaupt. genug zu essen zu haben und nicht von angriffen auf seele, leib und leben bedroht zu sein, sind keine fragen der lebensbewältigung, sondern solche des überlebens.

Näherungsweise
Thaleia
Beiträge: 616
Registriert: 13.11.2006, 21:23
Wohnort: Golzheim

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon Näherungsweise » 28.02.2013, 16:15

das unerträgliche ist, dass nichts unerträglich ist.

auch nicht so sinnlose diskussionen, was literatur ist und was nicht.

:-D
Besuch mich mal... in meinem kleinen Blog-Haus

riemsche
Apollon
Beiträge: 5165
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milder Westen

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon riemsche » 28.02.2013, 20:51

hginsomnia hat geschrieben:nein, wir setzten die prioritäten nicht anders, denn dein text hat damit nichts zu tun. wenn jemand hunger leidet, werde ich bestimmt nicht sagen, dass ein buch seinen hunger stillen kann.

ist so´n widerspruch in sich. du klammerst aus deiner sicht und somit mit gutem recht von vornweg meine topunerträglichen aus und ersetzt sie durch deine. nu wenn´s nicht anders gesetzte prioritäten waren, was dann?
hginsomnia hat geschrieben:genug zu essen zu haben und nicht von angriffen auf seele, leib und leben bedroht zu sein, sind keine fragen der lebensbewältigung, sondern solche des überlebens.

das jeden tag, in wechselnd gewaltbereitem umfeld und über generationen hin ist mE ne form von lebensbewältigung, die einen gesunden überlebenswillen _wenn auch notgedrungenermaßen_ bereits voraussetzt.
Näherungsweise hat geschrieben:das unerträgliche ist, dass nichts unerträglich ist.

das gilt wahrscheinlich nur für zuschauer - und betreiber entsprechender sender
Näherungsweise hat geschrieben:auch nicht so sinnlose diskussionen, was literatur ist und was nicht.

ohne /so sinnlose/ geb ich dir da natürlich annähernd recht :-D

hginsomnia
Klio
Beiträge: 590
Registriert: 03.09.2009, 05:04

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon hginsomnia » 03.03.2013, 14:16

ich diskutiere nicht darüber, was literatur ist und klammer auch gar nix aus, schließlich habe ich den text da oben nicht geschrieben.


in dem text da oben steht kein brot und kein wasser
und keine waffe. die literatur werfe fragen
auf, wenn gut sie sei, und wäre
deshalb keine linderung. das ist zu lesen
da oben in dem text. da kann auch
der liebhaber nix machen, der suggeriere
ja eh nur, es sei anders, und ohnehin
das schrecklich unerträgliche sei
ebenso gleich schrecklich mit
der literatur. das ist schon da zu finden,
oben in dem text. da kann man nix machen,
außer sein entsetzen drunter zu droppen,
über den text da, oben.

riemsche
Apollon
Beiträge: 5165
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milder Westen

Re: ..... au.?.ah .....

Beitragvon riemsche » 04.03.2013, 21:04

du gibst wohl nie auf was?
auch so ne saite, die ich an dir schätze
ein_widerspruch
dem (m)ein text zugrundeliegt
greift bei mir mit hörensagen verlyrschen
machts dichten interessanter weil bei zeitpunkt
niederschrift die eigene position noch kein thema ist


Zurück zu „Gedichte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 41 Gäste