eine bushaltestelle zum verfallen
geplant wie diese erledigt ihre
bank von selbst und sich
in den bewohnern einer gegend
die platt auf grasnarben
der deiche blickt
deren grün bereits überholt
vom halt scheint und ein bus
der kommt zur vollen stunde
verplant an den ortschaften
vorbei zum rest einer landstraße
bleibt stehen
als gäbe es einen zusteiger
der sich sputete
wenn die die sich kennen
woanders sind wer
wollte es ihnen verübeln
ein gefährt einer blamage
gleich auf dem asphalt
und schotter ruckelnd
zu vergessen
zu dem sie aus den kernen
der gespuckten dörfer weit
liefen nicht platz
zu nehmen auf dem morschen
regenfeld das als sitz galt
früher dort wo
vor einer woche ein mädchen litt
unter einem mann
den niemand kannte
von qual soll nicht die rede sein
denn einer müsste hier weiter schreiben
und der passende platz fehlt
bushalt
Re: bushalt
Hallo hginsomnia,
die aufgelassene Bushaltestelle als Symbol des Verfalls gefällt mir gut, auch die zeilenübergreifenden Bilder.
Zum Schluss habe ich das Gefühl, dass Du mit dem "ein Mädchen litt" unbedingt noch etwas "Aktion" reinbringen wolltest.
Ich würde das Ganze etwas mehr verdichten.
LG
Perry
die aufgelassene Bushaltestelle als Symbol des Verfalls gefällt mir gut, auch die zeilenübergreifenden Bilder.
Zum Schluss habe ich das Gefühl, dass Du mit dem "ein Mädchen litt" unbedingt noch etwas "Aktion" reinbringen wolltest.
Ich würde das Ganze etwas mehr verdichten.
LG
Perry
Re: bushalt
zum verfallen geplant. hm. ich mag deine beobachtung in detail und zusammenhang. passagenweise steig ich im fluss gelesen nicht ganz durch. zB
eine bushaltestelle zum verfallen geplant wie diese erledigt ihre bank von selbst und sich in den bewohnern einer gegend die platt auf grasnarben der deiche blickt
das mit dem /erledigt sich/ ist klar. aber /IN den bewohnern/ ?
und da perry schon ein VERDICHTEN würdet, bin ich jetzt stille und warte
lGriemsche
eine bushaltestelle zum verfallen geplant wie diese erledigt ihre bank von selbst und sich in den bewohnern einer gegend die platt auf grasnarben der deiche blickt
das mit dem /erledigt sich/ ist klar. aber /IN den bewohnern/ ?
und da perry schon ein VERDICHTEN würdet, bin ich jetzt stille und warte
lGriemsche
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hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: bushalt
hallo zusammen,
danke für eure kommentare. ich habe nun wirklich keine ahnung, was ihr unter verdichtung versteht. vielleicht, vermutlich ist das nicht meine vorstellung vom begriff. so als schlagwort kann ich damit jedenfalls nichts anfangen.
@ riemsche
ja, in den bewohnern. passt schon so.
@ perry
naja, ich hab' ja das gedicht geschrieben, von daher wäre es irgendwie blöd, wenn ich jetzt sagen würde, du hast da etwas wichtiges übersehen. jedenfalls sind die letzten beiden strophen hintergrund und keine beigabe. wegen dieser bekommt die beschreibung einer bushaltstelle für mich überhaupt erst tiefe. ein solches ereignis, wie es dort angedeutet wird, mit 'aktion' zu beschreiben, halte ich für mindestens ungünstig.
trotzdem danke für eure eindrücke
lg
hginsomnia
danke für eure kommentare. ich habe nun wirklich keine ahnung, was ihr unter verdichtung versteht. vielleicht, vermutlich ist das nicht meine vorstellung vom begriff. so als schlagwort kann ich damit jedenfalls nichts anfangen.
@ riemsche
ja, in den bewohnern. passt schon so.
@ perry
naja, ich hab' ja das gedicht geschrieben, von daher wäre es irgendwie blöd, wenn ich jetzt sagen würde, du hast da etwas wichtiges übersehen. jedenfalls sind die letzten beiden strophen hintergrund und keine beigabe. wegen dieser bekommt die beschreibung einer bushaltstelle für mich überhaupt erst tiefe. ein solches ereignis, wie es dort angedeutet wird, mit 'aktion' zu beschreiben, halte ich für mindestens ungünstig.
trotzdem danke für eure eindrücke
lg
hginsomnia
Re: bushalt
Hallo hginsomnia,
was ein Autor schreibt und was ein Leser liest ist manchmal nicht das Gleiche.
Ob eine Vergewaltigungsbeschreibung an einer aufgelassenen Bushaltestelle einem lyrischen Text Tiefe gibt ist sicher Ansichtssache.
LG
Perry
was ein Autor schreibt und was ein Leser liest ist manchmal nicht das Gleiche.
Ob eine Vergewaltigungsbeschreibung an einer aufgelassenen Bushaltestelle einem lyrischen Text Tiefe gibt ist sicher Ansichtssache.
LG
Perry
Re: bushalt
hmmmm. und nochmal hmmmm.
erst die verlassenheit und das verfallen eines ortes (man kann den zahn der zeit richtig hören, wie er hier kaut) und dann das unmittelbare, unerwartete grauen, das hinter dem banalen auftaucht.
der schluss, wo es eigentlich interessant wird...
... klingt für mich persönlich nach dem eingeständnis des erzählers, nicht die angemessenen worte zu finden. ich würde das lieber weglassen, da das versagen und die befindlichkeit des erzählers angesichts des angedeuteten ereignisses zurücktreten sollten.
die beschreibung des ortes bekommt am schluss plötzlich eine ganz neue dimension. von dieser seite auf jeden fall eine gute "wendung". aber es bleibt doch ein ungleichgewicht in dem text, wo das wesentliche zugunsten einer beschreibung ausgespart bleibt und am ende ein fundamentales schweigen trohnt.
aber vielleicht kann man es auch gar nicht besser machen.
mfg,
[) i r k
erst die verlassenheit und das verfallen eines ortes (man kann den zahn der zeit richtig hören, wie er hier kaut) und dann das unmittelbare, unerwartete grauen, das hinter dem banalen auftaucht.
der schluss, wo es eigentlich interessant wird...
von qual soll nicht die rede sein
denn einer müsste hier weiter schreiben
und der passende platz fehlt
... klingt für mich persönlich nach dem eingeständnis des erzählers, nicht die angemessenen worte zu finden. ich würde das lieber weglassen, da das versagen und die befindlichkeit des erzählers angesichts des angedeuteten ereignisses zurücktreten sollten.
die beschreibung des ortes bekommt am schluss plötzlich eine ganz neue dimension. von dieser seite auf jeden fall eine gute "wendung". aber es bleibt doch ein ungleichgewicht in dem text, wo das wesentliche zugunsten einer beschreibung ausgespart bleibt und am ende ein fundamentales schweigen trohnt.
aber vielleicht kann man es auch gar nicht besser machen.
mfg,
[) i r k
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
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hginsomnia
- Klio
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- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: bushalt
hmm,
es ging mir hier ja ums Nicht-Beschreiben und nicht ums Nicht-Beschreiben-Können. Der Ort (die Bushaltestelle) ist eins versinnbildlichtes Schweigen und Wegschauen. Das Grauen findet sich nicht im Angedeuteten, in der ausgelassenen Erzählung, sondern z.B. im morschen Regenfeld, in den gespuckten Dörfern, in den Grasnarben ...
Nicht die Tat ist Zentrum, sondern die Reaktion darauf. Wäre es die Tat, müsste ich sie auch beschreiben.
aber ich schaue noch mal drüber.
lg
hginsomnia
es ging mir hier ja ums Nicht-Beschreiben und nicht ums Nicht-Beschreiben-Können. Der Ort (die Bushaltestelle) ist eins versinnbildlichtes Schweigen und Wegschauen. Das Grauen findet sich nicht im Angedeuteten, in der ausgelassenen Erzählung, sondern z.B. im morschen Regenfeld, in den gespuckten Dörfern, in den Grasnarben ...
Nicht die Tat ist Zentrum, sondern die Reaktion darauf. Wäre es die Tat, müsste ich sie auch beschreiben.
aber ich schaue noch mal drüber.
lg
hginsomnia
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