Zum Zweiten

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Edekire
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Zum Zweiten

Beitragvon Edekire » 31.03.2004, 00:17

Ahh, ich bin ganz ganz schlecht im betiteln, deshalb lass ich's einfach.


Mein Immerstark sagt er wie Immergrün, wie Efeu bist du und lacht. Meine Mutter reißt das immer aus, zu dunkel sagt sie, wenig genug Licht in diesem Haus, erstickt die Pflanzen, kriecht unter die Dachpfannen. Das weiß er nicht, ich lache auch und küsse ihn zum Abschied.
Ich gehe nichts kaufen, nur in den gewohnten Linien, nach Hause.
Kein Wort außerhalb der Grenzen im Efeuhaus, nett wie gewohnt. Ich drehe die Musik laut um die Freundlichkeit zu übertönen, tanze mit mir selbst. Selten gebe ich nach und lasse ihn zusehen, dann vermeide ich seine Augen, ich hasse offene Türen.
Ich bin nur ein Bild,
damit er mir nicht glauben kann. Mein Immerstark, zärtlich und als Vorwurf.
Am Morgen macht mich der Grünstich des Lichts verrückt, ich will seine Stimme hören und nehme die CD mit als ich gehe. Ich gebe den Eltern bescheid, schwach, aber Besorgnis ist mir zu schwer, obwohl ich ihr Verständnis verabscheue.
Das er am Türrahmen lehnt macht mich glücklich für den Moment und wir umtanzen einander mit Worten. Lässt er seine Hand meinen Rücken herabgleiten
Hast du schon gegessen? und ich schüttelt den Kopf weil ich sehen will wie er sich durch die winzige Küche bewegt. Er schließt die Schranktüren immer anstatt sie zufallen zu lassen. Ich rede irgendwas, genieße das er trotzdem zuhört. Mit einem Regalbrett als Tablett trage ich alles ins Nebenzimmer, irgendwo hat er eine Flasche Sekt ausgegraben. Schmeckt auch ohne Sektgläser grinst er und ich: Ansichtssache ob überhaupt zum Frühstück und nehme trotzdem eines. Das Sofa ist zu weich, halb versunken lehn ich mich an, stoße ihm beinahe das Glas aus der Hand.
Du bist früh heute
Hmmhm
Ich hänge die Beine über die Armlehne, die Perspektive verändert die Konturen seines Gesichts.
Gibst du mir bitte die Butter?

Mein Handy klingelt.
Ach, Lass es einfach, aber ich hasse das Gefühl es könnte wichtig gewesen sein, raffe mich auf und suche in der Jackentasche
Ich mach’s kurz

Die Sätze bilden einen Schlinge, alles weitere ist nur noch Wartemelodie, Beileid, blitzt auf und ich die Stimme rutscht mir aus den Händen. Plastiksplittern lässt mich entfernt zusammenzucken, versuche zu atmen.
Was ist denn?
Ich seh ganz scharf wie er aufsteht, die Stirn gerunzelt, wie seltsam.
Was ist denn?, er nimmt meine Handgelenke fest, aber meine Gedanken sind unter die Guillotine gefallen
Ich..
Renne gegen das taube Gefühl in meinem Kopf an. Mein Mund hat sich meiner Kontrolle entzogen, gefroren
Sag schon.
Nichts, Besorgnis, taucht die Deutung wieder auf
Und werfe mich gegen das Tür, er hört nur wie ich Luft einsauge, als ich abpralle,
Brich sie auf will ich ihn bitten, aber ich krieg meinen Lippen nicht auseinander.
Sag doch, Er zwingt mein Gesicht in seine Richtung, mein Blick knickt einfach weg, ich stehe immer durch mein Rückrad und ich wünsche mir er würde einfach zuschlagen, damit es bricht und ich keine Möglichkeit mehr dazu habe.
Er Versucht mich in seine Arme zu ziehen, Muskelkontrolle leider verliehen, würde am liebsten weinen, weil er nachgibt. Seine Enttäuschung tut mir weh, Hilflosigkeit. Komm, setz dich, fast wie ein Bitte.

Stattdessen gehe ich, lasse meine CD liegen und als ich nach Hause komme um die Tür zu schließen, reißt meine Mutter das Efeu von der Wand. Nicht klein zu kriegen das Teufelszeug und ich hätte fast gelacht.
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
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Re: Zum Zweiten

Beitragvon Hamburger » 24.04.2004, 11:50

Hallo Edekire,

diese Geschichte finde ich sehr berührend. Es passiert nicht viel an äußerer Handlung. Aber es gelingt dir den Figuren Leben einzuhauchen, unter der Oberfläche der äußeren Geschehnisse ihr Innenleben und ihre Beziehung zueinander auszuleuchten.
Diese Beziehung scheint vor allem geprägt durch gegenseitige Zuneigung, aber auch durch die Hemnisse, die Schwellen, die es zu überwinden gilt, wenn daraus „mehr“ werden soll. In diesem Spannungsfeld bewegt sie sich und das macht den Reiz des Textes aus. Auf der einen Seite ihre, ich nenne es mal „Abgeschlossenheit“: wenn er mal beim Tanzen zusehen darf kein Blickkontakt, generell keine „offenen Türen“. Dann aber auch wieder die Hoffnung, dass er die Initiative ergreift...


Lässt er seine Hand meinen Rücken herabgleiten


Je weiter das Sektfrühstück jedoch voranschreitet, desto mehr schottet sie sich ab – und kämpft gleichzeitig dagegen an sich abzuschotten.

Auf der anderen Seite ist er nicht in der Lage ihren Panzer zu durchbrechen, so sehr sie es sich auch wünscht. Am Schluss scheinen die Beiden nur noch eines gemein zu haben: Die hilflose Sehnsucht nach dem Moment, der die unerträgliche Spannung löst.

Aber noch viel wichtiger als die Frage was du geschrieben hast ist die Frage wie du es geschrieben hast. Überwiegend ungewöhnlich und gerade deshalb gut finde ich deinen Schreibstil. Immer wieder ist der eigentliche Satz gesagt und es folgt noch ein Gedanke, ein Hinweis bzw. dieser wird von vorneherein in einem Nebensatz eingebaut.


Ich gehe nichts kaufen, nur in den gewohnten Linien, nach Hause



Kein Wort außerhalb der Grenzen im Eufeuhaus, nett wie gewohnt.



Mein Mund hat sich meiner Kontrolle entzogen, gefroren.


Das, die gelungenen Metaphern (Efeu, Guillotine), dein Blick fürs Detail (meine absolute Lieblingsstelle ist die mit den Schranktüren) und deine oftmals sprachlich innovativen Wendungen ("Muskelkontrolle leider verliehen") macht die Geschichte erst so richtig facettenreich.

Drei kleine Kritikpunkte: Manchmal kommt dir die Grammatik etwas in die Quere, was es mir als Leser an einigen Stellen schwerer gemacht hat.


Die Sätze bilden einen Schlinge, alles weitere ist nur noch Wartemelodie, Beileid, blitzt auf und ich die Stimme rutscht mir aus den Händen.


Sehr innovativ aber auch sehr schwer zu lesen. War das "ich" wirklich beabsichtigt?

Generell wären vielleicht auch Anführungszeichen bei wörtlicher Rede nicht schlecht. Bin mir aber selber nicht sicher ob das unbedingt nötig ist.

Eine Stelle entzieht sich komplett meinem Verständnis...


Ich gebe den Eltern bescheid, schwach, aber Besorgnis ist mir zu schwer, obwohl ich ihr Verständnis verabscheue.


Löst man nicht in der Regel durch ein besorgtes Bescheid-Geben Verständnis aus? Wenn ja, müsste da dann nicht stehen ...weil ich ihr Verständnis verabscheue?


Aber diese kleinen Mäkeleien sollen nicht darüber hinweg täuschen: Diese Geschichte ist top!


MFG,

Hamburger
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Re: Zum Zweiten

Beitragvon Edekire » 05.05.2004, 00:00

Hallo Hamburger

Jetzt antworte ich endlich mal:

Vielen, vielen lieben Dank! Deine antwort hat mich sehr gefreut, besonders da ich mir bei diesem Text überhaupt nicht sicher war. Nicht sicher ob er verständlich ist, nicht sicher ob die Figuren deutlich werden, nicht sicher ob sie nachvollziehbar sind. Mittlerweile hat sich das geändert, ich mag ihn jetzt sehr.

Jetzt erst mal zu deinen kleinen Mäkeleien:



Die Sätze bilden einen Schlinge, alles weitere ist nur noch Wartemelodie, Beileid, blitzt auf und ich die Stimme rutscht mir aus den Händen.


Sehr innovativ aber auch sehr schwer zu lesen. War das "ich" wirklich beabsichtigt?


Nein, das ich war da nicht beabsichtig, das hat sich da auf irgendeinem geheimen Weg eingeschlichen. Ist es ohne dieses seltsame ich lesbar genug?


Eine Stelle entzieht sich komplett meinem Verständnis...

Ich gebe den Eltern bescheid, schwach, aber Besorgnis ist mir zu schwer, obwohl ich ihr Verständnis verabscheue.

Löst man nicht in der Regel durch ein besorgtes Bescheid-Geben Verständnis aus? Wenn ja, müsste da dann nicht stehen ...weil ich ihr Verständnis verabscheue?


Es sollte eigentlich heißen : Ich gebe den Eltern bescheid, obwohl ich ihr Verständnis verabscheue. Ich meinte mit Besorgnis ist mir zu schwer, die Besorgnis der Eltern. Sie will das nicht verantworten, deshalb sagt sie Bescheid. Ich gebe es zu das ist wohl etwas verworren, du bist auch nicht der erste Mensch der mit dieser Stelle Probleme hatte, da muss ich etwas ändern. Wäre es deutlich genug zu sagen ...ihre Besorgnis ist mir zu schwer...?

meine absolute Lieblingsstelle ist die mit den Schranktüren

Ich finde es absolut faszinierend, wie sehr jemanden die Art charakterisiert mit der er sich durch seine Umwelt bewegt, wie er Dinge berührt oder ansieht, z.B die Art wie jemand Bücher oder Holz berührt, wie jemand Laut geräusche vermeidet oder provoziert. Das ist mir auch selber sehr wichtig, deshalb finde ich es so schön das dir gerade diese Stelle am besten gefällt.

Jetzt bin ich müde, ich weiß nicht mehr was ich noch sagen wollte. Ach ja, ich empfinde das Wort innovativ im Zusammenhang mit meinem Schreibstil als ein wirklich schönes Kompliment. :-))

Gute Nacht, alles liebe

Edekire
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
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Re: Zum Zweiten

Beitragvon Edekire » 16.08.2004, 15:59

Naja, ich sollte ja, auch wenn das nciht die Fassung ist die ihr zu hören bekommen habt... :-) gibt noch ne neuere
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
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Re: Zum Zweiten

Beitragvon Hamburger » 17.08.2004, 12:21

Hallo Edekire,

hmmm, peinlich, peinlich...jetzt merk` ich erst dass ich auf deine Antwort damals nie gantwortet habe. Sorry. Falls es noch relevant ist, so mache ich as jetzt.

Aber zunächst...


Ahh, ich bin ganz ganz schlecht im betiteln, deshalb lass ich's einfach.


...meine Frage: Mittlerweile hat die Geschichte doch einen Titel, oder? Verwachsener Efeu, so weit ich mich erinnern kann. Setz ihn doch einfach in dein Ursprungsposting ein.

Nun zu deinen Antworten auf meine kleinen Mäkeleien:

Ich finde den Satz...


Die Sätze bilden einen Schlinge, alles weitere ist nur noch Wartemelodie, Beileid, blitzt auf und ich die Stimme rutscht mir aus den Händen.


auch ohne dieses "ich" nicht besonders gut lesbar. Erstmal sind das mindestestens zwei Sätze. Den Einschub mit der "Wartemelodie" kann man noch unterstützen. Aber spätestens dann würde ich einen Punkt setzen und hinter "Beileid" kein Komma. Das gibt eine unschöne, unnötige Lesepause.

Bei der nächsten Stelle reicht es in der Tat wenn du "ihre" vor "Besorgnis" setzt. Es ist sonst wirklich unklar.

Aber ich betone nochmals: Es handelte und handelt sich hier nur um kleine Mäkeleien.
Vielleicht hast du das ja auch schon geändert. War die Fassung, die du beim DLC vorgtragen hast, eigentlich haargenau die, die du hier gepostet hast? Oder eine leicht veränderte Fassung? Dann gäbe es ja mittlerweile drei Fassungen.

Also ich find ja von dieser Geschichte kanns gar nicht genug Fassungen geben
;-)

Postest du hier auch die neueste Fassung?

Würde mich freuen.

Gefasste Grüße,

Hamburger
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Re: Zum Zweiten

Beitragvon Edekire » 17.08.2004, 16:35

Extra für dich nochmal die neure Version die ich auch beim treffen gelsen habe :-)
diesmal sogar mit kursiver direkter rede
Verwachsener Efeu

Mein Immerstark sagt er wie Immergrün, wie Efeu bist du und lacht. Meine Mutter reißt das immer aus, zu dunkel sagt sie, zuwenig Licht in diesem Haus, es erstickt die Pflanzen, kriecht unter die Dachpfannen. Das weiß er nicht, ich lache auch und küsse ihn zum Abschied.
Ich gehe nur in den gewohnten Linien, nach Hause.
Im Efeuhaus kein Wort außerhalb der Grenzen, nett wie gewohnt. Ich drehe die Musik laut um die Freundlichkeit zu übertönen, tanze mit mir selbst.
Selten gebe ich nach und lasse ihn zusehen, dann vermeide ich seine Augen, ich hasse offene Türen. Ich bin nur ein Bild damit er mir nicht glauben kann. Mein Immerstark, zärtlich und als Vorwurf.

Am nächsten Morgen macht mich der Grünstich des Lichts verrückt, ich will seine Stimme hören und nehme die CD mit als ich gehe. Ich gebe den Eltern bescheid, obwohl ich ihr Verständnis verabscheue, schwach, aber ihre Besorgnis ist mir zu schwer.
Das er am Türrahmen lehnt macht mich glücklich für den Moment und wir umtanzen einander mit Worten. Er Lässt seine Hand meinen Rücken herabgleiten Hast du schon gegessen? und ich schüttele den Kopf, weil ich sehen will, wie er sich durch die winzige Küche bewegt. Er schließt die Schranktüren immer, anstatt sie zufallen zu lassen. Ich rede irgendwas, genieße das er trotzdem zuhört. Mit einem Regalbrett als Tablett trage ich alles ins Nebenzimmer, irgendwo hat er eine Flasche Sekt ausgegraben. Schmeckt auch ohne Sektgläser grinst er und ich: Ansichtssache ob überhaupt zum Frühstück und nehme trotzdem eines. Das Sofa ist zu weich, halb versunken lehn ich mich an, stoße ihm beinahe das Glas aus der Hand.
Du bist früh
Hmmhm

Ich hänge die Beine über die Armlehne, die Perspektive verändert die Konturen seines Gesichts.
[/i]Gibst du mir bitte die Butter? [/i]

Mein Handy klingelt.
Ach, Lass es einfach, aber ich hasse das Gefühl es könnte wichtig gewesen sein, raffe mich auf und suche in der Jackentasche
Ich mach’s kurz
Die Sätze bilden eine Schlinge, alles weitere ist nur noch Wartemelodie, nicht nach Hause gekommen, blitzt auf, gefunden, Beileid und ich lasse los. Der Aufprall lässt mich entfernt zusammenzucken, dumpf, versuche zu atmen.

Was ist denn?
Ich seh ganz scharf wie er aufsteht, besorgt, wie seltsam.
Was ist denn? , er nimmt meine Handgelenke, aber meine Gedanken sind unter die Guillotine gefallen
Ich...
stoße an, den Kopf innen ausgekleidet mit Decken. Mein Mund hat sich meiner Kontrolle entzogen, gefroren
Sag schon!
Nichts.
mühsam
Atme ich gegen das Ventil in meinem Kopf, er hört nur wie ich Luft einsauge, der Widerstand zu groß, Überdruck.
Ein Loch, will ich ihn bitten, aber ich krieg die Lippen nicht auseinander.
Sag doch, Er zwingt mein Gesicht in seine Richtung, mein Blick knickt einfach weg, ich steh nur durch mein Rückrad und ich wünsche mir er würde einfach zuschlage, damit ich das Gleichgewicht verliere.
Er versucht mich in seine Arme zu ziehen, Muskelkontrolle leider verloren, gefroren, ich würde am liebsten weinen, weil er nachgibt. Seine Enttäuschung tut weh, Hilflosigkeit.
Komm, setz dich, fast wie ein Bitte.

Stattdessen gehe ich, lasse meine CD liegen und als ich nach Hause komme um die Tür zu schließen, reißt meine Mutter das Efeu von der Wand. Nicht klein zu kriegen das Teufelszeug und ich hätte fast gelacht.
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
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Re: Zum Zweiten

Beitragvon mög » 17.08.2004, 20:35

Rückrad? Heißt es nicht Rückgrat?

- Aber ich schreibe das nur, weil ich mir immer ein bisschen blöd vorkomme, wenn mir nicht mehr einfällt als "schön".

Ich interessiere mich besonders für die Tragödie im dritten Absatz (bezogen auf die neue Version). Interpretiere ich das richtig, dass sie hier über den tödlichen Unfall eines Nahestehenden informiert wird? Im Text wirkt es dann so, als wäre die Haupttragödie, dass sie mit ihm nicht darüber reden kann, im Vordergrund steht ja diese fragile Beziehung. Trotzdem verwirrt mich die Relation.

Stilistisch: Wunderschön.

fg
mög
Man müsste das System seiner Widersprüche finden, indem man ruhig wird. Wenn man die Gitterstäbe _sähe_, hätte man den Himmel dazwischen gewonnen. (Elias Canetti)

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Re: Zum Zweiten

Beitragvon Hamburger » 18.08.2004, 01:47

Hallo zusammen,

du sprichst da einen interessanten Punkt an, mög, der mir noch gar nicht so aufgefallen war...


Interpretiere ich das richtig, dass sie hier über den tödlichen Unfall eines Nahestehenden informiert wird?


In der ersten Version habe ich das Handy-Gespräch mit dem Schluss des Absatzes für beendet gehalten. Nun sind der dritte und der vierte Absatz zusammengezogen und einiges weist auf deine Interpretation
hin.

Interessant ist, dass (in der 1.Version) die Absätze nach dem 3.Absatz sowohl hinsichtlich der Beziehung als auch hinsichtlich eines eventuellen Unfalls gedeutet werden können. Das macht den Text doppelbödig und verleiht ihm eine weitere besondere Note.

Allerdings stimme ich dir auch zu wenn du sagst...

Im Text wirkt es dann so, als wäre die Haupttragödie, dass sie mit ihm nicht darüber reden kann, im Vordergrund steht ja diese fragile Beziehung. Trotzdem verwirrt mich die Relation.


...denn gerade die Beschreibung der fragilen Beziehung der Beiden hat mich fasziniert. Da jedoch eine doppelte Deutung möglich ist muss ich das nicht unbedingt erklärt haben, hätte aber auch nichts dagegen.

Es grüßt,

der Hamburger
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Re: Zum Zweiten

Beitragvon Edekire » 18.08.2004, 15:42

Danke nochmal, ach dir mög.

Ähm, ich glaueb du hast recht. es heiß wirklich Rückgrad.
Komisch, auf die Idee wäre ich ja nun nie gekommen. Naja, ich dachte auch 17 Jahre lang man schriebe Gedächtnis, Gedächnis....ich und meine Rechtschreibung....


Ich interessiere mich besonders für die Tragödie im dritten Absatz (bezogen auf die neue Version). Interpretiere ich das richtig, dass sie hier über den tödlichen Unfall eines Nahestehenden informiert wird? Im Text wirkt es dann so, als wäre die Haupttragödie, dass sie mit ihm nicht darüber reden kann, im Vordergrund steht ja diese fragile Beziehung. Trotzdem verwirrt mich die Relation.


ja, so hatte ich as gemeint. Obwohl ich zugeben muss das mir das ncith so bewusst war, das das irgenwie seltsam ist.
Ich glaueb ich lasse es trozdem so :-)
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane


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