Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

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Patina
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Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Patina » 21.09.2004, 12:52

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Glaukos » 21.09.2004, 13:48

Salut Patina,

also ich melde mal meinen Einspruch an.
Zuerst, was mir sehr gut gefällt: Der Perspektivwechsel, der hat etwas.

Aber sonst ist mir das zu "niedlich" und "larmoyant".
Viele Bücher beginnen mit etwas Neuem. Wo sich ein Leben plötzlich ändert. Das ist auch hier so - aber eine Richtung kann ich nicht erkennen, wohin es eigentlich gehen soll.
Hier habe ich eine grundsätzliche Frage: Wenn du einen Text beginnst, hast du dann eine Vorstellung, wie es weitergehen soll? Wie es enden soll? Wie lange es ungefähr werden soll?
Oder entwickelst du es einfach aus einem Ideenanfang immer weiter?
Ich will nicht sagen, das eine sei besser als das andere. Mich würde nur interessieren, wie du das machst.

Ich selbst finde das "Drauflosschreiben" problematisch.

Was nun stört mich an dem Text? Es muss der Tonfall sein. Die HeldInnen sind irgendwie "jämmerlich", aber nicht so, dass man darüber sich amüsieren könnte, sondern ich fühle mich durch die Erzählhaltung selbst in diese "Denke", "Fühle" hineingezwängt. Jämmerlichkeit kann man schön schildern, wenn man es mit auktorialer, vielleicht ironischer Distanz tut.

Dass der Leser Figuren bedauern soll, ist das deine Intention? Ich jedenfalls habe mich weit über sie erhoben, vielleicht liegt es auch daran, dass ich diese Art von "Haltung" nicht akzeptieren will: "Etwas muss sich ändern, irgendwas läuft verkehrt, ich weiß nicht was, ich weiß auch nicht, ob es je richtig laufen wird, die Gegenwart ist ziemlich blöd, früher wars schön (o, hätte ich das wenigstens damals gewusst! ;-), vor der Zukunft hab ich einfach nur Angst; mal sehen, was so passiert, demnächst.

Vielleicht möchtest du diese Fragen in dem Text noch beantworten, dann war das eine vorschnelle Kritik.

Im übrigen: Ich schreib ja ganz gerne von selbstbewussten Lara-Croft-Frauen, will dich hier aber nicht nötigen, auch solche Frauen zu zeichnen, im Gegenteil. Diese Wehmut aber wird dir wohl nur eine kleine Leserschaft erschließbar machen.

Ein Freund sagte mir mal, als ich eine krasse, selbst erlebte Geschichte überlegte, als Roman zu notieren, mit aller Gefühlsschwere - hey, Tolya, warte mal ein halbes, ein ganzes Jahr oder noch länger: Und dann schreib es nicht mehr als Bekenntnis, sondern als Satire ;-)

Beste Grüße,
Tolya

P.S.: Sprachlich wie immer gut gearbeitet! Außer den sporadischen "ß", die "ss" sein sollten ;-)

Patina
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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Patina » 21.09.2004, 14:24

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Glaukos » 21.09.2004, 14:36

Hi Patina,

vom Plot her klingt das gar nicht schlecht, mir gefällt so was latent Homoerotisches auch ganz gut ... das hast du ja schon bei der Thailand-Geschichte anklingen lassen, du entsinnst dich?

Kommt übrigens nahe an eine Geschichte ran, die mir auch im Kopf herumschwebt - die werde ich aber natürlich nicht verraten, obwohl ich sie wohl nie zu Papier bringe ;-)

Psychose, na hoppla! Das klingt nach einer Herausforderung! Aber mit zwei verschiedenen Polen könnte es besser klappen. (gerade mit den Perspektivwechseln; sind beide Künstlerinnen nämlich latent psychotisch, fällt das schon gar nicht mehr auf; im übrigen, die spinnen doch eh alle, die Künstler; weshalb die eine ja mal erfrischend "normal" sein könnte)

Herzlichst
Tolya


P.S.: Apropos Lara Croft - die wird wohl mit der Pistole die Hornissen abknallen ;-)

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Patina » 21.09.2004, 14:53

Hallo Tolya,
supi! Ok, ich bastle aus der Schrifstellerin eine Laura Croft, die die Hornissen mit ihrer Pistole abknallt. :-D Klingt gut!
Homoerotik kommt doch immer gut, oder? Vielleicht komme ich ja dann in einem Lesbenverlag unter. :-D
Mit der Psychose habe ich selber Erfahrungen. Also weiß ich, von was ich schreibe. Nur wirds diesmal eine erfundene Psychose. :-)
Bei der Malerin werde ich wohl eher damit enden, mich selbst zu beschreiben. Die ist dann die völlig durchgeknallte Künstlerin.
So, jetzt hast du mir aber schwer geholfen. *seufz*
Würde auch ganz gerne deine Geschichte lesen. Schreib sie doch!
Warum willst du sie nicht ins Forum setzen? Hast du Angst, dir könnte jemand einen Text klauen?
liebe Grüße
Patina

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Patina » 21.09.2004, 18:46

Ok, habs geändert. ;-)

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Glaukos » 22.09.2004, 00:15

Liebe Patina,

hoffe, auch noch ein paar andere Stimmen aus dem Forum fügen sich hier ein ... (sonst bin ich alleine Schuld, wenn Patinas Roman "Die Hinrichtung der hochfliegenden Hornisse" floppt ;-)

Dass man sich selbst beschreibt, ist ohnehin kaum zu vermeiden, man kann ja nur schwer aus dem eigenen Denken heraus ...

Für mich heißt Schreiben oft: Konflikt (meistens mein eigener, der gerade im Zustand des Überwundenwerdens ist), den ich auf zwei oder mehr Figuren aufteile, und die lösen ihn dann gemeinsam (manchmal sogar gewaltsam) auf.

Meine ähnliche Story ist nur ein Plot.
Andere Erzählungen sind schon erschienen, also werde ich sie hier nicht einstellen. Stimmt, mit Prosa habe ich gegeizt, und meine Gedichte hier schreibe ich eher zum Vergnügen.
Bei der Prosa gibts auch ein Längenproblem: Ich bin ein Kurzprosahasser. Unter 10 Buchseiten Text läuft so gut wie gar nix. Dann schreib ich doch lieber ein langes Gedicht ;-)

Schreibst du auch Gedichte, Patina?

Abendgrüße
Tolya

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Khadija » 22.09.2004, 02:17

Hallo Patina!

Also ich würde Tolya zustimmen. Wenn du die zwei Hauptfiguren als Gegenpole anlegst, wirkt das besser. Sonst besteht zwischen den beiden kein großer Kontrast und sie wirken weinerlich.
Der neue Plot und deine Sprache gefallen mir gut!

lg
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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Patina » 22.09.2004, 10:45

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Flocke » 22.09.2004, 11:37

Hallo, Patina.

Mit dem Text hast du mich jetzt aber reingelegt. Gestern ausgedruckt, mit nach Hause genommen, gelesen, heute morgen kritisieren wollen, und da steht plötzlich ein geänderter Text da, tststs... :-D

Damit hast du es zumindest geschafft, meine Kritikpunkte über den Haufen zu schmeißen, da sie sich auf den Ursprungstext bezogen haben. Na gut.

Ich muß sagen, es hat mir vorher schon gefallen und mich auf jeden Fall interessiert, wie es mit den beiden weitergeht. Und das Interesse ist jetzt ungebrochen, ich finde die Änderungen gut gelungen, denn ich stimme den anderen insofern zu, dass die beiden als Gegenpole einfach besser wirken.

Ein wenig eigenartig scheint mir das Verhältnis der beiden zueinander. Ein etwas radikales Aufeinanderzugehen. Erst gar kein Kontakt, ob nun bewußt abgeblockt oder nicht und am nächsten Tag lobt die Neue schon die Bilder und sie trinken Kaffee... Wenn ich mir jemanden zur Untermiete suchen würde, mit dem ich Bad/Toilette etc. teile, dann würde eine gegenseitige Symphatie für mich Grundvoraussetzung sein. Hier scheint es mir eher wie ein Zweckbündnis. Macht ja auch Sinn, die eine braucht Geld und die andere ein Dach über dem Kopf. Gut, und Frauen, die zusammen wohnen, müssen nicht zwangsläufig Freundinnen werden. Beziehungen zwischen Frauen können sehr interessant sein, auch ohne lesbischen Hintergrund. Wobei, und da muß ich auch den anderen zustimmen, etwas unterschwellige Erotik dem Ganzen auch noch einen kleinen Kick geben kann. Na gut, ich glaube, jetzt fang ich an, Unsinn zu schreiben.

Mach einfach mal weiter mit der Geschichte, mich hast du damit als Leser zumindest schon mal angelockt. :-D

Ach ja, eins noch:

War das eine Halluzination?“


Lieber Gruß
Flocke
...Der den Wind kennt / besser als alle Bücher / den Baum / frag nach Wahrheit...

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Patina » 22.09.2004, 12:02

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Glaukos » 22.09.2004, 12:31

Da sind bestimmt noch mehr Fehler drin. Aber dazu gibt es schließlich Lektoren.


Stimmt, die werden sonst schlimm depressiv, wenn sie nichts zum Mäkeln finden ;-)

Das mit Virginia wusste ich nicht, ist das wahr, sie hat damit nur kokettiert? Arme Virginia.

Weiteres per Email,
Gruß,
Tolya

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Patina » 22.09.2004, 12:43

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Glaukos » 22.09.2004, 13:18

Sie hatte es sowieso nicht mit dem Sexuellen. Schließlich führte sie mit ihrem Mann Leonard Woolf eine rein asexuelle Ehe ohne Kinder.


Arme Frau + armer Mann ;-|
Orlando kenn ich bloß als Film, mit der großartigen Tilda Swinton, sehr faszinierend damals, dieser Gender-Switch.

Woolfs Leuchtturm-Buch fand ich entweder schlecht übersetzt, oder nicht sehr lesbar geschrieben, jedenfalls kam ich nicht weit ... da gefällt mir die Emily Brönte (Wuthering Heights) besser - für mich ist sie eine Art weiblicher Edgar Poe.
Der Wahnsinn der Woolf aber an sich ist faszinierend, bzw. das langsame Abgleiten dahin. Hab ich an Nietzsches Werk auch sehr gerne verfolgt ...

Salut
Tolya

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Re: Mit dem Rücken zur Wand (Romananfang)

Beitragvon Patina » 22.09.2004, 13:30

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