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Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Hilbi
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Beitragvon Hilbi » 06.10.2004, 17:06

ich sah zu wie ulrike meyfarth hochsprang
so hoch wie keine
sie freute sich
denn sie war jung
sie freute sich
denn sie hatte gewonnen
ich freute mich auch
ich freute mich weil sie sich freute
damals dachte ich
man müsse nur hoch genug springen um zu überleben
um irgendwie klar zu kommen mit der welt
mein schuh drückte
mein schuh drückte sehr
ich konnte nicht hoch springen
mein schuh drückte
ulrike meyfarths schuh drückte sie nach oben
sie war damals jung
sie konnte nicht glauben dass sie das gemacht hat
das an diesem tag nirgendwo auf der welt jemand höher gesprungen war
und wenn bekam man es nicht mit
denn alle lichter leuchteten auf ulrike meyfarth
und sie hatten recht damit
denn frau meyfarth sprang am höchsten
natürlich es gab zweite dritte vier
es gab fünfte
es gab sechste es gab siebte und es gab die achte die mit der neunten eine wette
machte dass die zehnte und die elfte gleich alt waren und die elfte und die zehnte waren nicht nur gleich alt sie hatten auch den selben friseur
morgens gingen sie dort hin um nicht zu lange zu warten
und die zwölfte sprach mit der dreizehnten kein wort und sie sprach deshalb kein ton
weil sie sich nicht verstanden die eine kam von dort und die andere von dort
vielleicht würden sie sich irgendwann begegnen
in irgendeiner dieser kneipen
sie würden an diesen tag denken
so wie man an einen tag denkt an dem man zum ersten mal seine schnürsenkel verlor
Wenn der Himmel so blau ist, warum wird es dann finster?

Hilbi
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Re: er

Beitragvon Hilbi » 06.10.2004, 17:07

Die Frage warum das Gedicht "er" heißt verweigere ich einfach :-E
Wenn der Himmel so blau ist, warum wird es dann finster?

Silentium
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Re: er

Beitragvon Silentium » 06.10.2004, 17:12

Du provozierst es aber auch: Warum heißt das gedicht "er"? :-p
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
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Re: er

Beitragvon Fee » 06.10.2004, 17:29

Ja, warum heißt es "er"?
"Ich kann nicht mit dir spielen", sagte der Fuchs. "Ich bin noch nicht gezähmt!"

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Re: er

Beitragvon Hilbi » 06.10.2004, 17:32

Ganz einfache Erklärung, das Gedicht hatte vorher einen ganz anderen Inhalt, es ging um einen der bettelt und in der Geldbörse eines anderen verschwindet....da mir das aber zu albern war, hab ich das mit Frau Meyfarth geschrieben, nur der Titel ist geblieben, seltsam oder?
Wenn der Himmel so blau ist, warum wird es dann finster?

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Re: er

Beitragvon Fee » 06.10.2004, 17:35

ja, schon ein bisschen. Aber sind wir nicht alle hin und wieder bluna???

Gerade weiß ich nicht, was ich zu dazu schreiben soll. Kann es noch nicht so ganz einschätzen. Aber ich lasse es mir durch den Kopf gehen!
"Ich kann nicht mit dir spielen", sagte der Fuchs. "Ich bin noch nicht gezähmt!"

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Re: er

Beitragvon vogel » 06.10.2004, 18:48

Also mir gefällt das Gedicht ! Und das mit dem "Er" finde ich gar nicht mal so unpassend - vielleicht ist Er ja ein Beobachter, und schaut sich dieses Schauspiel an.
Du, Hilbi, echt, das gefällt mir. Ich glaube ... Ach eile mit weile :-)
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.

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Re: er

Beitragvon Spiderman » 16.10.2004, 13:23

Ja, das Gedicht fängt hervorragend an. Dann kommt ein Ich ins Spiel und es wird noch besser. Dann verzettelt "er" sich aber mit den Zweiten bis Dreizehnten. Die sind an sich schön zu betrachten, werden jedoch nur mager ausgeleuchtet.
Die nette Lyrik-Spinne von nebenan!


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