Das nimmt bezug auf Hauptmanns "Die Weber" und das habe ich schon mal im club der Toten dichter erklärt und ich bin zu faul mich zu wiederholen. es gehört hier auch nciht wirklich her, ist ja eigenltihc keine Prosa, aber es heißt ja auhc Texte und das ist ja ne menge. Es ist ja eigentlich auch kein eigenständiges Werk und es ist noch nciht mal ordentlich schlesischer Dialekt wie Hauptmann ihn benutzt, aber ich bin so frei und poste es trotzdem:
Luise: Mielchen weint wieder, ist so kalt die nacht, wenn’s nur nicht schneit, hab ja kein schuh für mein einzig lebend kind. Wenn’s nur kein wolfswinter wird dies jahr, sonst muss ich spinnen mit den frostbrandig fingern und dem gottlieb seine hände schmerzen bis in den sommer hinein, Mielchen weint, ist hungrig mein kind immer und kalt ists die nacht, kein decke, weint im schlaf.
(Sie steht auf, geht zu Mielchens schlafplatz, setzt sich.
Sie singt:
der mond, der scheint
der weber weint
der spuler hat kein brot
der spinner der hat not
(pause, sie wiederholt dann): die weber ham kein brot, nicht für ihr kinder, kein kleid und viere gestohlen vom hungerfieber im winter, hab ich se liegen sehn und kein decke gehabt, kein bett, kein feuer im herd
(sie singt):
der mond der scheint,
die mutter weint,
fürs kind da gibt’s kein brot
und viere sind schon tot
...und morgen ist abgabe, is auch kein geld mehr im haus, abers zahltag nenne lohnt nicht, ist betteltag sag ich dem gottlieb, der sagt was solln man machen, abers is kein lohn was wa kriegen, weben, spinnen, krummer rücken. von frühs bis wer müd falln ins lumpenlager, ist kein lohn, kein geld für milch und schuh für mein kind. Mein Mielchen weint wieder im schlaf
Luises Monolog
Luises Monolog
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
-
Surjaninov
- Klio
- Beiträge: 542
- Registriert: 20.12.2003, 21:06
Re: Luises Monolog
Ah gefällt mir gut. Die schöne Sprache erinnert mich auch an einen kurzen Text von Georg Büchner:
Märchen
Es war einmal ein arm Kind und hat kei Vater und kei Mutter, alles war tot und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es ist hingegangen und hat gesucht Tag und Nacht. Und wie auf der Erd niemand mehr war, wollt`s in Himmel gehen, und der Mond guckt es so freundlich an und wie`s endlich zum Mond kam, war`s ein STück faul Holz und da ist es zur Sonn gegangen und wie es zur Sonn kam war`s ein verwelkt Sonnblum und wie`s zu den Sterne kam, warens klei golde Mück, die waren angesteckt wie der Neuntöter sie auf die Schehen steckt und wie`s wieder auf die erd wollt, war die Erd ein ungestürtzter Haufen und war ganz allein und da hat sich`s hingesetzt und geweint, und da sitzt es noch und ist ganz allein.
---
"und viere gestohlen vom hungerfieber im winter"
- Nur dieser Gedanke der Mutter stört ein wenig. Oder WIE sie denkt. Das klingt allzu erklährend. Son in der Art - Schau lieber Leser der Hungerwinter hat mir meine Kinder gestohlen.
Es ist nicht so sehr ein stiller Gedanke. Eher ein kleiner Effekthascher.
Ansonsten hab ich nichts zu mosern. Daumen hoch!
lg
Surja
Märchen
Es war einmal ein arm Kind und hat kei Vater und kei Mutter, alles war tot und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es ist hingegangen und hat gesucht Tag und Nacht. Und wie auf der Erd niemand mehr war, wollt`s in Himmel gehen, und der Mond guckt es so freundlich an und wie`s endlich zum Mond kam, war`s ein STück faul Holz und da ist es zur Sonn gegangen und wie es zur Sonn kam war`s ein verwelkt Sonnblum und wie`s zu den Sterne kam, warens klei golde Mück, die waren angesteckt wie der Neuntöter sie auf die Schehen steckt und wie`s wieder auf die erd wollt, war die Erd ein ungestürtzter Haufen und war ganz allein und da hat sich`s hingesetzt und geweint, und da sitzt es noch und ist ganz allein.
---
"und viere gestohlen vom hungerfieber im winter"
- Nur dieser Gedanke der Mutter stört ein wenig. Oder WIE sie denkt. Das klingt allzu erklährend. Son in der Art - Schau lieber Leser der Hungerwinter hat mir meine Kinder gestohlen.
Es ist nicht so sehr ein stiller Gedanke. Eher ein kleiner Effekthascher.
Ansonsten hab ich nichts zu mosern. Daumen hoch!
lg
Surja
Re: Luises Monolog
das musste ich in meiner letzten klausur interprtieren. war eigentlich nicht schlecht, ich hatte nur aus irgendeinem grund vergessen eine sprachanalyse zu machen. eigentlich seltsam. was man so alles vergessen kann. aber das hat fast der ganze kurs aus unbekannten gründen getan, also war meien LK.lehrerin gnädig und hat nur beschlossen wir müssten das wohl noch dringend üben...
mt dinem einsamen kritkpunkt könntest du recht haben *denk* und wenn ich das winter wegnähme? "hungerfieber" ist glaub cih ein feststehender begriff, das habe ich schon gelsen. sonst kann ich auch das hunger noch rauslassen....also, wenn ich nicht das drama als hintergrung gehabt hätte, hätte ich auch nciht 4 genommen....ist doch vielleicht ein bisschen übertrieben...
mt dinem einsamen kritkpunkt könntest du recht haben *denk* und wenn ich das winter wegnähme? "hungerfieber" ist glaub cih ein feststehender begriff, das habe ich schon gelsen. sonst kann ich auch das hunger noch rauslassen....also, wenn ich nicht das drama als hintergrung gehabt hätte, hätte ich auch nciht 4 genommen....ist doch vielleicht ein bisschen übertrieben...
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
-
Surjaninov
- Klio
- Beiträge: 542
- Registriert: 20.12.2003, 21:06
Re: Luises Monolog
hej
Das es vier Kinder sind die sterben finde ich gar nicht mal so übertrieben. Ich weiß nicht genau in welcher Zeit es spielt, aber damals hatten die Leute ja viel mehr Kinder als heute. Und von diesen vielen Kindern sind ja mitunter auch nicht wenige gestorben.
wenn du mich fragst würde ich das "hunger" rausnehmen. und nur fieber schreiben. Aber ist möglich das es dann auch nicht passt, weil hunger und winter ja gut zusammenpassen.
und fieber und winter weniger. fieber verbindet man ja mit hitze und nicht mit hunger.
oder du schreibst nur "hunger" ich denke das geht auch. passt dann auch zu "winter". da haben ja viele gehunget.
nur die kombination "hungerfieber" finde ich zu heftig.
hast du "bahnwärter thiel" von hauptmann gelesen? das ist auch sehr sehr gut. Gibt es auch als reclam.
so da habe ich ja fein - geschrieben groß und Klein. sei`s drum.
lg
Surja
Das es vier Kinder sind die sterben finde ich gar nicht mal so übertrieben. Ich weiß nicht genau in welcher Zeit es spielt, aber damals hatten die Leute ja viel mehr Kinder als heute. Und von diesen vielen Kindern sind ja mitunter auch nicht wenige gestorben.
wenn du mich fragst würde ich das "hunger" rausnehmen. und nur fieber schreiben. Aber ist möglich das es dann auch nicht passt, weil hunger und winter ja gut zusammenpassen.
und fieber und winter weniger. fieber verbindet man ja mit hitze und nicht mit hunger.
oder du schreibst nur "hunger" ich denke das geht auch. passt dann auch zu "winter". da haben ja viele gehunget.
nur die kombination "hungerfieber" finde ich zu heftig.
hast du "bahnwärter thiel" von hauptmann gelesen? das ist auch sehr sehr gut. Gibt es auch als reclam.
so da habe ich ja fein - geschrieben groß und Klein. sei`s drum.
lg
Surja
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 11 Gäste