Mein Ton!

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Fitnat
Prometheus
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Mein Ton!

Beitragvon Fitnat » 29.09.2004, 12:09

Wie klein, aber auch wie groß.
Sieben verschiedene Seidenfäden von einer Kreuzspinne.
Wie dünn, aber auch wie fest.

Wie klein leuchten die Sterne in meinen Augen; ich decke den Mond mit einer Hand zu. Ich strecke meine Finger auseinander und sehe den Mond zwischen den Fingern leuchten. Wie einen mächtigen Diamantenring.
Es gehört nur allein mir, aber auch anderen, die nicht wissen, was sie besitzen.

Was streckst du denn deine Hände so nach oben, Kind?

Schatten. Wo ist mein Schatten? Wie lange schon gibt´s mich denn nicht mehr? Ich brauche meinen Körper noch ein wenig, um schreien zu können. Ich will nur mal selber hören, wie weit ich schreien kann. So laut, bis ich selbst ein Ton werde. So will ich mich nach dem Weltall hin schreien, und dort einen unsichtbaren Planeten aus Schall bilden. Erst dann werde ich meinen Schatten nicht mehr brauchen.

Was schreist du dir denn so deine Lunge aus dem Leibe, Kind?

Verstehen ist menschlich, alles muß einen grund und sinn haben.
Unverständlich ist göttlich, es braucht keine Anerkennung.

Verstand. Ich brauche ihn noch ein wenig, um mich verständigen zu können, aber auch nicht, denn kein Fisch ist ungehört – man will es nur nicht verstehen, dass es zu hören ist, wenn das Sonnenlicht von einem hohen Dach über den Asphalt fällt, ein Gesichtszug, den man plötzlich spannt, die Tomaten, als die Frabe wechselt.

Es ist zu hören das Dunkel wie auch das Helle. Ja, Diese Töne bilden sich zu einem Stern und schweben zusammengeballt im Weltall, wie eine Luftblase im Wasser. Sie suchen einen Ausgang, ein Loch, um sich herauszulassen wie eine Bombe, wie den Urknall.
Der Weg zu einem Ausgang ist sehr weit, aber auch nicht, denn ein zusätzlicher Ton wird die Geschwindigkeit erhöhen. Ein Ton. Mein Ton.

Was schreist du dir denn so deine Lunge aus dem Leibe, Kind?

Ich werde neue Sterne bilden, eine neue Galaxis, eine neue Welt, Mama! Nur ich allein, aber auch die anderen, die nicht wissen, was sie können.

Verstand. Ich brauche ihn noch ein wenig, um ein Mensch zu sein, bevor ich mich auf die weite Reise begebe.

Es wäre aber vielleicht nicht so sehr schmerzhaft, wenn mein Verstand und meine Gefühle mich dabei verlassen würden.
Obwohl, dieser Schmerz! Ich brauche ihn, damit ich handeln kann mit meinen Gefühlen, und mit Gott...


Herzliche Grüße

Fitnat
Wenn ich mein Schatten auf dem Asphalt sehe,
denke ich, "Du Armer Poet, bist schon wieder auf dem Boden!"

F.A. "Tanz des Todes"

Silentium
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Re: Mein Ton!

Beitragvon Silentium » 15.10.2004, 16:48

Hallo Fitnat!

Seit zwei Wochen versuche ich jetzt schon, mir eine wirkliche Meinung zu bilden und komm' doch zu keinem endgültigen Schluss.

Es klingt nach Fitnat, würde ich sagen. Irgendwo schwebend zwischen Prosa und Gedicht. Schwebend klingt es irgendwie. Hm.
Jessas, das ist vielleicht eine Feststellung.

Redet da eigentlich eine Mutter mit dem Kind? Jammert das Kind oder die Mutter?
Neuer Ansatz: Find ich sehr schön, nur ein, zwei Stellen sind... ich weiß auch net.

Obwohl, dieser Schmerz! Ich brauche ihn, damit ich handeln kann mit meinen Gefühlen, und mit Gott...

Im Zusammenhang passt der Satz, aus dem Zusammenhang herausgeholt, nur als das gesehen, was er ist, ist er mir irgendwie zu zäh. Kann natürlich auch daran liegen, dass ich Texte, die mit "Gott" aufhören, fast nur aus dem Religionsunterricht kenne und dass die meisten schauderhaft sind. Vielleicht kommt's daher.



Zwei Rechtschreibkleinigkeiten:
grund und sinn = Grund und Sinn
Frabe= Farbe

Ich brauche meinen Körper noch ein wenig, um schreien zu können. Ich will nur mal selber hören, wie weit ich schreien kann.

Das ist gut!

Liebe Grüße, Silentium

Übrigens: Wie gefällt's Michele in der Schule? :-)
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon

Fitnat
Prometheus
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Re: Mein Ton!

Beitragvon Fitnat » 28.10.2004, 12:34

hallo silentium,
danke für deine meinung zu dieser text. es tut mir leid das ich nicht gleich antworten konnte. dieser text habe ich 1994 geschrieben und einer freund hat es überarbeitet, es sollte eine geschcihten anfang sein. habe ich aber seinlassen solche ernste sachen sind nicht mein ding.
ja michelle geht es sehr gut in der schule sie ist 2 beste in der klasse ich hoffe es bleibt dann so :-)

ich habe euch alle sehensucht ich hoffe euch bald wieder zu sehen.

liebe grüße
fitnat
Wenn ich mein Schatten auf dem Asphalt sehe,
denke ich, "Du Armer Poet, bist schon wieder auf dem Boden!"

F.A. "Tanz des Todes"


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