hach ja, das ist der erste text, den ich einfach so fast am stück runtergeschrieben habe. gestern um genau zu sein, deshalb mal wieder recht unbearbeitet.
Fischleim
Sie ist klein genug um besonders zu scheinen, wenn sie von unten auf alle hinab schaut.
Manchmal wünscht sie sich größer, wegen der fische, aber nur wenn es sehr früh ist und sie nach hause kommt.
Weil sie gerne dunkle kleidung trägt hat sie sich die haare rotorange gefärbt. Helle farben stehen vor auf bildern, das hat sie aus dem kunstunterricht noch und kontraste ziehen blicke an. In dem hotel in dem sie arbeitet ist der eingangsraum getäfelt, mit gebeizter kiefer. Für gäste, die nur auf die eigenen hände oder den kugelschreiber starren sucht sie zweimal über das schlüsselbrett und findet keine fehler . Deshalb sind ihre haare eine gnade findet sie, trägt langsam herrn soundso ein, der den kunstdruck an der wand betrachtet. Wenn mal einer zu flirten versucht, die haare vor schwarzkiefer, fische und köder, oder so, tut sie professionell, ignorant. Diese nummern muss sie nur nachschlagen, so leicht beute frisst sie nicht.
Während sie nach hause geht träumt sie sich gewohnheitsmäßig einen anderen job, maskenbildnerin wäre sie gerne. Jedem der größer ist als sie, fast allen bis auf die kinder, passt sie ein maske an in gedanken. Monstermasken, menschenmasken, vermischt, bis zum treppenaufang. Ab und zu kann sie eine begegnung mit nachbarn nicht vermeiden, grüßt dann übertönt höflich. In der wohnung legt sie die arbeit ab, schärft dann die krallen, wetzt die zähne. Das schwarze kleid mit den reflexfäden darin, dunkler kajal, immer kontraste, ihre augen sind hell. Jetzt beginnt der beutezug, tanzen konnte sie schon immer, mit ihrem leuchtreklamehaar im stroboskoplicht, die hände wie gespitzte stifte.
Die großen fische hat sie am liebsten, dann lohnt sich das kleinsehen erst. Ihre droge muss ein gas sein, das aufsteigt und den großen den sinn für die warnfarbe ihrer haare betäubt. In der natur leuchten nur die gifttiere und nachahmer. Sogar von unten lächeln kann sie, köderhaft und ihre zahlen bekommt sie immer. Niemand fragt sie je nach der ihren, die liegt begraben unter den masken und sogar die sind auf der jagd vergessen. Meistens schafft sie mehrere nummern am abend, wenn keiner der hartnäckigen dabei ist. Sonst kann sie früher schlafen gehen.
Für ihre freien tage ruft sie an, sie hat sich ein auswahlmusster zurechtgelegt, im monatswechsel. Ob drei aufeinander folgende ziffern dabei sind, oder die jahreszahl, oder auch die wochennummer.
Die ruft sie an und besucht die fische in ihren wohungen oder wo auch immer. Da ist sie anpassungsfähig und trägt einen hut für die zweite begegnung.
Später, wenn die fische dann schlafen, schleicht sie davon und stiehlt ein messer aus der küche, rennt bis zur haltestelle. unter ihrem linken oberarm ist ein gepflegter schnitt, das tut nicht weh.
Dreidingsammlerin ist sie: nummernzettel, messer und die leeren packungen ihres färbmittels, von jedem immer eines in der handtasche.
Der arzt hat mal gesagt sie könne keine kinder kriegen, wegen der hormone, alles andere ist ihr egal. Das der gelogen hat glaubt sie nicht, lange nicht, geht nur irgenwann dahin, etwas anderes, nicht deshalb nein, das glaubt sie nicht. Der diagnostiziert, sie glaubt ihm nicht, und der stellt fest und sie schreit ihn an, versucht nach ihm zu schlagen. Sie aber zu klein, er und die sprechstundenhilfe, herbeigeeilt, können sie leicht an den handgelenken halten. Die wollen die krisenstation rufen, aber sie beherrscht sich, zieht denen eine maske über. Ganz fern ist sie, entschludigung, in ordnung, etwas ruhe, tarnt sie sich schnell und kann mit mühe entkommen.
Auf dem nachhauseweg, die handtasche an sich gepresset, betäubt sie alle unter masken ohne mundlöcher. Der kommt auf sie zu, vergeblicher versuch sich im fenster zu verstecken. Der lächelt seine fischmaske weg, bekanntschaftlich. An letztes wochenende will sie nicht denken, reist sie sich den hut vom kopf, er darf sie nicht anfassen, glüht ihre warnfarbe auf, Gefahr, aber fische und köder....
Zeitlupenhaft, seine finger an ihrer schulter, will er sie ranziehen, fischt sie sein messer aus der tasche, sticht und sticht zu, zu, zu, will sich noch das messer in den unterleib stemmen, aber zu klein ist sie, schon zu boden gestossen.
vom frl. ede aus münchen
vom frl. ede aus münchen
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
Re: vom frl. ede aus münchen
Hallo mein Marsoigel!
Jetzt komm ich endlich dazu die versprochene Kritik zu schreiben.
"so leicht beute frisst sie nicht" - so leichte beute frisst sie nicht
"passt sie ein maske an in gedanken" - passt sie eine maske an in gedanken
"grüßt dann übertönt höflich"- ich versteh, was du meinst, aber es klingt nicht gut. Stattdessen: überbetont oder übertrieben
"besucht die fische in ihren wohungen " - wohnungen
"geht nur irgenwann"- irgendwann
"entschludigung"- entschuldigung
"handtasche an sich gepresset" - gepresst
"reist sie sich den hut vom kopf" - reißt, das "sie" würd ich weglassen
"glüht ihre warnfarbe auf" - würd ich umstellen: ihre warnfarbe glüht auf
"messer in den unterleib stemmen" - sich ein Messer in den Leib stemmen? Wie wär's mit rammen?
Gefällt mir gut, deine Geschichte. So ein Mord gibt einem Text einfach das gewisse Etwas.
Besonders schön ist, wie du das LI hier charakterisiert.
Ist das Ende eigentlich von dem Theaterstück inspiriert, in dem am Ende alle tot waren?
Liebe Grüße
Khadija
Jetzt komm ich endlich dazu die versprochene Kritik zu schreiben.
"so leicht beute frisst sie nicht" - so leichte beute frisst sie nicht
"passt sie ein maske an in gedanken" - passt sie eine maske an in gedanken
"grüßt dann übertönt höflich"- ich versteh, was du meinst, aber es klingt nicht gut. Stattdessen: überbetont oder übertrieben
"besucht die fische in ihren wohungen " - wohnungen
"geht nur irgenwann"- irgendwann
"entschludigung"- entschuldigung
"handtasche an sich gepresset" - gepresst
"reist sie sich den hut vom kopf" - reißt, das "sie" würd ich weglassen
"glüht ihre warnfarbe auf" - würd ich umstellen: ihre warnfarbe glüht auf
"messer in den unterleib stemmen" - sich ein Messer in den Leib stemmen? Wie wär's mit rammen?
Gefällt mir gut, deine Geschichte. So ein Mord gibt einem Text einfach das gewisse Etwas.
Ist das Ende eigentlich von dem Theaterstück inspiriert, in dem am Ende alle tot waren?
Liebe Grüße
Khadija
...words strain,
Crack and sometimes break, under the burden,
Under the tension, slip, slide, perish,
Decay with imprecision, will not stay in place,
Will not stay still.
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Under the tension, slip, slide, perish,
Decay with imprecision, will not stay in place,
Will not stay still.
Re: vom frl. ede aus münchen
hach, ja...ich und meine REchtschreibeung...mein falschschreibung könnte man auch sagen..aber soviel ist das gar nicht...
vielen Dank mal wieder
Morde sind immer eine feine sache das stimmt
hmhmhn. ist übertönt nicht hübsch? ich dachte...naja, vieleicht hast du recht. aber die anderen stören den saztrhytmus irgendwie. mussich mal schaun...
mit dem rest bin ich deiner Meinung, aber rammen gefällt mir auch nicht. das klingt so überdramatisch-phatetisch. vieleicht nehm ich ganz simpel stechen oder so.
Also wenn ich mich recht erinnere habe ich das Endegutalletod-stück danach gesehen. mir ist so. eiegntlich wollte ich ja ein gutes postves ende, in der meine liebe protagonistin etwas gelernt hat. dann habe ich angefangen und dann war ich plötzlich fertig und sie hatte ihr schönes lehreiches ende irgendwie nicht bekommen...
so it goes
the marsoigel
Morde sind immer eine feine sache das stimmt
hmhmhn. ist übertönt nicht hübsch? ich dachte...naja, vieleicht hast du recht. aber die anderen stören den saztrhytmus irgendwie. mussich mal schaun...
mit dem rest bin ich deiner Meinung, aber rammen gefällt mir auch nicht. das klingt so überdramatisch-phatetisch. vieleicht nehm ich ganz simpel stechen oder so.
Also wenn ich mich recht erinnere habe ich das Endegutalletod-stück danach gesehen. mir ist so. eiegntlich wollte ich ja ein gutes postves ende, in der meine liebe protagonistin etwas gelernt hat. dann habe ich angefangen und dann war ich plötzlich fertig und sie hatte ihr schönes lehreiches ende irgendwie nicht bekommen...
so it goes
the marsoigel
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
Re: vom frl. ede aus münchen
Bei übertönt denke ich an etwas anderes : ein Geräusch übertönt ein anderes.
Statt rammen: bohren, einstechen, stoßen...
Statt rammen: bohren, einstechen, stoßen...
...words strain,
Crack and sometimes break, under the burden,
Under the tension, slip, slide, perish,
Decay with imprecision, will not stay in place,
Will not stay still.
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Under the tension, slip, slide, perish,
Decay with imprecision, will not stay in place,
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Re: vom frl. ede aus münchen
bohren wäre aber nicht sehr nett
da stell ich mir doch do eine drehbewegung vor...das wäre doch arg selbstquälerisch
. ich glaube ich plädiere für stoßen. ist irgendwie m dezentesten....
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
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