Also, das sag ich euch gleich, ich bin nicht schuld. Weil ich mir so was Pompöses NIE als Thema aussuchen würde. Das vornweg.
Ein Freund von mir studiert Komposition und von Zeit zu Zeit braucht er eine Textvorlage oder einen Liedtext oder was weiß ich (oder - besonders schauriger Fall, ein Musicallibretto. Das sind die Momente, in denen ich ihn erwürgen möchte: "Du, die Überarbeitung, für die du einen Monat zeit haben wolltest, brauch ich dann in zwei Tagen." :boxing: )
Auf jeden Fall ruft mich dieser Spinner gestern an: "Du, Sarah, bis Mittwoch bräucht ich ein Kriegsgedicht."
Ich ratsche ihm eine Liste von Kriegsgedichten verschiedenster Autoren herunter.
"Du, kannst a's net selber schreiben? Das wär mir lieber."
"Nein", sag ich "Weil mir das Thema viel zu groß ist und überhaupt ist Sonntag und sowieso."
"Bitte", sagt er. Nervensäge, elende. :-E
Auf jeden Fall braucht Monsieur Musiker also ein Gedicht, dass die Situation eines Soldaten im Schützengraben beschreibt mit viel Lärm und Rattatattata und Bumbumpängpäng. Nicht wörtlich zu vertonen, sondern die Stimmung.
Und jetzt wird das natürlich uuunendlich schauderhaft kitschig und schrecklich und ich brauch eure Hilfe und außerdem gehören sämtliche Komponisten eingesperrt. Punkt.
Ach ja, und ich hab bei drei Strophen für zwei Zeilen den Reim weggelassen, damit's mehr nach Lärm klingt. Stört das oder isses eh schon wurst?
Nimmermehr
Der Himmel ist anämisch,
und um dich stirbt die Welt.
Die Lunge bröckelt dir.
Es schreit und knallt und gellt.
Pfeifend falln die Raben da,
der Krähenschwarm, der detoniert.
Schau dich an, du blutest ja!
Es donnert, dröhnt und explodiert.
Du stirbst ja doch, Soldat,
drum rühr dich nicht.
Wart einfach, was passiert.
Es birst, zerreißt, zerbricht.
Ein dunkler Rabe lässt sich nieder,
auf deiner Schulter, hält dich fest.
Schließ die Augen, schließ sie wieder,
bis dein Rabe dich verlässt.
Dann splittert sein Gefieder,
das scharf ins Herz dir dringt.
Du weißt- es ist der Tod,
weil Raben ausgestorben sind.
I bin net schuld!
I bin net schuld!
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
Re: I bin net schuld!
Oh ja, Silentium das klingt nach Krieg! Hätten die Iraker dieses Gedicht gehabt, die Amis hätten bei der Wahl Al-Quaida zum Präsidenten ernannt - nur um dieses Gedicht nicht zu hören!
Okay, so schlimm isses eigentlich gar nicht. Vom Ansatz her sogar ganz okay, aber: einerseits klingt das mit den Reimen erstmal nach "Meiner lieben Oma zum 80. Geburtstag"-Gedicht, während das Nicht-Reimen dann nach "Blöd mir sind zwischendurch keine Reime eingefallen"-Gedicht klingt. Und "spltterndes Gefieder, dass das Herz sprengt" sprengt vor allem meine Phantasie. Und warum der Rabe kein Rabe, sondern der Tod ist, und zwar weil der Rabe ja ausgestorben ist, das verstehe wer will.
Aber:
ist ein hervorragender Beginn. Ersetze das "ist" durch ein echtes Verb und Du hast den Einstieg für Dein Kriegs-Gedicht.
Spiderman
Okay, so schlimm isses eigentlich gar nicht. Vom Ansatz her sogar ganz okay, aber: einerseits klingt das mit den Reimen erstmal nach "Meiner lieben Oma zum 80. Geburtstag"-Gedicht, während das Nicht-Reimen dann nach "Blöd mir sind zwischendurch keine Reime eingefallen"-Gedicht klingt. Und "spltterndes Gefieder, dass das Herz sprengt" sprengt vor allem meine Phantasie. Und warum der Rabe kein Rabe, sondern der Tod ist, und zwar weil der Rabe ja ausgestorben ist, das verstehe wer will.
Aber:
Der Himmel ist anämisch
ist ein hervorragender Beginn. Ersetze das "ist" durch ein echtes Verb und Du hast den Einstieg für Dein Kriegs-Gedicht.
Spiderman
Die nette Lyrik-Spinne von nebenan!
Re: I bin net schuld!
Oh ja, Silentium das klingt nach Krieg! Hätten die Iraker dieses Gedicht gehabt, die Amis hätten bei der Wahl Al-Quaida zum Präsidenten ernannt - nur um dieses Gedicht nicht zu hören!
:rofl:
Meiner lieben Oma zum 80. Geburtstag"-Gedicht, während das Nicht-Reimen dann nach "Blöd mir sind zwischendurch keine Reime eingefallen"-Gedicht klingt.
Das is ja das Problem. :heulen:
Ersetze das "ist" durch ein echtes Verb
"war"
Aber bitte, wo steht "sprengt"??!?
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
Re: I bin net schuld!
Guten Morgen, Stille.
Kitsch hin, Kitsch her, die Stimmung hast du schon ganz gut getroffen, soweit ich das beurteilen kann...
Soweit meine Vorschläge für den Herrn Komponisten...
Lieber Gruß
Flocke
Kitsch hin, Kitsch her, die Stimmung hast du schon ganz gut getroffen, soweit ich das beurteilen kann...
Nimmermehr
Der Himmel ist anämisch,
und um dich stirbt die Welt.
Die Lunge bröckelt dir. - können die das?
Es schreit und knallt und gellt.
Pfeifend falln die Raben da,
der Krähenschwarm, der detoniert.
Schau dich an, du blutest ja!
Es donnert, dröhnt und explodiert.
Du stirbst ja doch, Soldat,
drum rühr dich oder nicht. - 1. Rhythmus, 2. paßt m.E. besser zu Zeile 1
Wart einfach, was passiert.
Es birst, zerreißt, zerbricht.
Ein dunkler Rabe lässt sich nieder, - doppelt gemoppelt, weißer Schimmel...![]()
auf deiner Schulter, hält dich fest.
Schließ die Augen, schließ sie wieder,
bis dein Rabe dich verlässt.
Dann splittert sein Gefieder,
das scharf ins Herz dir dringt.
Du weißt, dass es der Tod ist, - Rhythmus?
weil Raben ausgestorben sind. - hä?
Soweit meine Vorschläge für den Herrn Komponisten...
Lieber Gruß
Flocke
...Der den Wind kennt / besser als alle Bücher / den Baum / frag nach Wahrheit...
Re: I bin net schuld!
hi stille,
okeeeh... *händereib*
Wer oder was ist ES? Stört mich, dass ich das nicht weiß!
Die Lunge bröckelt dir. Hmm. waas net... klingt eher nach Teerbelag oder so...
Der detonierende Krähenschwarm ist irgendwie unfreiwillig komisch.
Gefieder ist weich, oder? Wie kann das splittern? Oder zählen die Knochen zum Gefieder?
Also mich begeistert es insgesamt leider eher nicht. Klingt zu pathetisch (ok, du hast uns gewarnt...
) und ich bleib völlig emotionslos beim Lesen.
Vielleicht weils so allgemein bleibt.
LG
okeeeh... *händereib*
Wer oder was ist ES? Stört mich, dass ich das nicht weiß!
Die Lunge bröckelt dir. Hmm. waas net... klingt eher nach Teerbelag oder so...
Der detonierende Krähenschwarm ist irgendwie unfreiwillig komisch.
Gefieder ist weich, oder? Wie kann das splittern? Oder zählen die Knochen zum Gefieder?
Also mich begeistert es insgesamt leider eher nicht. Klingt zu pathetisch (ok, du hast uns gewarnt...
Vielleicht weils so allgemein bleibt.
LG
Re: I bin net schuld!
Ich hab eigentlich nur eine Frage: wann und wo können wir uns die Komposition anhören? Download als mp3 fänd ich nicht schlecht. Bitte darum, dies an den Herrn Kompositeur weiterzuleiten.
Viele Musical- und einige Opernlibrettos sind eh meist ziemlich kitschig - also dafür find ich's vollkommen angemessen.
Viele Musical- und einige Opernlibrettos sind eh meist ziemlich kitschig - also dafür find ich's vollkommen angemessen.
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
Re: I bin net schuld!
Soo... zum Glück muss der Spinner's eh net wörtlich vertonen, sondern eh nur die Stimmung. Und zum Glück hab ich eh noch bis morgen Frist. Wenn's jetzt nix wird, kriegt er halt das, auch wenn's peinlich ist.
Was aber nichts daran ändert, dass ICH es scheußlich finde, so was abzugeben.
Zur Erklärung:
Das selbe es, dass auch regnet.
So in die Richtung. Ruß und das ganze Klumpert, dass bei Explosionen aufgewirbelt wird (gut, ich hab das vom Vesuvausbruch, aber das Prinzip is das gleiche) vermischen sich mit der Lungenflüssigkeit zu einem zähflüssig-bröckeligen Brei, an dem die betroffenen Ersticken. TOTAL daneben, der Satz, geb ich zu. Tststs.
Das Vogelviehzeug sind quasi Bomben und Granaten *im boden versink*, so der ungefähre gedankengang. Und der Rabe am Schluss halt das lethale Kaliber.
Und weil das du weiß, dass es keine Raben mehr gibt, weil mittem im Geschieße keine Raben sein können, schließt es quasi, dass es etwas anderes sein muss. So in die Richtung.
Und...
Ich leite's an den Spinner weiter.
Flocke: wenn ich das Ding nicht ganz verwerfen tu (was im Notfall eintritt, wenn ich das echt nicht schaff, was mich unendlich in hundert Jahren noch ärgern wird), verwend ich deine Änderungen natürlich.
Also, neuer Versuch. :psycho:
P.S. Was ich auch noch erwähnen sollte: Ohne euch wär ich tot und hilf- und chancenlos.
Viele Musical- und einige Opernlibrettos sind eh meist ziemlich kitschig - also dafür find ich's vollkommen angemessen.
Was aber nichts daran ändert, dass ICH es scheußlich finde, so was abzugeben.
Zur Erklärung:
Wer oder was ist ES? Stört mich, dass ich das nicht weiß!
Das selbe es, dass auch regnet.
Die Lunge bröckelt dir. Hmm. waas net... klingt eher nach Teerbelag oder so...
So in die Richtung. Ruß und das ganze Klumpert, dass bei Explosionen aufgewirbelt wird (gut, ich hab das vom Vesuvausbruch, aber das Prinzip is das gleiche) vermischen sich mit der Lungenflüssigkeit zu einem zähflüssig-bröckeligen Brei, an dem die betroffenen Ersticken. TOTAL daneben, der Satz, geb ich zu. Tststs.
Der detonierende Krähenschwarm ist irgendwie unfreiwillig komisch.
Gefieder ist weich, oder? Wie kann das splittern? Oder zählen die Knochen zum Gefieder?
Das Vogelviehzeug sind quasi Bomben und Granaten *im boden versink*, so der ungefähre gedankengang. Und der Rabe am Schluss halt das lethale Kaliber.
Und weil das du weiß, dass es keine Raben mehr gibt, weil mittem im Geschieße keine Raben sein können, schließt es quasi, dass es etwas anderes sein muss. So in die Richtung.
Und...
wann und wo können wir uns die Komposition anhören?
Ich leite's an den Spinner weiter.
Flocke: wenn ich das Ding nicht ganz verwerfen tu (was im Notfall eintritt, wenn ich das echt nicht schaff, was mich unendlich in hundert Jahren noch ärgern wird), verwend ich deine Änderungen natürlich.
Also, neuer Versuch. :psycho:
P.S. Was ich auch noch erwähnen sollte: Ohne euch wär ich tot und hilf- und chancenlos.
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
Re: I bin net schuld!
Zweiter Versuch. Grfzl. Solche Themen sind was für mich, wenn ich dreißig bin und genug Übung hab. *hilflosüberfordertsei*, *vorstellwiediesendoofivonmusikusinderluftzerreiß*
Hund
Der Himmel starrt dich anämisch,
seit Stunden, Tagen an.
Du warst Musiker, daheim,
spieltest Geige, daheim.
Wenn es dich treibt,
dann singst du von daheim,
auch wenn dich keiner hört.
Du selber auch nicht,
weil’s viel zu laut ist.
Um den Lärm der Geschütze,
um den bist du heute froh.
Da draußen, irgendwo,
da liegt ein Hund
und verreckt.
Den hörst du,
wenn es grad nicht donnert,
wenn’s grad nicht explodiert,
wenn’s grad nicht kracht…
hörst ihn heulen, den Hund.
Wenn jemand ihn erschießen würd,
dann gäb’s wenigstens dazwischen,
zwischen dem Lärm und dem Lärm,
ein bisschen Stille für deine Stimme,
damit du deine Lieder hören könntest.
Wenn jemand ihn erschießen würd,
den Scheißhund…
wenn’s nur ein Hund ist.
Hund
Der Himmel starrt dich anämisch,
seit Stunden, Tagen an.
Du warst Musiker, daheim,
spieltest Geige, daheim.
Wenn es dich treibt,
dann singst du von daheim,
auch wenn dich keiner hört.
Du selber auch nicht,
weil’s viel zu laut ist.
Um den Lärm der Geschütze,
um den bist du heute froh.
Da draußen, irgendwo,
da liegt ein Hund
und verreckt.
Den hörst du,
wenn es grad nicht donnert,
wenn’s grad nicht explodiert,
wenn’s grad nicht kracht…
hörst ihn heulen, den Hund.
Wenn jemand ihn erschießen würd,
dann gäb’s wenigstens dazwischen,
zwischen dem Lärm und dem Lärm,
ein bisschen Stille für deine Stimme,
damit du deine Lieder hören könntest.
Wenn jemand ihn erschießen würd,
den Scheißhund…
wenn’s nur ein Hund ist.
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
Re: I bin net schuld!
Ja, das gefällt mir schon viel besser, Stille. Einzelschicksal wirkt für mich bei solchen Themen immer besser als Pathos und Ehr'geschwafel.
Aufgrund mangelnder Librettoerfahrung kann ich leider nicht einschätzen, wie brauchbar das letztendlich für den Herrn ist.
Und wer sagt, dass 30-jährige bessere Kriegsgedichte schreiben??? Hab mal eins probiert in der Zeit des Afghanistan-Krieges, aber so richtig angekommen ist das nicht... Gesellschaftskritik ist und bleibt ein heißes Pflaster.
Lieber Gruß am Morgen
Flocke
Aufgrund mangelnder Librettoerfahrung kann ich leider nicht einschätzen, wie brauchbar das letztendlich für den Herrn ist.
Und wer sagt, dass 30-jährige bessere Kriegsgedichte schreiben??? Hab mal eins probiert in der Zeit des Afghanistan-Krieges, aber so richtig angekommen ist das nicht... Gesellschaftskritik ist und bleibt ein heißes Pflaster.
Lieber Gruß am Morgen
Flocke
...Der den Wind kennt / besser als alle Bücher / den Baum / frag nach Wahrheit...
-
Surjaninov
- Klio
- Beiträge: 542
- Registriert: 20.12.2003, 21:06
Re: I bin net schuld!
hej stille
Erstmal eine Frage. Was ist "anämisch"?
1
Stellungskrieg. Seit Tagen im Graben, vielleicht auch länger. Mit Ratten und Schlamm.
2
Der [junge?] Soldat war also Musiker daheim. Hört sich fast so an als wäre es sein Beruf. Gut ist aber das er singt und nicht Geige spielt. Da bräuchte er im Krieg nämlich ein gute gepolstertes Köfferchen...
Doch was treibt ihn zum Singen? Ist es die Sehnsucht nach der Heimat? Die ANgst, der alltägliche Schrecken?
Das ist mir ein bissel zu vage.
"auch wenn dich keiner hört.
Du selber auch nicht,
weil’s viel zu laut ist."
Hören wird ihn schonmal jemand. Mindestens der Soldat neben ihm zwischen zwei Granateinschlägen.
Insgesamt gefällen mir diese drei Zeilen weniger gut. Das ist fast die alte Leier. Ständiges Gehäul der Granaten, Explosionen, Erde spritzt, und dann singen sie noch ein letztes Lied.
3
Erst ist es viel zu laut. Er hört sich selber nicht singen. Doch jetzt ist er froh um den Geschützlärm.
Er sieht den Hund nicht, bzw ob es überhaupt ein Hund ist. Also muss er ihn hören. Doch sein Singen hört er nicht?
4
Ah gut, da heben wir es. In den kurzen Sekunden in den keine Granate einschlägt, kein Schuß pfeift, da hört er den Hund heulen.
Ich meine das "heulen" nicht das richtige Wort ist. Man denkt dann vielleicht an einen "heulenden" Wolf. Und, er weiß ja gar nicht ob es ein Hund oder doch ein Mensch ist. Aber das Heulen eines Menschen kann man bestimmt unterscheiden von den Geräuschen eines Hundes.
Vielleicht "wimmern" oder "stöhnen", vielleicht sogar "jaulen". Wenn Menschen auch jaulen... [schreibt man das so, "jaulen"?]
5
Ja, jetzt will jemand das der Hund erschossen wird. Damit wenigstens ein bisschen Stille herrscht. Ab und Zu. ABer wer ist dieser Jemand. Der junge Soldat scheint es nicht zu sein. Und werden ihm hier von einem Beobachter Gedanken in den Kopf gelegt?? Diese Stelle finde ich etwas unschlüssig.
6
Hier genau das gleiche. Wer möchte hier den Hund / Mensch erschossen sehen. Das wird nicht klar. Der stille Beobachter / Erzähler wünscht sich was!?!
Das solltest du ebenfalls klären.
Ich weiß nicht, wer hofft das es EIN Hund ist? Der Soldat, jemand anderes?
Alles in allem eine gute Geschichte, da lässt sich was draus machen. Nur ist mir da zu viel unklar an einigen Stellen. Du solltest in der ersten Hälfte den Schrecken , die Angst, die unser junger Soldat hat deutlicher betonen.
Schön wäre, das er sich mit seinen Sinnen nicht mehr sicher ist. IST ES EIN HUND ODER EIN MENSCH? Er kann es nicht genau bestimmen. Das ist das Dilemma. Gegen dieses Drame wird im ersten Teil der Gesang gesetzt. Das ist gut!
Achso, wie gesagt die drei Zeilen die oben zitiert sind. Diese drei sind schwächer als der Rest. Gibt es eine bessere Lösung?
so weit,
lg
Surja
Erstmal eine Frage. Was ist "anämisch"?
1
Stellungskrieg. Seit Tagen im Graben, vielleicht auch länger. Mit Ratten und Schlamm.
2
Der [junge?] Soldat war also Musiker daheim. Hört sich fast so an als wäre es sein Beruf. Gut ist aber das er singt und nicht Geige spielt. Da bräuchte er im Krieg nämlich ein gute gepolstertes Köfferchen...
Doch was treibt ihn zum Singen? Ist es die Sehnsucht nach der Heimat? Die ANgst, der alltägliche Schrecken?
Das ist mir ein bissel zu vage.
"auch wenn dich keiner hört.
Du selber auch nicht,
weil’s viel zu laut ist."
Hören wird ihn schonmal jemand. Mindestens der Soldat neben ihm zwischen zwei Granateinschlägen.
Insgesamt gefällen mir diese drei Zeilen weniger gut. Das ist fast die alte Leier. Ständiges Gehäul der Granaten, Explosionen, Erde spritzt, und dann singen sie noch ein letztes Lied.
3
Erst ist es viel zu laut. Er hört sich selber nicht singen. Doch jetzt ist er froh um den Geschützlärm.
Er sieht den Hund nicht, bzw ob es überhaupt ein Hund ist. Also muss er ihn hören. Doch sein Singen hört er nicht?
4
Ah gut, da heben wir es. In den kurzen Sekunden in den keine Granate einschlägt, kein Schuß pfeift, da hört er den Hund heulen.
Ich meine das "heulen" nicht das richtige Wort ist. Man denkt dann vielleicht an einen "heulenden" Wolf. Und, er weiß ja gar nicht ob es ein Hund oder doch ein Mensch ist. Aber das Heulen eines Menschen kann man bestimmt unterscheiden von den Geräuschen eines Hundes.
Vielleicht "wimmern" oder "stöhnen", vielleicht sogar "jaulen". Wenn Menschen auch jaulen... [schreibt man das so, "jaulen"?]
5
Ja, jetzt will jemand das der Hund erschossen wird. Damit wenigstens ein bisschen Stille herrscht. Ab und Zu. ABer wer ist dieser Jemand. Der junge Soldat scheint es nicht zu sein. Und werden ihm hier von einem Beobachter Gedanken in den Kopf gelegt?? Diese Stelle finde ich etwas unschlüssig.
6
Hier genau das gleiche. Wer möchte hier den Hund / Mensch erschossen sehen. Das wird nicht klar. Der stille Beobachter / Erzähler wünscht sich was!?!
Das solltest du ebenfalls klären.
Ich weiß nicht, wer hofft das es EIN Hund ist? Der Soldat, jemand anderes?
Alles in allem eine gute Geschichte, da lässt sich was draus machen. Nur ist mir da zu viel unklar an einigen Stellen. Du solltest in der ersten Hälfte den Schrecken , die Angst, die unser junger Soldat hat deutlicher betonen.
Schön wäre, das er sich mit seinen Sinnen nicht mehr sicher ist. IST ES EIN HUND ODER EIN MENSCH? Er kann es nicht genau bestimmen. Das ist das Dilemma. Gegen dieses Drame wird im ersten Teil der Gesang gesetzt. Das ist gut!
Achso, wie gesagt die drei Zeilen die oben zitiert sind. Diese drei sind schwächer als der Rest. Gibt es eine bessere Lösung?
so weit,
lg
Surja
Re: I bin net schuld!
Hallo Surja!
(Schön, dass deine Texte wieder da sind...)
Anämie ist Blutarmut, die leute werden müd und blass. Stammt eigentlich aus einem Herbstgedicht, dass nie fertig geworden ist. Zeilenrecycling, quasi. Das Fremdwort ist blöd, stimmt. Aber mir gefällt der Klang so, a- nähhh- misch.
Am einfachsten wär's, wenn der Mensch gar nicht singt? Hm... wenn er einfach ein bissl jammert, dass seine Geige perdue ist? Das singen im Schützengraben is nämlich wirklich abgedroschen, da hast recht.
Das mit dem "wer wünscht es sich" is auch ein guter Punkt... irgendwie sollt ich das ändern, ja. Und der Hund jault, ja, das wär besser... *grübel* *brüt*
Und die Schwerpunktverlagerung wär auch richtig, ja...
Ich danke dir für deine Hilfe,
Silence
P.S. Dem Kompositeur hab ich weder Nr. 1 noch Nr. 2 gegeben, sondern was einfaches, kriegerisch-lautmalerisches rausgesucht.
(Schön, dass deine Texte wieder da sind...)
Anämie ist Blutarmut, die leute werden müd und blass. Stammt eigentlich aus einem Herbstgedicht, dass nie fertig geworden ist. Zeilenrecycling, quasi. Das Fremdwort ist blöd, stimmt. Aber mir gefällt der Klang so, a- nähhh- misch.
Hören wird ihn schonmal jemand. Mindestens der Soldat neben ihm zwischen zwei Granateinschlägen.
Insgesamt gefällen mir diese drei Zeilen weniger gut. Das ist fast die alte Leier. Ständiges Gehäul der Granaten, Explosionen, Erde spritzt, und dann singen sie noch ein letztes Lied.
Am einfachsten wär's, wenn der Mensch gar nicht singt? Hm... wenn er einfach ein bissl jammert, dass seine Geige perdue ist? Das singen im Schützengraben is nämlich wirklich abgedroschen, da hast recht.
Das mit dem "wer wünscht es sich" is auch ein guter Punkt... irgendwie sollt ich das ändern, ja. Und der Hund jault, ja, das wär besser... *grübel* *brüt*
Und die Schwerpunktverlagerung wär auch richtig, ja...
Ich danke dir für deine Hilfe,
Silence
P.S. Dem Kompositeur hab ich weder Nr. 1 noch Nr. 2 gegeben, sondern was einfaches, kriegerisch-lautmalerisches rausgesucht.
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
-
Surjaninov
- Klio
- Beiträge: 542
- Registriert: 20.12.2003, 21:06
Re: I bin net schuld!
hej
Oh, ich hab nicht gemeint das das Fremdwort blöd ist. Vielleicht für die die es nicht kennen. Aber das weiß ja jedes Kind
Lass den ruhig mal singen!! Das ist ja ein zentraler Punkt des Gedichts.
Da find ich die Geige schlechter. Wenn er die dabei hätte. Geht ja leit kaputt son Ding, zumal im Krieg, zumal an der Front, zumal im Schützengraben.
Wlches Gedicht hast du denn rausgesucht? Eines von dir? Auch wenn nicht, vielleicht kannst du es posten?
- sind ja noch nicht alle wieder da. Ein alter Mann ist doch kein D-Zug
.
lg
Surja
Oh, ich hab nicht gemeint das das Fremdwort blöd ist. Vielleicht für die die es nicht kennen. Aber das weiß ja jedes Kind
Lass den ruhig mal singen!! Das ist ja ein zentraler Punkt des Gedichts.
Da find ich die Geige schlechter. Wenn er die dabei hätte. Geht ja leit kaputt son Ding, zumal im Krieg, zumal an der Front, zumal im Schützengraben.
Wlches Gedicht hast du denn rausgesucht? Eines von dir? Auch wenn nicht, vielleicht kannst du es posten?
(Schön, dass deine Texte wieder da sind...)
- sind ja noch nicht alle wieder da. Ein alter Mann ist doch kein D-Zug
lg
Surja
Re: I bin net schuld!
Wlches Gedicht hast du denn rausgesucht? Eines von dir? Auch wenn nicht, vielleicht kannst du es posten?
Nö, kann ich nicht. Rausgesucht war das falsche Wort. Richtiger wäre: Ich hab auf einen Schmierzettel während der Geographiestunde ein paar Wörter notiert, die in irgendeine Reihenfolge gebracht und dass dem Spinner zugeschmissen.
Ging ungefähr so:
7-stimmig: Auf, auf, Kameraden!
Bumm-krach-Päng
6-stimmig: Tapfer, durchhalten!
KAAAA-Wumm!
5-stimmig: Der Sieg ist unser!
...
...
...
Einstimmig: Wo seid ihr?
Knall.
Keinstimmig: ...
Saublöd, primitiv, aber das war mir zu dem Zeitpunkt schon wurscht. Was er dann letzendlich verwenden wird, weiß ich nicht.
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- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
Re: I bin net schuld!
Er geht mir auf die Nerven, der Soldat. Und für die depperte Komponierhausübung haben wir dann in fünf Minuten was hingeschmiert. Trotzdem ärgert mich das Thema. Und ich probier's jetzt einfach beinhart so lange, bis es a) irgendwie hinhaut oder ich b) vom Forum verstoßen werde. Punkt.
Dauernd der Hund
Anämisch starrt mich der Himmel an,
als wär er ausgeblutet wie alles andre.
Drum hängt er jetzt so tief.
Daheim war ich Musiker,
hab Geige gespielt,
gesungen hab ich auch.
Manchmal möchte ich noch singen,
so schaurig-traurig von daheim.
Tu ich hier natürlich nicht.
Schon mal, weil keiner,
die Leich neben mir natürlich ausgenommen,
mich hören würd
bei dem Lärm.
Außerdem wär’s ein Klischee,
recht melodramatisch irgendwie,
wenn ich im Schützengraben singen würd.
Zwischen dem Pfeifen und dem Donnern,
wären immer ein paar Sekunden,
ein bisschen Platz zwischen Lärm und Lärm,
wo man mich vielleicht sogar hören könnt,
irgendwer außer der Leich, mein ich.
Aber da ist eigentlich eh keine Stille,
weil zwischen Pfeifen und Donnern,
da jault ein Hund, der da draußen eingeht.
Ich seh ihn nicht, ist aber ein Hund,
weil: so schreit kein Mensch.
Wenn ihn jemand erschießen würd,
den Hund, den Scheißhund,
dann wär da ein bisschen Stille,
während der ich nicht singen würd,
weil ich dann wüsst,
dass die Leut im Schützengraben
immer nur die letzten Lieder singen.
Der Hund, der jault noch immer.
Daheim war ich Musiker,
hab ein gutes Gehör gehabt.
Jetzt, wo’s so laut ist,
weiß ich nicht einmal,
ob’s ein Hund ist,
der verreckt.
Dauernd der Hund
Anämisch starrt mich der Himmel an,
als wär er ausgeblutet wie alles andre.
Drum hängt er jetzt so tief.
Daheim war ich Musiker,
hab Geige gespielt,
gesungen hab ich auch.
Manchmal möchte ich noch singen,
so schaurig-traurig von daheim.
Tu ich hier natürlich nicht.
Schon mal, weil keiner,
die Leich neben mir natürlich ausgenommen,
mich hören würd
bei dem Lärm.
Außerdem wär’s ein Klischee,
recht melodramatisch irgendwie,
wenn ich im Schützengraben singen würd.
Zwischen dem Pfeifen und dem Donnern,
wären immer ein paar Sekunden,
ein bisschen Platz zwischen Lärm und Lärm,
wo man mich vielleicht sogar hören könnt,
irgendwer außer der Leich, mein ich.
Aber da ist eigentlich eh keine Stille,
weil zwischen Pfeifen und Donnern,
da jault ein Hund, der da draußen eingeht.
Ich seh ihn nicht, ist aber ein Hund,
weil: so schreit kein Mensch.
Wenn ihn jemand erschießen würd,
den Hund, den Scheißhund,
dann wär da ein bisschen Stille,
während der ich nicht singen würd,
weil ich dann wüsst,
dass die Leut im Schützengraben
immer nur die letzten Lieder singen.
Der Hund, der jault noch immer.
Daheim war ich Musiker,
hab ein gutes Gehör gehabt.
Jetzt, wo’s so laut ist,
weiß ich nicht einmal,
ob’s ein Hund ist,
der verreckt.
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
Re: I bin net schuld!
ich glaub Du bist doch ein bißchen schuld
Wenn der Himmel so blau ist, warum wird es dann finster?
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