Ich steht in der Küche. Am Herd. Ich kocht. Ich gegenüber, sitzt Ich. Auf einem Barhocker, an der Theke.
Ich seufzt: „Ach Ich, Ich bin ja so froh, dass Du hier bist.“ (Ich rührt im Topf herum.)
Ich nickt verstohlen.
„Weiß Du, Ich weiß manchmal gar nicht, wo mir der Kopf steht. Ich bin so froh, dass Du mir zuhörst.“
Ich nickt wieder.
„Die Kinder sind raus.“ (Ich hat eine Tochter, und einen Sohn) „Und das Haus, ist leer. Tochter macht ihr Studium in Stadt, und Sohn ist bei der Armee in Dorfdorf.“
Ich nickt offensichtlich.
„Und Mann. Ach, der vögelt seine Sekretärin. Jeden Abend kommt er später heim. Geschäftsessen. Und letztens, letztens habe Ich bei seiner Kollegin angerufen. Die hat gesagt, er würde schon immer um vier gehen. Um vier !“
(Ich blickt vom Topf auf.)
„Wer weiß, wo die ’s treiben ?! Im Auto – in unserem Auto ! Oder im Wald. Im Kino. In der Sauna, oder ... Oder sogar hier ?! Auf unserem Sofa ? Auf meinem Bett ?“
(Ich lässt den Löffel fallen. In den Topf.)
Ich zuckt zusammen.
(Ich blickt starr nach unten.)
„Ich, Du bist mir geblieben. Ohne dich wüsste Ich gar nicht, was Ich tun sollte.“
Ich trinkt einen Schluck Wasser aus dem Glas, und nickt.
„Ach Ich. Am liebsten würde Ich diesen Kerl aus meinem Haus jagen. Ich würde seine Sachen auf die Straße schmeißen - würde ihm seine Plünden an den Kopf werfen ! Seine Bücher in den Dreck schleudern und sie verbrennen ! Verbrennen !“
(Ich reibt sich das Gesicht.)
Ich sitzt stumm da. Nickt.
„Wer weiß, wie lange die ’s schon treiben. Es ist ja nicht erst seit gestern, dass er nicht mehr zu Hause ist. Weißt Du wann wir das letzte mal mit einander geschlafen haben ? Vor vier Monaten !“
Ich reicht Ich die Hand hin.
„Danke Ich, das ist nett, aber .. Ach, es geht ja schon. Aber früher, weißt Du, da konnte er nicht genug bekommen. Auch Ich konnte den Hals nicht vollbekommen... Und jetzt ? Jetzt fickt er irgend so ’ne Tusse aus ’m Büro !“
Ich nickt stumm.
„Weißt Du, was ich am liebsten tun würde ?“
(Ich stemmt die Hände auf die Küchenplatte.)
Ich schaut Ich an, erwartungsvoll.
(Ich blickt auf.)
„... Ihm die Eier abschnei-.. !“
„Schatz ? Bist Du hier ? Hast Du Besuch, weil - Ich habe Stimmen gehört. Schatz, Ich habe Dir Blumen mitgebracht, Rosen. Du magst doch, gelbe - oder ? ... Schatz ?“
Ich steht in der Küche.
Ich steht in der Küche.
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Ich steht in der Küche.
Du solltest nur solche Sachen schreiben, das gefällt mir
das ist so schön aus dem Leben gegriffen, so ist es nämlich das Leben und DorfDorf ist ganz groß, ich glaube das würde so gar dem Herrn Marquez aus Kolumbien gute gefallen 
Wenn der Himmel so blau ist, warum wird es dann finster?
Re: Ich steht in der Küche.
das inspiriert mich übrigens zu einem neuen triumphalen Theaterstück es wird DIE FAMILIE MUSTERBRIEF heissen
Wenn der Himmel so blau ist, warum wird es dann finster?
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste