....ganz abgesehen davon, dass ich gerade schon wieder mit einem Bein im Flieger bin, retour in die "Heimat", und ergo wenig Zeit habe darauf jetzt zu antworten: Bist Du Dir sicher, daß ich darauf hier antworten soll? Kann ich! Ehrlich! Null Problemo! Aber dann hamma hier genau das was Du, zu recht, hier eigentlich nicht wolltest, dann werden wir schnell ganz schön "OFF-Topic".
Bitte um Info, - ich schreib' gerne mehr dazu und nehme Stellung! (hier? anderswo? wenn'st magst können wir das auch gerne in meinem Forum diskutieren)...
Nur ganz kurz:
Es geht nicht darum "Nazi-Deutschland" mit "Bush-Amerika" zu vergleichen. (Und "Bush-Amerika" war schon an und für sich eine Zeiterscheinung die einmal ihren ganz eigenen Platz in der Geschichte einnehmen wird, 100-pro. )
Ich sagte auch mit keinem Wort, dass Bush-Amerika = Amerika. Immerhin hat er bei beiden Wahlen, eigentlich NICHT die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich gehabt und ich denke, dass die Republikaner auch diesmal keine Skrupel gehabt hätten die Wahl zu türken, wenn sie nicht die Macht hätten abgeben wollen(!) damit sie die Suppe die ihnen ihr "Commander in Chief" eingebrockt hat nicht selber auslöffeln müssen.
Kurz zur Info: Ich selbst habe zwischen 1979 und 2003 on-&-off in den USA gelebt, zwischen 1992 und 2003 fast durchgehend - hätt' ich wohl nicht, wäre ich ein Anti-Amerikaner? 2003 habe ich die USA verlassen, mein Haus (mit Verlust!) verkauft, meine Konten & Betrieb geschlossen aus Protest gegen Mr.Bush, - NICHT "gegen die Amerikaner". Ich habe seither auch US-Produkte konsequent boykottiert und freu' mich auf den 20.01. - auch weil ich an dem Tag wieder meinen ersten Mackie + Coca Cola seit 5 Jahren konsumieren werde!
...aber darum geht es bei meiner Geschichte auch nicht vordergründig. Ich hätte statt Inquisition / Hitler / Bush auch andere Beispiele aus der Geschichte der Menschheit nehmen können. Weniger "bekannte" Beispiele, die aber um nicht viel weniger schrecklich sind. (50 Mio Tote im Zuge der Kolonisierung und Christianisierung der beiden Amerikas durch die Spanier. - Ein oft vergessener und der größte(!) Genozit der Menschheitsgeschichte) oder (Was die Engländer in Südafrika aufgeführt haben, dann bei aller deutscher Selbstgeisselung: Hitler hat "das KZ" nun wahrlich nicht erfunden. Das waren schon die Briten in Südafrika!) und, und, und....
Es mangelt wahrlich nicht an ungeheurlichen Beispielen die wir Menschen im Laufe unserer Geschichte vorgelegt haben. Auch das "Progrom" gegen uns Juden haben wahrlich nicht die Hitlerdeutschen "erfunden"! Aber das spielt hier eigentlich keine Rolle.
Das worum es mir dabei ging und geht, war, daß ich denke, dass Verbrecher sich dadurch definieren, dass sie gegen geltendes Recht verstoßen - Großverbrecher es immer schon verstanden haben, zuerst das "geltende Recht" in ihrem Sinne "anzupassen" um ihre Verbrechen dann "Rechtskonform" zu verüben.
Merke: "Recht" hat mit "Gerechtigkeit" ebenso wenig zu tun wie mit "richtig".
Ich halte es in diesem Zusammenhang ebenso verwerflich "die Amerikaner" pauschal und für alle ewigen Zeiten für das zu veruteilen was (sie, unter) Bush-Amerika angestellt haben, wie ich(!) es für falsch halte die Deutschen für alle ewigen Zeiten für das büßen zu lassen was siem durchaus als Volk(!) unter Hitler angestellt haben.
Beide Völker, Deutsche und Amerikaner (aber auch wir Österreicher), müssen sich den legitimen Vorwurf gefallen lassen, es zugelassen zu haben, dass "Unrecht" zu "Recht" gemacht wurde und dieses dann "selbstgerecht und blind" mitgetragen zu haben. Frei nach einem meiner Lieblings-Sätze: "Wer wegschaut macht mit."
Die Amerikaner haben den Deutschen und Österreichern nach dem WW2 enorm geholfen? Natürlich! Das bedeutet aber für kein Volk der Welt eine Carte Blanche künftig anstellen oder zulassen zu dürfen was sie wollen. Kreisky hat auf eine "dumme Frage" mal geantwortet: "Lernen Sie Geschichte".
In diesem Sinne muß man sagen, dass die Entwicklung des Humanismus, eine der wertvollsten Geisteshaltungen (bis heute!) von den Deutschen getragen wurde. VOR Hitler.
Und trotzdem war das danach kommende Hitler-Deutschland "NICHT OK."
Die Deutschen haben nach 1945 wesentlich zu dem Wohlstand der westlichen Welt beigetragen den wir heute geniessen. Und trotzdem war das voran gegangene Hitler-Deutschland "NICHT OK."
Und? Darf man deswegen "die Deutschen" für alle Ewigkeit nur mehr an diesen, geschichtlich betrachtet wenigen Jahren, messen und beurteilen? - Der Unterschied des "Bush-Amerika" zum "Hitler Deutschland"? Damals war es mangels Zugang zu großflächiger Information deutlich leichter die Massen zu missbrauchen. SEHR viele Deutsche konnten gar nicht sehen was Hitler unter der Fassade mit seinen Schergen angerichtet hat. Das ist eine Nachsichtigkeit die man gegenüber dem amerikanischen Volk unter Bush nicht wirklich zubilligen kann. Nicht wahr?
Ich nehme mal an, daß Du genau so wenig wie ich unter Hiter dabei waren, Du hast keine Verbrechen gegen mich gesetzt, ich habe nicht unter Dir gelitten. Daher musst Du Dich auch mir gegenüber nicht "schuldig" oder "verantworlich" zeigen. Klar sollten wir immer gemeinsam daran denken das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, dass derlei nie wieder passieren darf - und genau so wenig sollten wir "den Amerikaner" der Zukunft dafür verantworlich machen was seine Vorfahren oder auch so mancher selbst unter Bush zugelassen hat. Neue Seiten der Geschichte werden aufgeschlagen und stehen bereit beschrieben zu werden. Amerika hat unter Obama eine fast schon nie dagewesene Chance und dafür drücke ich Mr. President Obama alle verfügbaren Daumen. Natürlich wird man auch interessiert über den Atlantik schielen, ob Obama und Folgende die Bush-Ära genau so tapfer aufarbeiten wie die Deutschen das nach Hitler getan haben, oder ob versucht werden wird diese Zeit unter den Teppich zu kehren. Ein "Nürnberg" für Bush, Cheney, Rumsfeld & Co wäre zwar wünschenswert und auch angebracht, aber es wird so nicht passieren. Es gibt aber schließlich auch andere Möglichkeiten das aufzuarbeiten ohne die Verantwortlichen nach einem Schauprozess möglichst zahlreich zu hängen.
Es wäre schon mal ein großartiger Anfang wenn die offizielle (neue) USA die Wahrheit über 9/11 ans Licht bringen....
Schon deutlich länger als ich vor gehabt hatte - daher zum Schluss kommend:
Ich bin 100% PRO-Amerika aber ebenso 100% ANTI-Bush. Ich kann das schon unterscheiden. Die von Dir monierte Tatsache aber bleibt, dass sich die Kirche zur Inquisitions-Zeiten, das Hitlerdeutschland und die Bush-Administration innerhalb geltenden Rechts (in der jeweiligen Zeit) bewegt haben. "Rechtsgläubigkeit" oder gar "Rechtshörigkeit" daher höchst hinterfragenswert ist.
........aber, wie gesagt, ich denke dass das hier eigentlich der falsche Rahmen ist um das zu diskutieren. Oder?
Noch was zum "Spiegel": Ein ausgezeichnetes Magazin, das sich oft traut Themen zu beleuchten, die viele andere noch nicht beleuchten. Ich bin nur gegen diese (wie gegen jede solche!) dogmatische Verehrung und das zitieren bei jeder Gelegenheit. Wenn ich mit intelligenten Menschen diskutiere, dann gehe ich eigentlich davon aus, daß sie zu ihrer Bildung ihrer eigenen Meinung AUCH Informationen die sie aus dem Spiegel bezogen haben heranziehen. Ich habe auch die Bibel intensiv gelesen, aber auch (natürlich) Tora und Talmud wie auch den Koran. Trotzdem zitiere ich nicht dauernd daraus.
Natürlich kenne ich das Problem mit den "Vets". Das Problem der fehlenden Mechanismen zur Wiedereingliederung gibts schon seit WW2. Die "Hells Angels" sind z.B. das "Produkt" dieser Problematik. Aber wenn ich dann Sätze lese wie ("Dein" Spiegellink!): "Er selbst hat, um sein Leben zu retten, andere umbringen müssen."
dann stößt mir der Zwischensatz "um sein Leben zu retten" ziemlich sauer auf. Auch wenn ich sehr genau weiss, dass die allermeisten GI's nicht zur Army gehen um irgendwann mal auf echte, lebende sich bewegende Ziele ballern zu dürfen, sondern weil eine gute Ausbildung in den USA ansonsten nur der finanziell entsprechend ausgestatteten Elite vorbehalten ist. (Eine Entwicklung auf die wir uns in Europa auch zubewegen, was ich reichlich alarmierend finde)
Trotzdem kann man die Tatsache einfach nicht übersehen, dass der Zitierte Teil einer ANGRIFFS-Armee war und wenn schon irgendwer sagen "darf" dass er "um sein Leben zu retten andere umbringen musste" - dann steht diese Wortwahl eigentlich nur den Angegriffenen zu! (Ganz wurscht jetzt ob das Regime das vorher dort war im Recht - siehe dieses - war oder nicht.)
Genug! Sorry! Ich gelobe nix mehr zu dem Thema zu schreiben (hier!, sonst schon! Viel sogar!) weil ich Dir den Thread nicht zusammenhauen will!
lg & off in den Flieger!